Mit Flip Flops durch die Kalahari

Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von unserem Chalet in der Bagatelle Lodge. Das heißt auch darauf vorbereiten die 3 Kilometer durch den Sand zurück fahren. Sind 3km Stille im Auto. Sogar Mama schweigt und das muss was heißen. Ich muss wohl extremst konzentriert wirken. Das bin ich auch. Dritter Gang, 60km/h und Berg hoch über die Sandstraße. Bloß nicht stehen bleiben. Kam mir jetzt viel einfacher vor als auf dem Hinweg. Mein Polo wird doch langsam zum Allradfahrzeug.

After breakfast it is time to leave the lodge. That means as well to prepare myself to drive the 3km back through the sand. 3km of silence in the car. Not even mom says a word. Full concentration on my side. 3rd gear, 60khp and uphill through the sand. Just don’t stop. Seemed to be a bit easier this morning. My Polo is getting better in sand.

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Es geht nach Stampriet und dann weiter nach Süden. Tiefer in die Kalahari hinein. Keine roten Dünen mehr? Nicht ganz. Linke Seite Flussbett, rechte Seite roter Sand.

We drive over Stampriet further south. Deeper into the Kalahari. No more red dunes? Wouldn’t say it like that. Left hand side the riverbed, right hand side red sand.

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Und wie grün das Flussbett ist. Ich kann mich an dem saftigen Grün nicht satt sehen. Auch die Schotterstraße ist in exzellentem Zustand. Besser als alles was ich erwartet habe. Hier sind wir nun nicht nur abseits der Zivilisation aber auch fern von jeglichen Touristen.

And the riverbed is so green. The trees look so healthy. And even the gravel road is in a perfect condition. Much better than expected. We are far away from civilisation or any other tourists.

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Zur Mittagszeit erreichen wir das Schild Red dune Camp. Ich parke das Auto im Schatten und schaue mich um. Ich kann weder eine rote Düne erkennen, noch sehe ich eine Menschenseele auf dem Grundstück.

At lunch time we arrive at the sign red dune camp. I park the car and look around. Neither can I see a red dune nor any person on this property.

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Womit meine Mama kein Problem hat. Das Fernrohr um den Hals und schon ist sie verschwunden. Irgendwelchen Vögeln auf der Spur.
Aber schlussendlich finde ich doch einen Arbeiter. Er bringt mich ins Office wo wir alle Formalitäten resolvieren und drückt mir dann ein Blatt Papier in die Hand. Eine Landkarte wo unser Camp zu finden ist. Ich habe nämlich den Stellplatz auf der Düne gebucht. Kein Kommentar von ihm zu unseren Auto, denn auf der Website steht dick und breit nur Allradfahrzeuge. Mal sehen wie weit mich mein Polo bringt. Erst geht es ins Flussbett und dann steil hinauf die Hänge. Bis wir auf einem Plateau sind. Mama muss dreimal aussteigen um die Gatter zu öffnen. Dann sehe ich ihn. Den roten Sand. Die rote Straße. Ich beschleunige, doch wegen nicht guter Markierung verliere ich meinen Vorteil weil ich stehen bleiben muss um zu sehen wo es lang geht. Bergauf. Im Sand. Kurvig die Straße. Und dann bleibst du stehen. Ich höre die Stimmen meiner Freunde im Ohr. Das haben sie mir sicher nicht beigebracht in all dieser Zeit.

My mom has no problem with that. The binoculars around her neck and she’s gone. Behind some birds.
Finally I find a worker in one of the buildings. We go in the office and he gives me a price of paper in my hand. Kind of a map to get to our campsite on the dune. He doesn’t say anything to our car even though they advertised the campsites on the dune on the website as 4x4s only. He leaves it up to us. Let’s see how far we get. First through the riverbed and then up the mountains. Mom has to get out a few times to open and close several gates. Then I see it. The red sand. I speed up, but because it isn’t marked that well where we have to turn off I loose all my momentum. I stop. Start again. Uphill. In the sand. And then almost on top I stop again because I don’t know if I should turn left or right. Hear the voices of my friends in my ear „whatever you do, don’t stop“. Should have just gone for it.

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Das stimmt. Aber aufgeben tu ich auch nicht so schnell. Das haben sie mir sicher beigebracht. Freischaufeln. Rückwärtsfahren. Schwung holen. Wieder stecken bleiben.

True that, but I don’t give up that quickly. I learned that as well. How to dig out a car. Drive backwards down the road. Get momentum again. And I’m stuck again.

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Meine Mama schimpft kein einziges Mal. Sie ist diejenige die mich anschiebt. Weitergräbt. Wieder schiebt. Von vorne. Von hinten. Mir zuruft rechts ich sagte mehr rechts! Und wieder anschiebt. Um die Kurve gekommen.

My mom doesn’t complain a single time. Even though she’s the one pushing me. Digging. And pushing again. Shouting at me while I drive backwards more to the right, I said right! And she’s gotta push me again. Made it around the corner.

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Mama hier parke ich. Im Nachhinein muss ich sagen es war doch nicht so schlau unbedingt um die Kurve zu fahren, weil ich durch den dicken Sand morgen wieder zurück muss, aber wir sagen wir hier in Namibia dazu that’s tomorrow’s problem.
Die 100 Meter zum Camp können wir auch laufen. Auch wenn wir im Laufe des Nachmittags mehrmals laufen müssen um alles was wir brauchen zu transportieren.

Mom this is my parking space. Maybe not that smart in the end that I did try to get around the corner, because now tomorrow I have to go again around the corner. Backwards. But you know what? That’s tomorrow’s problem 😉
We walk the last 100 meters up to our campsite. During the afternoon a few more times to fetch whatever we need to braai and sleep overnight.

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Jetzt wird erst mal entspannt.
Diese Landschaft. Die Weite. Die Farben. Das grün mit dem roten Sand. Und dann der blaue Himmel. Einfach herrlich. Und diese Stille. Keine menschenseele weit und breit. Nur wir. Und die Vögel. Und zahlreichen Antilopen. Eidechsen. Die Natur.

Now it’s time to relax.
This scenery. This vastness. The colours. The green with the red sand. And then the blue sky. The silence. No human being anywhere in this area. Just us. And the birds. Some antilopes. Lizards. The nature.

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Unser Camp ist simpel aber mehr als genug. Eine Toilette mit dem schönsten Ausblick ohnehin. Blick über die Kalahari. Dusche mit Waschbecken. Und dann ein Zelt mit Aussichtsplattform. Und zwar was für eine Aussicht. 360 Grad Rundblick beschreibt es nur halb. Gigantisch.

Our camp is quiet basic but it’s more than enough. A toilet with the most gorgeous view. Over the Kalahari. Shower with sink. And then the tent with view point. 360 degree view over the african savanna.

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Mama du wolltest in der Kalahari wandern gehen. Ich glaube heute ist der richtige Tag dafür. Der Wind weht leicht aus Südost. Der Sand ist heiß. Barfuß laufen ist keine Wahl. Also Flip Flops an und los geht’s. Querfeldein. Durch die Savanna.

Mom you wanted to hike through the Kalahari. Think this is the right day for it. Light breeze from South East. The sand way to hot. Walking barefoot is not an option. Flip-flops will work. Across the country. Through the savanna.

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Ich kann mich einfach nicht sattsehen. Traumhafte Landschaft. Das zart grüne Gras. Der rote Sand. Der Wind der dich abkühlt. Einfach perfekt.

I can’t get tired of looking at it. The stunning scenery. The verdurous grass. The red sand. The wind cooling us down. Just perfect.

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Springböcke sind in der Ferne zu sehen. Und eine Herde Schafe. Direkt an unserem Camp haben wir 4 Eland Antilopen aufgescheucht. Sie sind einfach da. Die Tiere.

Some springboks in the far East. A herd of sheep’s. And then right at our camp were 4 eland antilopes as we arrived. They are just there. The animals.

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Auf dem Rückweg schauen wir an den Horizont doch glauben noch nicht so recht was wir später im Zelt hören können. Gewitterwolken. Regenwolken.
Unbesorgt wird erst mal ein Feuer gemacht. Einige Unstimmigkeiten tauchen auf darüber wie wir das Feuer entzünden, da wir die Feueranzünder im Auto gelassen haben. Aber wir laufen nicht zum Auto nur deswegen. Es liegen genügend trockene Büsche und Äste herum. Mama entscheidet sich für die Äste mit Dornen. Wie auch immer. Am Ende brennt das Feuer. Und ich bereite Mama einen Kürbis im Namib Style zu.

On the way back we can see on the horizon what we don’t believe yet. Rain clouds.
Without worrying about anything we start the fire. Fight a bit about how to light the fire. But whatever. The fire is on. I’m preparing a gem squash for mom in namib style.

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Das letzte Stück des guten Oryx Steak ist noch nicht gegessen als es anfängt. Das Blitzen fern am Horizont.

Didn’t eat the last piece of Oryx steak yet as the show starts. Lightening on the horizon.

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Im Sonnenuntergang kann man Regen am Horizont erkennen. Er scheint aber weit weg zu sein. Über die Dauer einer weiteren Stunde können wir zahlreiche Blitze am Horizont erblicken. Manche erhellen den kompletten Himmel auf. Meine Kamera streikt. Ich bekomme nur ein paar Bilder hin. Es sieht aus als wäre es Feuer, aber es sind die Blitze in der Ferne. Da der Wind so stark aus entgegen gesetzter Richtung weht kann man keinen Donner hören.

In the sunset we can see the rain on the horizon. It seems to be quiet far from us. Over the following hour we can see spectacular lightening. Some light up the entire sky. My camera refuses to work. Just get a few pictures where it looks like a fire is on the horizon. The wind is blowing so strong from east that we can’t hear the thunder.

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Erst als wir ins Zelt kriechen hören wir das erste Donnergrollen. Und uns wir langsam klar, dass das Gewitter in unsere Richtung zieht. Eigentlich wollte ich mit meiner Matratze auf der Plattform unterm Sternenhimmel schlafen. Da der nicht zu sehen ist habe ich mich doch fürs Zelt entschieden. Die ersten Tropfen sind zu hören. Ich renne aus dem Zelt. Rieche den Regen. Ein herrlicher Duft. Und fühle ihn auf der Haut. Tolles Gefühl. Es hat etwas von einem leichten Sommeregen in Deutschland. Nur viel intensiver.

Only late at night as we go into the tent we hear the first thunder. Seems like the storm is coming into our direction. I actually wanted to sleep on the platform on top of the tent under the starts, but I changed my mind. No stars up there. We can hear the first rain drops. I jump out of the tent. It’s true. I can smell it. How amazing. The smell of rain. Feel it on my skin. Kind of like a summer rain in Germany. Just much more intense.

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Mit diesen Gedanken und Geräuschen schlafe ich ein.

I fall asleep with these thoughts, the sound in my ears and the smell in my nose.


3 Gedanken zu “Mit Flip Flops durch die Kalahari

  1. great article, wonderful and very sennsibel shots I’m so jealous so herlichlandschaft natural, it gives our soul and spirit more power, wiggle under their feet wonderful plants they have just as much power as their environment !!!!
    thank you very much and have a nice time and a nice weekend !!!se/nz

    Gefällt 1 Person

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