Sand, Wind, Pferde und ein Springbock als Haustier – die Kalahari

Um kurz nach 8 kommt meine Mama mit dem Koffer durch die Türe. Ab ins Auto und los geht’s. Ich muss kurz nochmal anhalten damit sie sich umziehen kann. Es ist heiß hier in Windhoek. Kaum steigt sie aus dem Auto habe ich ihre Aufmerksamkeit auch schon verloren. Ein Schwarm von Vögeln fliegt am Auto vorbei. Mamaaa ich will losfahren. Windhoek so schnell wie möglich hinter uns lassen. Es geht Richtung Süden. In die Kalahari. Das erste Mal halten wir in Kalkrand. Auftanken, denn wer weiß wann die nächste Tankstelle kommt. Und Reifendruck herunterlassen. Wir werden nämlich jetzt nach Osten abbiegen und nur noch auf Schotter weiterfahren. 1,7 Bar in die Reifen bitte, danke. Mama holt sich einen Kaffee im kleinen Shop. Dann geht es los. Erst jetzt macht es mir Spaß. Schotterstraßen sind meine Lieblinge. Kein Verkehr. Nur manchmal muss wegen einer Antilope oder einer Kuh abbremsen.

My mom walks through the door a few minutes past eight. Finally, I waited long enough at the airport. Let’s jump in the car and start our road trip. I have to stop again because my mom has to change her clothes into light ones. Yes it’s quiet hot in windhoek. The moment she steps out of the car I loose her attention. Some birds fly by. And my mom behind them. I really wanna leave now. I would like to leave windhoek as soon as possible behind us. Drive South. Into the Kalahari. First stop is in Kalkrand. To fill up the car with petrol and blown down the tyres to 1,7. Mom grabs a quick coffee and then we turn east onto the gravel road. Now the fun starts. No more traffic. Just have to stop now and then to let a springbok or cow cross the road.

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Die ersten Sandünen kommen zum Vorschein. Es geht auf und ab. So wie die Dünen sich breitgemacht haben. Die Kalahari.

The first sand dunes appear. The road goes up and down with the scenery. The Kalahari.

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So wie ich anhalte um ein Foto zu machen steigt Mama mit dem Fernrohr aus. Sucht und findet allerlei unterschiedliche Vogelarten.

The moment I stop the car to take a picture mom jumps out with the binoculars around her neck. Bird watching.

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Nach 40 Kilometern biegen wir wieder nach Süden ab. Mama hat jetzt herausgefunden wo wir hinfahren. Ins Bagatelle. In dieser Lodge hat sie letztes Jahr schon auf der Safari mit Chameleon übernachtet. Ich wollte ja nicht dieselbe, aber alle anderen waren ausgebucht. Wir entdecken die ersten Gnus. Die Straße verändert sich. Was ist das rote? Uuh das ist Sand. Mit Schwung fahre ich durch das kurze Stück Sand. Ich glaube ich muss jetzt doch mehr auf die Straße achten. In jeder Kurve oder Flussbett tauchen sandig weiche Stellen auf. Solange ich die Geschwindkeit aufrecht erhalte werde ich es mit meinem Lieblings-Polo hindurchschaffen. Meine Mama kümmert sich kaum darum. Bemerkt dass es sich an diesen Stellen so anfühlt als würden die Reifen nicht greifen. Richtig erkannt. Im weichen Sand habe ich keine Kontrolle über die Reifen. So als würdest du auf der Autobahn Aquaplaning haben. Es geht bergauf. Im letzten Moment erkenne ich den weichen Sand. Tiefen Spuren von den letztes Fahrzeugen. Zu tief für meinen Polo. Ich weiche nach links aus und fahre am Rand durch den Sand. Schaffe es gerade noch auf die Kuppe bevor die Reifen auf dem Schotter wieder greifen. Das war knapp. Mama sagt dann „Im Bagatelle kommt noch viel tiefer Sand“. Ich ignoriere ihren Kommentar. Sie fährt hier nicht. Und ist letztes Jahr auch nicht selber gefahren. Wovon sie spricht keine Ahnung.

After 40km we turn South again. Mom figured out in the meantime where we’re going to. The Bagatelle. A beautiful Lodge where she stayed last year already while being on the southern swing with Chameleon Safaris. I didn’t wanna book the same, but all the others fully booked and according to friends this is a really nice lodge. Why is the road turning red ahead of me? Guess that’s sand. Uh yes, quiet soft. Need speed to get through it. I guess I have to pay attention now. My mom can’t get bothered. She’s enjoying the landscape. Just mentions that it feels like the tyres don’t grip now and then. Well recognised mom. It’s as if you have aquaplaning while driving on the highway. Same feeling. It’s going uphill. In the last moment I realise the soft sand and the deep tracks through it. Way too deep for my Polo. I avoid it by going to the left side of the road. Hoping for the best. And I just make it to the moment when I can feel the tyres getting grip again on the gravel. Made it. Mom says something about deep sand and more of it at the lodge. Whatever. What does she know.

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Wir kommen am Tor zur Lodge an. Der Mann stellt uns ein paar Fragen. Füllt ein Formular aus. Ich unterschreibe. „It’s soft sand ahead of you, is difficult with a small car.“ Richtet er sich an mich. Ich frage ihn wie weit der Weg ist. 3 Kilometer meint er. Hmmm. „That Truck yesterday didn’t make it.“ Er zeigt auf den Tourbus neben dem Gate. Ähm, ich schaffe auf die dicken Reifen und denke an meine dünne Reifen und wie tief der Polo liegt. „Well what would you say, can I make it?“ Frage ich. „Just drive fast. Like 60kph„. Danke und schon beschleunige ich. Meine Mama kommentiert, dass auf dem Schild vor mir maximal 30km/h steht. Ich ignoriere das jetzt Mal. Und das erste Mal seit Anfang der Fahrt schweigt Mama. Sie sieht wohl die Konzentration in meinem Gesicht. Die Anspannung in meinen Armen und Beinen. Erst geht es bergauf. Dann bergauf und um die Kurve. Ich weiß jetzt was sie meinte mit weiterem dicken Sand. Die Lodge. Geschafft. Ich steige aus. Mit weichen Knien. Das war jetzt harte Arbeit. Ich hatte erst morgen die erste Herausforderung erwartet. Dachte nicht, dass wir heute schon durch den Sand fahren.

We arrive at the gate to the lodge. A worker asks a few questions. Have to fill in a form. „It’s soft sand ahead of you, is difficult with a small car.“ He’s telling me. I ask him how far it is. About 3km. He’s pointing at the tour truck next to the gate and says that he didn’t make it yesterday. But that truck has good ground clearance and thicker tyres than my Polo. Well, tell me, can we make it? He just says we should drive fast, about 60kph. Not so easy because the road starts 10 meters ahead of us and we’re already on sand. But thanks for the advice. And there I go. Mom points at the sign that says max. 30kph. Well I really don’t care what that sign says right now. And mom doesn’t say anything for the rest of the 3km. Haven’t ever had her so quiet for such a long time. She probably sees the concentration in my face. And the tension in my arms and legs. Up the hill. Around the corner. Just don’t stop. Keep on going. I understand now what my mom meant with there will come more sandy roads. The reception is ahead of us. We made it. I get out. My legs feel jelly-like. Didn’t expect this today. Thought it would be an easy drive. Staying at a lodge. No work.

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Jetzt erst Mal entspannen. Ein Savanna aus der Kühltasche. Ich lache über unser kleines Auto neben all den dicken Gefährten. Stolz auf meinen Polo.

But now it’s time to relax. Get the Savanna out of the cool box. I smile about our tiny car next to all these big 4x4s. Proud of my Polo.

Während wir warten bis unser Chalet bereit ist kühlen wir uns im Pool ab. Schwimmen eine Runde. Beobachten Erdhörnchen und ein Eland am Baum neben uns. So nah das Wild. Herrlich.

While I’m waiting until our chalet is ready we cool down in the swimming pool. Spot the Eland under the tree all these ground squirrels running around.

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Wir fahren zum Chalet auf der Düne. Heute leisten wir uns etwas. Ein deutscher Tourist wirft einen Kommentar über unser Auto herüber. Ja, kann nicht jeder mit einem Polo durch den Sand fahren.

We’re driving to out chalet on the dune. Something fancy for tonight. After 10h flight for my mom and hours of driving for me coming from the coast. A German tourists comments on our big car and how we got here. Well you need some skills for that. Definitely not boring 😉

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Und die Überraschung. Unser Chalet hat einen eigenen Pool. Im Ernst? Ja, mit exklusivem Blick auf die Dünen. Das Hinterland. Springböcke laufen vorbei. Herrlich.

What a surprise! Our chalet has its own swimming pool! I didn’t know that. With an exclusive view to the dunes. I didn’t expect it being so stunning. Beautiful.

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Ich entdecke zwei Strauße. Auch die sind auf dem Weg zur Wasserstelle. Die gleich vor uns liegt.

Two ostriches on the way to the water hole.

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Mein Highlight des Tages ist ein Miniwirbelsturm, der über unsere Terasse fegt. Er nimmt die Jeanshose und den Schal mit. Mama rennt. Die Jeanshose fällt quasi hinter dem Chalet in den Sand. Sie ist zu schwer. Wo ist mein Schal? Ich schaue in den Himmel. Und muss lachen. Etwa 200 Meter über dir Mama. Der Wirbelsturm hat ihn hinaufgesaugt. Jetzt zieht er nach Osten. Der Wirbel versiegt. Wo ist er? Mama rennt im Bikini. Querfeldein. Durch die Savanna. Auf der Suche nach ihrem Seidenschal.
Herrlich. Ich genieße das jetzt wirklich. Ich glaub ich brauche erst Mal ein Savanna…

My highlight of the day is a tiny whirlwind that is blowing over our terrace. Taking moms jean pants and her scarf with. Mom starts running. Picking up the pants just next to the chalet. They were to heavy. Where is my scarf? Is she asking. I look up in the sky. And start laughing. It’s up there mom. About 200 meters above the ground. In the middle of the whirlwind. He’s flying east. Eventually the wind dies down and then there is that. Mom running in the swimming suit. Cutting across the country. Through the savanna. In the Kalahari. Looking for her scarf. Excuse me, but this is pretty funny. I love it. Think I need a Savanna now.

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Um 5 Uhr steht der erste Programmpunkt an. Reitsafari.

At 5pm is our first appointment. A horseback safari.

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Eine Dame bringt uns zu den Pferden. Sie kommt aus Frankreich. Also unterhält sich meine Mama mit ihr auf Französisch. Meine Mama spricht fließend Französisch da sie seit 20 Jahren in einer französischen Vorschule arbeitet. Na danke. Jetzt bin ich in der Kalahari, muss Französisch hören, mich mit dem anderen einheimischen auf englisch unterhalten und mit meiner Mama in meiner Muttersprache. Wir sind zu viert und 3 Sprachen werden benutzt. Bin im Urlaub Mama. Ich muss bei der Arbeit immer zwischen Sprachen wechseln. Interessiert sie nicht.

A lady brings us to the horses. She’s from France. And mom talks straight away in French with her. Since she is working since 20 years in a French preschool is her French much better than her English. Thanks mom. I’m in the Kalahari. Hearing French from the front, talking to the guide in English and with my mom in a third language. That’s what I have to do often at work. But in holiday time.

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Gemütlich geht es los. So langsam dass meine Mama Zeit hat nach Vögeln Ausschau zu halten und ihr Pferd die Chance nutzt um zu grasen. Ich lass den ein oder anderen Kommentar fallen. Sie stört sich daran natürlich nicht. Genießt die Tatsache dass sie die Vögel aus einer anderen Perspektive betrachten kann. Ich bin glücklich, dass meine Mama das Reiten genießt. Etwas was sie noch nie wirklich getan hat. Ich wollte einfach keinen 0-8-15 Game Drive buchen. Den hat sie letztes Jahr mit der Tourgruppe schon gemacht.

We start in a speed so slow so that mom has time to check out the birds and her horse has time to eat grass. Doesn’t bother my mom. She enjoys the fact that she can watch the birds from a higher point of view. I am happy that my mom is enjoying the horse riding. Didn’t wanna book her on a normal game drive. She’s done that in this lodge last year. This time something different.

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Wir sehen vielleicht nicht so viele Tiere, dafür können wir die atemberaubende Landschaft in uns aufsaugen. Die wunderschöne Savanne. Grünes Gras. Einige Bäume und dann die leuchtend roten Sanddünen. Einfach traumhaft. Nicht zu vergessen all die Springböcke die darin herumspringen sowie die Strauße denen wir begegnen. Anders als die letzte Horseback Safari die ich vor 3 Jahren im Okavango Delta gemacht habe. Ich bin damals nach 10 Minuten durch das Delta galoppiert ohne wirklich zu wissen wie man reitet und es gerade gemeistert im Sattel zu bleiben. Anders weil wir nur im Schritttempo unterwegs sind und anders weil meine Mama dabei ist. Ein schönes anders.
Schaut euch nur diesen Sonnenuntergang an! Sundowner auf der Düne bevor wir uns auf den Rückweg machen.

We might have seen a bit less animals than on a game drive, but instead we had lots of time to enjoy the breathtaking scenery. The beautiful savanna. Green grass. Trees and the red sand dunes. Don’t forget all the springboks and ostriches we spotted along the way. It is different than my last horseback safari 3 years ago in the okavango delta. After 10 minutes I was cantering through the delta without really knowing how to control my horse. Just made it not to fall off. It’s different because we only go in walking speed. And different because this time my mom is with me. It’s a nice different.
Sundowners on the dune before we head back to the lodge.

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Zum Abendessen sind wir zurück in der Lodge. Eine Oryx Antilope läuft zwischen den Tischen hindurch. Sie überlebt nur, weil das zarte Kudu Fleisch vom Grill doch echt gut schmeckt. Als der Nachtisch serviert wurde kommt das Eland wieder näher. Es steht jetzt auf der Terasse. Sagt guten Abend. Etwas andere Haustiere.

We’re back at the lodge for dinner. An Oryx is walking around between the tables. It only survives because the kudu steak we get served from the braai is delicious. As we get served the dessert the Eland comes back. Hangs out at the terrace of the lodge. Says good evening to us. Kind of different pets over here.

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So wie ich mein neues Objektiv für die Nachfotografie testen will braust ein Sandsturm heran. Ich eile zurück in unseren Chalet. Dann eben nicht. Keine Milchstraße heute Nacht. Wolken und Sturm verhindern es.

The moment I take out my new lense to take some pictures of the stary night a stand storm picks up. I run back into the chalet. Guess that is not happening tonight. Clouds and storm prevent it.

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Am nächsten Morgen geht es auf Cheetah viewing. Die Lodge hat 3 Geparden Waisen aufgezogen. Zwei leben noch. Etwas alt und faul, aber wer wäre das nicht wenn man unter solch Bedingungen lebt.

Early morning we get up for cheetah viewing. The lodge takes care of three orphan cheetahs. They are old in the meantime. And lazy. But who wouldn’t do that in such a great surrounding.

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Ein großes Gähnen erinnert uns daran wie früh es ist.

A big yawn reminds us how early it still is.

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Zeit fürs Frühstück 😉

Time for breakfast!


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