Fremde Kultur: deutscher Fasching

Fasching. Teil der deutschen Kultur. Für die eine Hälfte. Für die anderen eine Jahreszeit in der Narren auf der Straße tanzen und schreckliche Musik laufen lassen. Der Fasching teilt Deutschland entzwei. Entweder man liebt ihn, verkleidet sich, tanzt und singt oder man hasst ihn und verkriecht sich für die Faschingszeit.

Fasching. Part of the german culture. For half of the people. For the other half it is a horrible time of the year where crazy people walk in costumes through the streets and play weird songs. The german carnival splits Germany in two. Either you love it and you go with it or you hate it and hide at home.

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Ich liebe Fasching. Mit den Freunden Spaß haben. Glücklich sein. Dawie’s erster Kulturschock. Naja so halb. Er kennt ja schon den deutschen Fasching in Namibia, der nicht so anders ist wie der in Deutschland. Nur etwas kleiner. Fasching verbinde ich auch immer mit Handball. Weil ich mit meiner Handball Mannschaft auf den Fasching gehe. Und wir glühen gemeinsam vor. Mit meinen Mädels. Are there gonna be any guys? Wahrscheinlich nicht. Awesome! Ja, beim vorglühen wird es nur meine Mannschaft sein. Vorglühen. Das Wort habe ich ihm schon mal beigebracht. Es ist nämlich Teil der deutschen Party Gesellschaft. Etwas zu hause bei Freunden trinken bevor man ausgeht. Alkohol auf den Partys ist nämlich teuer. Dawie hat sich Stuttgarter Hofbräu gekauft. Ihm gefallen die Flaschenhälse. So etwas hat er noch nicht gesehen. Meine Mädels zeigen ihm wie man die Flasche öffnet, so dass es das Knallgeräusch macht. Er freut sich daran wie ein kleines Kind. Die Unterhaltung mit den anderen ist mal mehr mal weniger. Wir lachen viel. Während die Mädels sich schminken schaut Dawie deutsches Fernsehen. Eine Tanzshow. Let’s dance. Was Mädels halt so anschauen.
Would you mind if I go out for a smoke. Fragt Dawie meine Freundin.
„Yes“ antwortet sie. Dawie lacht oh you do mind? „Yes“ sagt sie wieder.
Ich übersetze für sie und erkläre, dass Dawie gefragt hat, ob sie etwas dagegen hätte, wenn er auf der Terrasse eine Zigarette raucht und sie antwortet mit ja. Alle lachen.
Um 10 machen wir uns dann auf den Weg. In die Sporthalle Wolfschlugen. Der Fasching ist in vollem Gang. Und ich werde von allen Seiten von kreischenden Mädels begrüßt. Ja über ein Jahr habe ich die meisten nicht mehr gesehen. Und manche wussten nicht einmal, dass ich gerade in Deutschland bin. Dawie hat herausgefunden wie er am effizientesten an der Bar vorgeht. Zwei Bier bitte ja? Das namibische deutsch kommt durch. Wir sind auf der Tanzfläche. Dawie tanzt auf Helene Fischer, die Höhner und andere deutschen Schlagersänger. Do you know these songs? fragt ihn Katrin. Nein. Meine Mädels sind begeistert wie er auf die deutsche Musik tanzt ohne eine Wort zu verstehen. Man muss sich auf den Fasching einlassen, dann hat man Spaß. Erwidert Dawie.

I love the carnival. Having fun with friends. And now it’s the first culture shock for Dawie. Kind of. He knows the carnival from Swakopmund. It is not so different from the one in Germany, just a little bit smaller. I connect Fasching always with Handball. Because I would go every year with my handball team to the Faschingsparty. First we meet up at one of us at home. Vorglühen. Dawie learned that word already. „Pre drinking“ before you go to a party. Dawie bought a bottle of Stuttgarter Hofbräu. He likes the form of the bottle. My friends show him how to open this bottle so that it makes a popping sound. He smiles like a little child now when he opens it. We laugh a lot. While the girls put make up on, Dawie is watching TV. German TV. „Let’s dance“. A dancing show.
Would you mind if I go out for a smoke.“ Dawie is asking my friend.
She answers „yes“! Dawie is laughing „oh you do mind? And she says „yes“ again. I translate and understand the misunderstanding between the two. Everybody is laughing.
Around 10 o’clock we walk down to the gym. That is where the party is going on. Dawie figured out how he is gonna be the most successful on the bar. „Zwei Bier bitte ja?“ The Namibian german is coming out.
We are on the dance floor. Dawie is dancing to old German pop songs. A friend of mine is asking him if he knows these songs. „Nein“ is his answer. My friends are impressed how he is enjoying the music without understanding it. Dawie replies „you have to let oneself into carnival to enjoy it“.

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Die Höhepunkte des Einlaufs der Musikgruppe sowie der Hexentänze gefallen ihm besonders gut. Aber ihr hättet seine Augen sehen sollen als das dreifache Helau gerufen wurde. Mit einem Blick schaut er mich an what was that? Heil Hitler? NEIIIN. Wir haben Helau gerufen. Helau, heil, sounds all the same. And the move with the hand – exactly the same!  Ich versuche dagegen zu argumentieren, aber so richtig erfolgreich bin ich nicht. Schließlich ist er derjenige, der zeigt wie unser Faschingshelau nach außen wirkt. Interessante Ansicht.

The highlights of the dancing group and the music group are his favorite part.

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Er zeigt wirkliches Interesse am Fasching. An den Traditionen. Ich freue mich, wie er mitmacht. Und lache wenn ihn betrunkene Mädels anquatschen und er nichts versteht was sie sagen. Später meint er noch german girls are everything else than shy. It’s impressive how many of them came to me and spoke to me. But they just wouldn’t believe me that I am from Africa. I didn’t even say Namibia, because most of them wouldn’t even believe me that I am from Africa and have never heard of Namibia. Ja das ist ein Punkt, den ich von diesem Abend mitnehme. Wo ich mich für mein Land schäme. Für unser Bildungssystem. Keine der Personen, mit denen er gesprochen hat wollten ihm glauben, dass er von Afrika ist. Weil er nicht schwarz ist. Und nein, das sind nicht meine Worte. Das wurde ihm gesagt. You can’t be from Africa because you are not black! Hallooooooo? Wo ist eure Allgemeinbildung? Schon mal von europäischen Kolonien in Afrika gehört? Von der Afrikaans Kultur gehört? Entschuldigung natürlich nicht. Denn was wurde euch 10 Jahre lang im Geschichtsunterricht beigebracht. Der zweite Weltkrieg. Auf deutsch, französisch und englisch. Von oben, unten, vorne und hinten. Aus der Sicht der Amis, der Engländer und der Franzosen. Aus der Sicht der Frauen. Aber nur damit ihr wisst. WIR deutschen waren Schuld. Ja, da kann ich mich dran erinnern. An unseren Geschichtsunterricht. Aber nicht an afrikanische Länder. Das ist nicht wichtig. Und so laufen jetzt 20 jährige Deutsche herum und glauben einem gebürtigem Namibier nicht, dass er aus Afrika ist, weil es in Afrika nur schwarze gibt. Ich weiß nicht wer heute mehr gelernt hat. Dawie, dass die deutsche Jugend keine Weltbildung hat oder die Deutschen, dass es weiße Afrikaner gibt.
Aber vergesst nicht, es ist Fasching – also verkleidet euch und habt Spaß!

„German girls are everything else than shy. It’s impressive how many of them came to me and spoke to me. But they just wouldn’t believe me that I am from Africa. I didn’t even say Namibia, because most of them wouldn’t even believe me that I am from Africa and have never heard of Namibia.“ Yes that is one thing I am very disappointed of. Of the general knowledge of the germans. Of the education system in this country. How is it possible that young people around 20 years old have never heard of European colonies on the african continent? Of white people living in Africa? Come on guys, you should have that much knowledge. But I went through this schooling system as well. I do remember what they thought us 10 years long in the history lessons. 2nd world war. From the beginning to the end. Forwards and backwards. In German, in French, in English. Up and down. From the point of view of the Americans, the French or the women in general. But nothing about the african continent. And that is why there are walking 20 year old germans around who do not believe a namibian man that he is from Africa because he is not black.
But let’s ignore it for now and enjoy the german „Fasching“.

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