Tausend Hürden später…

Am Sonntag  war es dann so weit. Es hieß Abschied nehmen von der Familie. Mein Papa fuhr uns noch zur U-Bahn und machte ein letztes Foto.

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Die beiden reisen nur mit Handgepäck. Fügte er hinzu. Ja so sieht es aus,wenn man mit 4 Paar Boots und 2 Snowboards nach Afrika fliegt. Fragt nicht wieso. Und die eigentliche Hürde lag nicht am Gepäck. Vor gerade 10 Tagen hat Namibia meine Bewerbung um ein Arbeitsvisum abgelehnt. Heißt also ich reise ohne Visum ein. Also Plan ist ein Touristenvisum zu bekommen. Aber wer weiß schon ob das klappt? TIA. This is Africa!
So wie wir also all unser Gepäck den Stuttgarter Hauptbahnhof bis zum Zug entlang geschleppt hatten, konnten wir in Frankfurt unsere Gepäckstücke entspannt auf einen Wagen laden. Beim Schalter konnten wir an allen vorbeigehen, da wir bereits online eingecheckt hatten. Ein klein bisschen Vorbereitung schadet nie. Jedoch schafften wir es trotz einstündiger Verspätung des Fliegers nur gerade so pünktlich am Gate zu sein. Die Securitychcecks stoppten die gesamte Menschenmasse. Vermutlich gab es eine Warnung. Wegen was auch immer. Dass ich komme oder so. Ich schaffe es nie durch diese Checks hindurch zu kommen. Auch diesmal nicht. Ich stelle mich in den Scanner, strecke die Hände in die Luft und schon leuchtet das Lämpchen rot. Ich muss zur Seite. Abgetastet werden. Was ich unter dem Pulli trage? Was glauben sie dann? Ihrem Blick zu urteilen erwarten Sie einen Sprengstoffgűrtel. Allerdings muss ich sie enttäuschen, das ist nur meine kurze Hose. Ok, Schuhe ausziehen. Really? Des läuft an mir vorbei und lacht. Die Dame verdreht meine Schuhe. Durchleuchtet sie. Gibt sie zurück. Während  ich mir die Schuhe binde ruft Des „da ist dein Rucksack!“ Och nee, da ist doch absolut nichts verdächtiges! „Bitte öffnen.“ Und schon ist der Herr dabei durch die 2000 Visitenkarten, die ich für das Sandboarding Unternehmen organisiert habe, zu wühlen. Ja in der Tasche sind noch mehr von denen. Sonst nix. Rucksack wird erneut durchleuchtet. Durch den Scanner geschickt. Des Handtasche wartet auch auf der Abbiegespur. Sie schiebt es auf mein schlechtes Karma bei Sicherheitskontrollen. Passiert. Ich bin das gewohnt. Als wir endlich am Gate ankommen ist dieses auch schon offen. Das war knapp. Ab in Flieger.
10 Stunden später landen wir mit einer einstündigen Verspätung. Das Abenteuer Afrika startete eben schon am Flughafen Frankfurt. Wie immer in Afrika verspätete Transportmittel.
Ich steige aus dem Flugzeug. Ein Schwall trifft mich. Die afrikanische Hitze. Sonnenbrille auf und ab ins Gebäude. Ich laufe Gefahr bereits auf dem Rollfeld einen Sonnenbrand zu bekommen. Wieso darf ich nicht ins Gebäude. Erst muss ich einen Zettel ausfüllen. Angeben, dass ich in den letzten 21 Tagen nicht in Sierra Leone, Liberia oder Guinea war. Really? Wisst ihr dass diese Länder schon lange offiziell als Ebola frei gelten? Und diese Kamera habt ihr immer noch? Zum Glück habe ich kein Fieber. Und jetzt bin ich wirklich in Afrika angekommen. Schlange stehen. Schlange stehen um an das Visum zu bekommen. Des schreibt mir „I’m waiting outside for you.“ Ja, mit dem namibischen Pass läuft man an der Schlange einfach vorbei. Ich warte immer noch. Und warte. Und warte. Mit Geduld. „Your flight back ticket please.“ Pardon? „Your ticket!“ Ah, ich bücke mich und hole das Rückflugticket heraus, das die Dame im Reisebüro für mich gebucht hat. Kein echtes. Ich erhalte meinen Pass. Stempel ist drin. Datum 20.05.2016. Yeah I got it! Ich schnappe mir nur noch schnell mein Gepäck und renne raus. Des I got it!

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Ab auf die Toilette.
Strumpfhose aus.
Schuhe aus.
Barfuß durch den Flughafen rennen.
In den Pool springen.
Jetzt können wir los!

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Zwischen Windhoek und Okahanja bewundern wir die grüne Landschaft. Und die gelben Blumen. Dann geht es ab in die trockene Wüste. Nach Swakopmund. Wo ich stürmisch von Zak, dem Hund meiner Chefin, in Empfang genommen  werde.

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Und wo Nici, meine Freundin, mit Luftballons auf mich wartet.

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Bei einem leckeren namibischen Braai sehe ich all meine Freunde wieder und lasse all die Anspannung von den letzten Tagen fallen…

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