Sandboarden auf Düne 45

Es ist 5 Uhr als ich Tamara wecke. Es ist noch stockdunkel. Sie hasst mich dafür. Aber das ist mir egal. Ich will heute Big Daddy, die große Düne am Deadvlei, hochlaufen. Und das geht nur bevor die Sonne am Horizont steht. Ansonsten ist es zu heiß mitten in der Wüste. Vor fast genau einem Jahr war ich schon einmal hier. Damals noch als Backpackers auf meinem Trip von Daressalam nach Kapstadt. Mit einer organisierten Safari. Doch bei solch eine Reisegruppe gibt es nie Spielräume für persönliche Wünsche. Weshalb ich damals nur die Hälfte von Big Daddy besteigen konnte. Big Daddy ist ca. 380m hoch und gehört zu denen größten Sanddünen der Welt.

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Ich nehme eine Abkürzung durch das Tal links der Düne, überhole somit die wenigen, die vor mir gestartet sind und steige über den Kamm hinauf. Ich schnaufe wie ein Esel. Dabei dachte ich, dass ich fit im Dünenbesteigen wäre. Aber die hier ist doch etwas höher, als die an meinem Arbeitsplatz. Vielleicht gehe ich auch nicht ganz hoch. Nur soweit, dass ich den Sonnenaufgang bewundern kann.

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Aber kann ich das auf mir sitzen lassen? Erzählen, dass ich angefangen habe ganz hochzulaufen, aber das Vorhaben abgebrochen habe? Ganz sicher nicht.

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Also wende ich die Tricks an, die ich im Sand gelernt habe. Nie hochschauen wie weit es noch ist. Nur in die Fußstapfen vor dir schauen. Gut, da sind keine. Bin heute die erste, die hier hochläuft. Also einfach in den Sand vor meinen Füßen schauen. Ich stelle fest, dass ich barfuß bin. Dabei sollte ich wissen wie heiß der Sand werden kann. Doch meine Socken waren in den Snowboard Boots. Und als der Angestellte meinte ich darf hier nicht Sandboarden, habe ich das Brett und die Schuhe ins Auto geworfen, aber vergessen die Socken mitzunehmen. Naja die Sonne ist zum Glück noch nicht wirklich draußen und somit der Sand noch angenehm kühl. Ist es noch weit? Frage ich mich und schaue hoch. Ich schnaufe noch mehr. Ich glaube, ich wende jetzt die Taktik meiner Oma an. Wenn sie die Skipiste mit ihrem Schlitten hochläuft, macht sie nach 5 Schritten Pause zum Verschnaufen. Ich kann das auch. Eins, zwei, drei, vier, fünf. Anhalten. Hochschauen. Luft holen. Und von vorne. Aber irgendwie komme ich so nicht näher. Eins, zwei,…22, 23,…59,60. Pause. Das war anstrengend. Aber ich bin fast da!

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Und tatsächlich schaffe ich es bis nach oben. In kaum mehr als 30 Minuten! Als erstes werfe ich mich in den Sand. Tamara kann mich von unten sehen.

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Ich sehe nur Sand. Dünen. Und noch mehr Sand. Von West nach Ost und Nord nach Süd. Nichts außer Sand.

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Damit ihr wisst wo ich bin. Der rote Punkt das bin ich mitten in Namib Wüste. Im Westen sieht man den Atlantik.

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Und hier eine nähere Aufnahme aus Google Maps von meiner Umgebung. Ich bin immer noch der rote Punkt. Oben auf Big Daddy.

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Atemberaubende Aussicht.

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Ich fühle mich, als wäre ich hier ganz allein. Nur Dünen und ich. Von hier oben sehe ich keine Autos und die Menschen unten im Deadvlei sehen aus wie Ameisen. Atemberaubend. Ich liebe es.

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Normalerweise bin ich die Person hinter der Kamera. Aber da ich hier alleine bin, muss ich sowohl Fotografin als auch Model sein.

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Nach einer Weile verabschiede ich mich von der Aussicht und renne ins Tal hinunter, wo Tamara schon wartet.

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Das Deadvlei hat seit über Tausend Jahren kein Wasser mehr. Jedoch stehen die Bäume noch. Die toten Bäume. Seit über 1000 Jahren. Normalerweise verfallen abgestorbene Bäume. Verrotten. Nicht diese hier. Die stehen noch. Es ist viel zu Trocken für alles andere.

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Wir machen uns auf den Weg Richtung Düne 45. Die ist jetzt, gegen 10 Uhr, leer. Kurz vor Sonnenaufgang existiert hier eine Massenwanderung wie auf dem Kilimandscharo. Alle wollen von der Düne 45 den Sonnenaufgang bewundern. Danach verschwinden alle im Deadvlei. Da ich das weiß, habe ich unseren Plan umgedreht. Und somit interessiert sich niemand für mich und mein Brett. Außer Tamara. Die kommt diesmal mit. Bis ganz nach oben. Düne 45 hat ihren Namen ihrer Lage zu verdanken. Sie liegt 45 km vom Parkeingang Sesriem entfernt und ist 170m hoch.

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Und das in der Mittagshitze! Respekt meine Liebe!

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Wir genießen noch ein wenig die Aussicht von dort oben, bevor ich herunterfahre.

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Und los geht’s!

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Es ist nicht ganz einfach in diesem roten Sand, aber eine tolle Erfahrung! I love it!

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Auf dem Heimweg laufen uns noch einige Vogelsträuße über die Straße.

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Zurück im Camp erwarten wir staunend eine Regenwolke, die leider an uns vorbeizieht und keinen kühlenden Regen für uns dabei hat. Wir sind 10 Kilometer zu weit südlich dafür. Wir bekommen nur den Sandsturm ab. Augen zu und durch heißt es für uns…

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