Zwei Freundinnen, zwei Tage – zwei schweizer Städte

Während Tamara heute im Frühdienst im Kinderspital gearbeitet hat, habe ich den Tag allein gestalten können. Erst Mal ausschlafen war der Plan, da ich ja bis um 2 Uhr am Blogeintrag vom Vortag saß. Im Beitrag habe ich geschrieben, dass ich um kurz nach 2 Uhr nachts das Tablet ausgemacht und die Augen geschlossen habe.
Augen auf.
Augen zu. Ich schlaf jetzt.
Ich muss müde sein. Es ist mitten in der Nacht.
Augen zu.
Augen auf.
Pustekuchen. Von wegen müde.
Ich wälze mich im Bett umher. Das macht es auch nicht besser.
Hallo ich will schlafen! Doch daran war nicht zu denken. Von diesem Schreiben war ich so aufgewühlt, dass ich einfach die Augen nicht zubekommen habe. Keine Chance. Die Gedanken flogen umher. Ja, es war mal wieder ein extrem langer Beitrag. Ich habe jetzt schon Mitleid mit allen, die den lesen wollen. Und so gingen meine Gedanken spazieren. Kurz vor 3 Uhr muss ich dann wirklich eingeschlafen sein. Heute Morgen wache ich mit dem Gefühl auf den halben Tag verschlafen zu haben. Schaue auf die Uhr. Es ist noch nicht Mal 8 Uhr. Also weiterschlafen. Augen zu. Augen auf. Danke fürs Gespräch. Sollen jetzt 5 Stunden Schlaf genug gewesen sein? Dabei waren es nicht einmal 5. Na gut. Dann steh ich halt auf und fahre mit Bus und Bahn von Grafstal nach Zürich.

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Im Bahnhof in Zürich entdecke ich einen Postkartenladen. Mit ganz vielen Grußkarten mit Sprüchen drauf. Ich liebe Sprüche. Sprüche auf Karten. Schön gestaltet. Wie für mich gemacht. Mein Paradies.

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Mit einem Stapel in der Hand laufe ich langsam Richtung Kasse. Schrecklich ihr Laden, Sie haben viel zu viele schöne Karten. Die Dame lacht. Ich beschließe aufzuhören. Ab zur Kasse. 40 Franken. Ich muss schlucken. Andere geben das Geld für das 30te Paar Schuhe aus. Ich für Karten. Wenigstens muss ich jedes Mal lachen, wenn ich die anschaue (habe meine Zimmerwand mit Karten verklebt). Ja, du kannst so viel Geld dafür ausgeben. Für dich ist das wertvoll. Ich verlasse den Laden. Mit einem Lächeln im Gesicht.

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Danach geht es zum Info Point. Stadtplan holen. Damit ich später zum Kinderhospital finde, wo Tamara arbeitet. Und los geht’s. Einfach laufen. Nach rechts. Geradeaus. Links ist eine hübsche Seitengasse. Hoch auf den Platz.

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Und auf der anderen Seite wieder hinunter in die Stadt. Das ist ein tolles fotografisches Motiv. Da will ich lang. Was für eine ruhige Gasse. Da will ich durchlaufen.

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So erkunde ich Städte. Spontan. Frei. Meinem Gefühl nach.

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Eine zeitlang beobachte ich eine Frau, die mit ihrer Spiegelreflexkamera Möven fotografiert und bereue es einen Moment meine neue DSLR nicht mitgenommen zu haben. Im nächsten Moment lächele ich aber wieder. Es geht nicht alles im Leben um das Bild. Manchmal geht auch um das Bild, das du im Kopf speicherst. Während du nicht durch die Linse schaust.

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Und die Enten am See entdeckst.

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Und die vielen Möven.

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Vor dem Züricher Stadtbild.

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Und nebenan die Asiaten. Beim Selfie machen. Früher habe ich Paaren in solchen Situationen angeboten ein Bild für sie zu machen. Heute will das keiner mehr. Das Bild von einer anderen Person machen lassen? Niemals! Ist ja langweilig. Ist ja kein Selfie!

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Also ignorieren und weiterlaufen.

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Die vielen Schwäne bewundern.

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Ich habe noch nie so viele Schwäne auf einem Haufen gesehen. Mindestens 50 Stück sind es. Und das ist nicht übertrieben. Habe bis 33 gezählt. Und weiter kann ich nicht zählen. Also mindestens 50!

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Ich mag Städte am Wasser. Also an Seen oder großen Flüssen. Die bringen ein eigenes Flair mit.

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Sogar bei schlechtem Wetter sieht das Ufer interessant aus.

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Traktoren kommen auch in die Stadt hinein. Landfeeling und so.

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Ach und Mama nur für dich: das ist die Oper. Ich bin gar nicht der extreme Kulturbanause für den du mich hältst. Ich bin heute sogar in eine Kirche hinein! Ja, du hast richtig gehört. In eine Kirche. Oder ein Münster. Ist doch alles dasselbe. Und nein, keine Angst. Ich bin nicht plötzlich gläubig geworden. Aber ich habe aus Erfahrung gelernt, dass man meistens von den Kirchentürmen die beste Aussicht über die Stadt hat.

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Und ich habe auch die blauen Schilder gefunden. Die blauen Schilder bilden. Und führen dich zu historischen Stätten. Denkmalgeschützten Gebäuden.

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Also habe ich mich bei meinem selbst gestalteten Stadtrundgang auch gebildet. Zumindest ein bisschen…

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Obwohl Tamara mir die Verbindungen mit der Tram punktgenau herausgesucht hat, bin ich vom Bahnhof bis zum Hospital gelaufen. Zu Fuß. Mit meinem ungeplanten, spontanen und interaktiven Stadtrundgang war ich insgesamt 5 Stunden zu Fuß unterwegs. Am Stück. Am Ende des Tages freute sich vor allem mein demolierter Fuß auf die Zugfahrt. Denn ich musste mich von Tamara verabschieden. Für mich ging es weiter nach Westen. Richtung Basel. Von Zürich nach Basel. Und von dort bis nach Laufen zu Lena. Einer anderen Schweizerin, die ich ebenfalls in Ghana kennengelernt habe.

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Mit Lena habe ich 2014 Weihnachten bei 40 Grad im Schatten gefeiert. Und jetzt fahre ich mit ihr über den Rhein in Basel.

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Verrückte Welt – verrückte Gesichter.

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Aber mir gefällt es. Der Tag. Das Wiedersehen. Die Stadt.

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Die dritte Schweizer Stadt, die ich innerhalb von 3 Tagen erkunde. Und das alles wegen diesem kleinem unscheinbaren afrikanischen Land. Ghana. Wo ich so viele Schweizer kennenlerne wie nie zuvor.

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Es war schön. Die drei Wiedersehenssituationen. Die drei Schweizer Städte (Luzern, Zürich, Basel). Der Schnee. Und unsere Gespräche.

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Bis zum nächsten Mal. Auf welchem Kontinent auch immer.

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