Otto der Schakal

Alarmanlage ist eingeschaltet. Tamaras Blick umkreist uns ununterbrochen. Auf der Suche nach Otto und seinen Brüdern entdeckt sie etliche Käfer, Spinnen, Heuschrecken und Ameisen. Ihr kommt nicht mit? Dann langsam von vorne.

image

Es ist kurz vor 8 und ich laufe über die Straße auf dem Weg zum Avis Büro. Das Auto abholen, das hoffentlich verfügbar ist. Ich kam nämlich erst am Samstag auf die Idee das Auto zu buchen, mit dem ich Montag bis Mittwoch mit Tamara durch die Wüste fahren wollte. Und was ist Samstag? Wochenende, was heißt, dass alle Geschäfte zu sind und niemand arbeitet abgesehen von den Sandboardern und Skydivern. Also bekomme ich auch keine Bestätigungsmail. Ist ja niemand da, um zu schauen, ob ein Polonaise in Swakopmund zur Verfügung ist. Aber manchmal habe ich Glück und bekomme am Montagmorgen, das einzige frei verfügbare Auto. Also kann der Roadtrip starten!

image

Snowboard, Matratze, Schlafsack, Kühltasche mit Bier und Fleisch und Kamera werden eingepackt. An der Tankstelle wird der Luftdruck auf 1,8 reduziert und Brennholz gekauft.

image

Nach einer Stunde Fahrt fällt mir ein, dass ich mir nicht mal die Route auf der Karte angeschaut habe. Aber so schwer sollte das nicht sein. 300km Richtung Osten und dann noch etwas mehr als 150km Richtung Süden. Insgesamt zwei Mal abbiegen. Sollte ich hinbekommen.

image

Nach rechts und links Ausschau haltend teile ich Tamara, meiner Freundin aus der Schweiz mit, wo die Vogelsträuße, die Springböcke, Zebras oder Oryx sind.

image

Die meisten verschwimmen im Flimmern der Wüstenhitze.

image

Ich liebe diese Landschaft. Diese endlose Weite. Kein Dorf auf der gesamten Strecke.

image

Manche verwirrende Wegweiser.

image

Über enge Passstraßen geht es bergab in trockene Flussbetten.

image

Und manche Ecken haben tatsächlich grüne Pflanzen zu bieten.

image

Ich liebe diese Straßen. Kaum Verkehr. Hinter jeder Kurve etwas Neues zu entdecken.

image

Abwechslungsreiche Landschaften.

image

Die Namib Naukluft Berge. Wunderschöne. Ich liebe sie!

image

Ich liebe dieses Land. Namibia.

image

Dann sind wir da. Am Gate des Namib Naukluft Parks. Sesriem Campsite. Unser Schlafplatz für die nächsten zwei Nächte.

image

Mitten in der Wüste.

image

Matratzen aus dem Auto. Nachtlager fertig. Schließlich will ich unter dem afrikanischen Sternenhimmel schlafen, denn es gibt nichts schöneres über dir, als ein Zeltdach voller Sterne.

image

Es ist verdammt heiß. 40 Grad im Schatten. Vermutlich mehr, da der Wind es kühler erscheinen lässt. Deshalb gibt es jetzt nur einen Plan. Ab in den Pool! Ich weiß, es ist etwas verwerflich mitten in der Wüste im Pool schwimmen zu gehen in einem Land, das ab Oktober kein Wasser in der Hauptstadt mehr haben wird. Aber das Wasser ist eh im Pool. Ob wir drin sind oder nicht! Also eine Runde planschen. Und abkühlen. Wir beschließen Bier statt Wasser zu trinken, da wir wegen dem Poolbesuch schon zu viel Wasser verschwendet haben. Und weil Bier billiger ist als Wasser. Ihr glaubt das ist ein Scherz? Nein, das stimmt. Was glaubt ihr wieso ich Namibia liebe?

image

Kennt ihr dieses Vogelnest? Dort wohnen Dutzende von Vögeln. Ach und diesen kleinen Kerl habe ich beim Wasserhahn kennengelernt. Der Wasserhahn ist mitten auf dem Campsite. Und dieser Eidechse habe ich zu trinken gegeben. Ja, selbstverständlich aus einem gelben Becher.

image

Zum Sonnenuntergang sind wir noch aus dem Camp herausgefahren.

image

Und haben noch ein paar Springböcke gefunden. Abendessen Check.

image

Ich liebe diese Sonnenuntergänge. In Namibia ist jeder Sonnenuntergang etwas Besonderes. Für mich. Ich weiß nicht wieso. Aber jeder einzelne ist speziell. Atemberaubend.

image

Auf der Elim Düne werden gemeinsam ein paar Fotos gemacht.

image

Die Natur genießen.

image

Zum Abendessen geht es zurück ins Camp.

image

Während Tamara ihr Bier genießt, kümmere ich mich um das Feuer. Und unseren Springbock.

image

„Aaaaaaah Aaaaaaanneeeeeeeeee daaaaaaaaaaaaa!“ Ein Schrei durchkreuzt die Stille. Tamara hat ein Tier entdeckt. Und die Alarmanlage angeworfen. Wenn sie so schreit, bin ich alarmiert und schaue hin. Ein Schakal. Der will unser Fleisch. Tut mir Leid mein Freund, aber ich teile nicht, wenn es um mein Steak geht. Und Tamara auch nicht. Versuche es bei unseren Nachbarn. 100 Meter Richtung Norden bitte. Ich drehe mich um und wende das Steak. Tamara schaut mich entgeistert an „was war das?“
Ein Wüstenfuchs. (Das Wort Schakal hat ihr nicht geholfen.)
„Was will der?“
Unser Fleisch!
„Das kriegt er sicher nicht! Ich teile nicht.“ Entgegnet Tamara.
Ich weiß, das habe ich ihm auch gesagt.
Der Schakal kommt später erneut vorbei und Tamara tauft ihn „Otto“.
Kurz darauf schreit Tamara wieder „Anne daaaaaaaaaaaaa eine 20 Zentimeter große Spinne!“ Tamara es ist ein Käfer und maximal 5 Zentimeter lang. Aber ja ich verscheuche ihn. So geht das den restlichen Abend lang. Tamara leuchtet mit der Stirnlampe permanent im Kreis um uns herum. Auf der Suche nach „Otto und seinen Brüdern“. Ich lache viel. Sie schreckt bei der kleinsten Bewegung auf. Aber sie will trotzdem draußen schlafen. Sie bereitet auch unser Nachtlager vor. Beiden Matratzen nah aneinander. Mit dem Stock zieht sie einen Kreis durch den Sand um unsere Matratzen herum, was uns vor Schlangen schützen soll. Und sie streut Salz, was uns vor Spinnen bewahren soll. Hat sie in Australien gelernt. Ich habe davon keine Ahnung. Ich lege mich einfach hin. Tamara legt sich so nah an mich, dass sie mehr auf meiner als auf ihrer Matratze liegt. Da bleibt nicht mehr viel Platz übrig. Tja, das ist das Schicksal der großen Schwester. Ich muss Tamara beschützen. Ich drehe mich auf den  Rücken und starre in den Sternenhimmel hinauf. Ich liebe ihn. Hier zählt man nicht die Sterne am Himmel pro Nacht, sondern die Sternschnuppen. Bin bei Fünf.
Gute Nacht!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s