Geburtstagsparty im Nirgendwo

Deutsch? Englisch. Yeah let’s write the article in English, so that my friends can understand it as well, without Google translate. Oder doch lieber Deutsch? Meine Freunde und Verwandten daheim lieben den Blog für die Art und Weise in der ich schreibe. In deutsch. Und schreibe ich nicht für sie? Für wen schreibe ich eigentlich? For myself. And that’s how I feel like right now. I feel like thinking in English. Let’s write in English. Aber ich lade eh nur Fotos hoch, also wird es egal sein in welcher Sprache ich kommentiere. Also Deutsch. But Martin asked me specially for it to please write in English, so that he can understand what I write about him. Wieso mache ich mir eigentlich so viele Gedanken darüber in welcher Sprache ich jetzt schreibe? I shouldn’t give a **** about what people think about me. Or about what I do. Or say. Or in what language I am writing. Either you gonna understand it or not. That’s your problem. Not mine. Bin ich schon wieder zu gemein? Verdammt worüber brabbelst du eigentlich? Wer interessiert sich für deine nervigen Gedanken. Du wolltest über den Geburtstag schreiben. Oder was auch immer. But that are my thoughts right now. Ja das bin ich. Zweigespalten in zwei Sprachen. Halb deutsch halb englisch sprechend. Denkend. Handelnd. And then I got this Facebook message from my boss. Wow. That’s exactly how I feel right now. Denken in Deutsch!

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Also nochmal von vorne. Worum ging es? Achja. Dawie’s Geburtstag. Vor einer Woche oder so hat er erwähnt, dass sein Geburtstag bald kommt und er campen will. When is your birthday? Monday? So let’s do it! War meine Antwort. Hier ist es immer etwas schwer etwas zu organisieren. Also eigentlich ist es ganz einfach. Weil eigentlich gibt es nichts zu organisieren. „Des, Bruns, Martin, Peter listen now. We are going camping. On Monday!“ Fertig. Das Meisterstück. Wow. Und zwei Tage später meldet jeder, dass er Montag und Dienstag frei hat. Ich nicht. Ich habe mit Ach und Krach Dienstag frei bekommen. Macht nix, denn ihr kommt eh nicht vor 14 Uhr in die Gänge. Und dann bin ich fertig mit Arbeiten. Geburtstag vorbereiten? Ähm was? Wisst ihr, wenn wir hier einen Geburtstag feiern ist das etwas anders als daheim in Deutschland. Dort würden wir erst eine Party daheim planen. Snacks aufwendig vorbereiten. Cocktails mischen. Musik herunterladen. Anständig anziehen. Dann die Haustür schließen und durch die Klubs ziehen.
Hier gehen wir ins Nichts. Zum Geburtstag feiern.

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Mit Matratze, Kissen und Schlafsack. Und meiner Kamera. Was ist mit den Snacks? Biltong gekauft. Und meat. Für den Braai. Cocktails? Wir haben Tequila. Und eine Ananas. Und trinken sowieso Bier. Musik? Wir haben Handys, die wir eh nicht nutzen können, weil wir keinen Empfang haben. Anziehen? Hab den Bikini an. Barfuß. Reicht das nicht? Und was ist mit den Discolichtern? Look at the freaking amazing stars? There are no better party lights than an african sky. Also alles organisiert. Naja fast. Noch arbeite ich. Stehe oben auf der Düne mit einem einjährigen Baby auf dem Arm während ich den vier heißen Jungs beim Düne hochlaufen zuschaue. Moment, WHAT? Ähm ja genau. Das deutsch-französische Paar stand mit einem toddler und einem 4 jährigen vor dem Hotel. Are YOU coming sandboarding? Ja, na gut. We’ll make a plan. So beschäftige ich die beiden Kleinen, damit Papa und Mama boarden können und habe das Baby auf dem Arm, während ich den Jungs erkläre wie man eine Kurve macht. I got this.
Es ist 5 vor zwei als ich unter die Dusche hüpfe. Die Jungs mögen es nämlich nicht, wenn ich irgendwo auftauche und Sand auf mir habe. Damn it, the sand is part of me!
Dawie ruft an und fragt mich wo ich bin. Sie sind gegenüber in Spar und wollen wissen ob ich etwas brauche. Meat and beer. Thank you! Aber ihr seid was? Seit wann seid ihr fertig bevor ich es bin? Ihr seid nie fertig. Ich warte immer auf euch. Organisiere das Timing. Aber wow. Ich schnappe meine Matratze und hüpfe hinten auf den Bakkie. Where are going? To the Arche like always? „No we are going to mad max.“ Awesome. Was neues, dann los geht’s. Auf- und abhüpfend in dem Wagen fahren wir durch die Schluchten des Swakop rivers. Peter, der mit mir hinten zwischen Matratzen, Kühltasche und Rucksäcken die Fahrt verbringt bemerkt „I hope that Martin won’t get stuck here.“ Naja, wirklich steckenbleiben können wir hier nicht, denn da ist kein weicher Sand. Wir können höchstens an einem Felsen hängen bleiben. „Wouldn’t be cool either.“

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Da sind wir. Mitten im Nichts. In der Steinwüste. Oder ist es einfach nur ein trockenes Flussbett? Wie auch immer du es nennen willst, es ist mein zu Hause. Es ist nicht weniger besonders als damals als ich es das erste Mal sah, aber es ist jetzt auch Heimat für mich. Eine besondere Heimat. Ich fühle mich hier immer wohl. Im Flussbett. Mit Freunden. Fernab von jeglicher Zivilisation. Oder Rezeption. Kein Handy. Nur wir. Die Sonne. Der Sand. Die Felsen.

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Die Jungs spielen wie Kinder mit dem Echo zwischen den Felswänden während Des meinen Rücken mit 50er Sonnencreme bedeckt. 50? Ja, 50. Ein paar Tage zuvor kam ein deutsches Mädel auf die Düne und antwortete auf meine Frage ob sie sich mit Sonnencreme eingeschmiert hat mit „ich bin schon seit 3 Monate in Afrika und brauch keine mehr“. Da wusste ich nicht ob ich weinen oder lachen soll. Ja, manche lernen es nie. Das hat meine Mama immer über mich gesagt.

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Aber hier bin ich jetzt. In Namibia. Auf einer Matratze. Mitten in der Wüste. Mit 50er Sonnencreme auf dem Rücken.

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Während wir dort sitzen und die Ruhe genießen, stellen wir fest wie schwer unser Leben doch ist. Look at that, we don’t even have water! Aber Bier und das sollte reichen. Schließlich müssen wir Wasser sparen. Und wer braucht schon einen Pool, wenn man eine ganze Wüste haben kann?

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Und während ich versuche den Sonnenuntergang mit meiner Camera einzufangen erkläre ich den anderen, dass sie mir verbieten sollen später den Sternenhimmel zu fotografieren. Weil ich bis es dunkel wird zu viel Bier haben werde, um eine Kamera normal zu bedienen. Das letzte Mal habe ich sie komplett verstellt und wusste am nächsten Morgen nicht was mit ihr los war.

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Habe ich schon Mal erwähnt, dass ich jeden einzelnen Sonnenuntergang liebe?

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Des du hast was mitgenommen? Ich glaube es nicht. Wir sind campen. Aber ja, Des hat ihren Wein und ihr Weinglas dabei. Dekadent geht die Welt zu Grunde.

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Sowie es dunkel wird fangen wir an ein Feuer zu machen und fragt mich nicht wie es dazu kam, aber am Ende habe ich gegrillt. Also mit allem drum und dran. Holz auflegen. Asche zurechtlegen. Bierflaschen einsammeln. Apropos Bierflaschen. Da war doch dieses Bild vor einigen Monaten. Von unserem afrikanischen Grill. Bierflaschen in Sand und Grill drauf. Viele haben mich daraufhin gefragt ob und wieso die Bierflaschen nicht platzen bei der Hitze. Heute sind sie. Aber wir haben sie nicht kopfüber in den Sand gesteckt weil wir auf harten Schotter saßen, sondern hingestellt. Mit dem Flaschenboden auf dem Sand. Und Peng. Oh nein! Also habe ich auch die Glassplitter eingesammelt auch wenn alle der Meinung waren, dass die zu heiß sind zum Anfassen. „And how should we make a braai now?“ fragt jemand in die Runde. „You Europeans make a braai out of bricks. Anne you should know how to do it!“ Und schon war ich in der Dunkelheit verschwunden. Und jetzt erinnere ich mich. So begann die ganze Geschichte mit mir und dem Braai. Steine angeschleppt. Steine gestapelt. Grill drauf. Langusten drauf. Langusten? But the crayfish season is over! Jedoch hatte Des noch welche im Gefrierfach. Danach Speck, Steak und das restliche Fleisch gegrillt.

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Und daaaaaaaaaaaaan. Kamen die Sterne raus. I have to take a picture. Und schon laufe ich zum Auto. Anne, your not aloud to touch your camera right now! Ist mir egal ich muss das jetzt schaffen. Und verschwinde für eine halbe Stunde. Fast gebe ich auf. Doch dann klappt es doch. Mein Programm für den Blog schraubt die Qualität der Bilder deutlich herunter, aber dennoch kann man sie sehen. Die Sterne.

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Die Lichter über Swakopmund und den afrikanische Sternenhimmel. Wobei das geht noch besser. Sind noch nicht alle auf Kamera. Aber lass mich das das nächste Mal machen. Jetzt ist es Zeit für Kuchen. Kuchen? In der Wüste? Ja, wenn man einen Bäcker im Freundeskreis hat, klappt das auch.

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Danach kommt der Mond zum Vorschein. Und ja, ich muss es erneut versuchen. Auch wenn das Ergebnis mehr aussieht wie ein Sonnenaufgang als ein Mondaufgang, aber das ist es. The rising moon.

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Muss ich definitiv noch mehr üben. Aber jetzt erst Mal die Matratze hinlegen. Wo ist Norden? Ich will vor unserem southwester Wind geschützt sein. Ich schaue auf das Feuer. Der Wind bläst aus dem Osten. Wieso zum Teufel haben wir Ostwind? Ach ist mir jetzt egal. Ich lege mich auf das Plateau, dann bekomme ich den Wind von allen Richtungen ab.

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Am nächsten Morgen beschwert sich Dawie „Why did it rain last night“.
„It’s did not rain dude!“ antwortet Martin. „Maybe five drops came down, but that’s not rain!“
„Then I got all these 5 drops!“ erwidert Dawie.
„I got 5 as well!“ fügt Peter hinzu.
Ok Kinder es reicht. Es sind wohl ein paar Regentropfen vom Himmel gefallen und das nennt man mitten in der Wüste Regen. Aber nass ist nichts geworden. Und es war verdammt warm. Hab meinen Schlafsack erstaunlicherweise offen gelassen.
Nachdem die Männer ihren Kaffee getrunken und wir alles aufgeräumt haben, geht es auf den Rückweg. Vor Sonnenaufgang. Wieso so früh? Weil keiner lange schlafen kann, weil es so früh hell wird. Und viel zu heiß. Aber es ist kurz nach 7! Setzt mich bitte nicht als erstes ab, sonst muss ich doch noch arbeiten. Lass uns erst irgendwo frühstücken gehen oder so. Martin hält an. Vor meinem Haus. Verdammt. Ich schließe das Tor auf und sehe Beth schon in der Küchentüre stehen „Hello Aaaaaaanne“. Die Art und Weise in der sie es sagt zeigt mir genau was sie will. „Wouldn’t you mind working this morning?“ Während die Jungs mich auslachen springe ich schnell unter die Dusche und stehe um 8:30 im Workshop.
Was zeigt mir das auch? Wie einfach das eigentlich ist. In der ganz normalen Arbeitswoche. Zwischen zwei Arbeitstagen. Kurz mal campen gehen. Mitten im Alltag. Ich liebe es.

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