Gedankenspiele über den Wolken

Hier sitze ich wieder. Im Flugzeug. Auf dem Sitzplatz 31K. Wie auf dem Hinflug vor 7 Tagen. Wie immer am Fenster. Soeben habe ich mein Abendessen auf- und abhüpfend zu mir genommen. Turbulenzen nennt man es im Flugzeug. Es fühlt sich so an, als würde man mit dem Auto über die Schotterpisten in Namibia fahren. Namibia. Ja so langsam sehne ich mich nach Namibia zurück. Nach meinem Namibia. Zu jeder Tageszeit. Irgendetwas erinnert mich immer an Namibia. Aber mein Flug rückt immer näher. Noch gut ein Monat dauert es bis ich wieder zurück nach Namibia fliege. Ja so weit ist es gekommen. Ich sitze im Flugzeug. Fliege über den großen Teich. Wie wir immer zu Hause gesagt haben. Fliege von Amerika nach Europa. Und spreche von meinem nächsten Flug. Dem Flug von Europa nach Afrika. Wieder einmal über den schwarzen Kontinent fliegen.
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Aber zurück zum Thema. Ich hüpfe immer noch. Aber ich halte lächelnd mein Tablet in der Hand. Nach einer Woche wieder. Ich wollte euch in den letzten Tagen auch etwas berichten, aber mein Tablet wollte nicht. Es mag den amerikanischen Strom nicht. Zum Glück hat es nie Probleme mit dem afrikanischen Strom gehabt. Wenn es nur den amerikanischen nicht mag, komme ich damit klar. Es wollte sich nicht laden. Zwei verschiedene Adapter ausprobiert (von meinen Bekannten, denn ich selbst hatte keinen dabei; sehr organisiert mal wieder). Zwei verschiedene Ladekabel ausprobiert (meine eigenen; zwei, denn man weiß ja nie; sehe organisiert). Alles hat nichts geholfen. Mein Tablet streikt. Wollte wohl auch Mal Urlaub haben. Auch nicht so schlimm. Eigentlich bin ich ja gar nicht so abhängig von elektronischen Geräten. Dachte ich. Mein Handy lasse ich jedes Mal im Urlaub aus. Ganz aus. Habe es bei meinem letzten Urlaub in Österreich über Silvester 7 Tage aus. Und jetzt die 7 Tage in Florida auch wieder. Alles kein Problem. Ich genieße die handyfreie Zeit. Meine offline Zeit. Eben Urlaub. Urlaub auch von der virtuellen Welt. Damit ich die reale Welt genießen und leben kann. Deshalb Handy aus im Urlaub. Aber mein Tablet war immer dabei. Nicht um in die virtuelle Welt einzudringen. Nein, ganz und gar nicht. Um meine Gedanken auf Papier zu bringen. Hätte man früher gesagt. Heute sagt man um meine Gedanken mit der Welt zu teilen. Ja, irgendwie brauche ich es. Die virtuelle Tastatur. Damit ich meine virtuellen Worte auf virtuelles Papier niederschreiben kann. Damit virtuelle Menschen diese Worte lesen. Doch halt. Es sind ja echte Menschen, die meine Artikel lesen. Viele kenne ich sogar beim Namen. Und die anderen, die ich nicht kenne, sind aber auch echte Menschen aus Fleisch und Blut. Und meine Tante druckt meine Blogeinträge für meine Oma auf echtes Papier aus. Dann wird aus meinen virtuellen Worten Texte auf echtem Papier. Also ist diese virtuelle Welt gar nicht so virtuell wie wir sie immer ansehen?
So und was wollte ich euch heute eigentlich erzählen? Abgesehen von meinen verrückt spielenden Gedanken. Achja genau. Der Überraschungsflug. Vor einer Woche habe ich mich auf den Weg Richtung Florida gemacht.
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Zum 60ten Geburtstag meiner Tante. Die keinen blassen Schimmer davon hatte, dass ich dort auftauchen werde. Mit der ganzen Verwandtschaft.
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Noch am ersten Abend sollte die Überraschung geschehen. Rita, meine Tante, fuhr in unser Motel und besuchte meinen Onkel und seine Frau im Zimmer. Die beiden waren angekündigt gewesen. Doch dann klopfte es im 5 Minuten-Takt am Zimmer und die restlichen 8 nicht angekündigten Geburtstagsgäste traten peu à peu ins Zimmer ein. Ich war als Sahnehäubchen zum Schluss gedacht, doch ich musste lange warten, denn nach den ersten vier Gästen mussten wir eine Pause einlegen. Es war zu viel für sie. Sollte mir Recht sein, denn ich wurde mit der Pizza zurück gelassen. Eine halbe Stunde später klopfte auch ich an der Türe. Zu dem Zeitpunkt war sie trotz Beruhigungsschnapps schon fix und fertig. Aber da bin ich jetzt. Deal with it.
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Und damit kam sie auch gut klar. 6 Tage hatten wir Zeit. Zeit um mit ihr Vieles zu unternehmen.
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Samstag 09/01/2016: Ausflug nach Venice und an den Venice Beach. Bereits in dem kleinen Örtchen Venice fällt mir der außergewöhnlich hohe Altersdurchschnitt aller Passanten auf. Gerhard meinte nur du senkst auch den Altersunterschied in unserer Gruppe erheblich. Naja, meine Verwandten haben auch alle mehr als mein doppeltes Alter an Lebenserfahrung mitgebracht. Ja, mir war klar, dass dieser Urlaub bei weitem nicht so aktiv sein wird, wie die, die ich normalerweise unternehme. Deshalb habe ich die Planung auch anderen überlassen.
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Sonntag 10/01/2016: Bootstour auf eine Insel. Anne bitte die Füße nicht über die Reling  hängen. Ja, ist ja gut. Schaut dort vorne Delfine!
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Montag 11/01/2016: Geburtstag. Ausflug in einen Park und Grillen bei Freunden.
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Dienstag 12/01/2016: Shoppingday. Anne ist die einzige, die beim Shoppen einen Sonnenbrand bekommt. Ja, shoppen war noch nie meine Stärke. Auch nicht in großen amerikanischen Outlet Zentren. Nach einer halben Stunde lag ich auf der Parkbank in der Sonne. Denn, wie sagen die Männer immer ihr kauft eh nur Zeugs, das ihr eigentlich nicht braucht. Also gleich lieber das gute Wetter genießen. Aber um ehrlich zu sein, auch ich habe eingekauft. Aber zu meiner Verteidigung nur Dinge, die ich wirklich gebraucht habe.
Socken (Ja, ich habe im Outlet ein 3er Pack Socken gekauft, denn in Namibia gehe ich jeden Monat durch 2 Paar Socken, weil die durch das Laufen im Sand Löcher bekommen)
Gelbe Regenjacke (ja, selbstverständlich gelb; aber Regenjacke nicht, weil es in Namibia viel regnet, allerdings schützt sie auch vor Wind und den haben wir reichlich auf der Düne)
2 Paar Sport BHs (bei so viel sportlichen Aktivitäten, wie ich mache, brauche ich die selbstverständlich)
2 Tops (wenn man wie ich dieselben 8 Oberteile 6 Monate lang trägt, stellt man fest, dass sich Kleidung tatsächlich abträgt; also muss neue her)
Und ich glaube, das war es dann auch. Ja, ich war eigentlich nur in den Sportläden erfolgreich. Anne dort gibt es gelbe Chucks. Schaut Mal was ich trage. Gelbe Chucks. Also brauche ich keine. Aber die sind stark reduziert. Deshalb habe ich trotzdem noch dieses Paar und brauche keine. (Gut ich muss zugeben, dass ich eine halbe Stunde später festgestellt habe, dass die Sohle von meinen Schuhen kaputt ist, aber ich habe daheim trotzdem noch zwei Paar Freizeitschuhe. Also brauche ich keine Schuhe kaufen.)
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Mittwoch 13/01/2016: Ausflug in einen Nationalpark. Spaziergang gemacht. Habe gefragt, ob es gefährlich ist. Gerhard meinte ja. Nur damit ich mitkomme. Er hat gemerkt, dass ich mich langsam langweile. Ja, wir haben auf der Bootsfahrt Alligatoren gesehen. Aber mit denen bin ich nicht in direkten Kontakt getreten wie mit den Krokodilen in Ghana. Ich brauche jetzt ein bisschen Abenteuer. Da, der Baum sieht gut aus. Anne, die Palme sieht instabil aus. Mir egal, ich balanciere jetzt darauf. Als Kind habt ihr uns auch immer klettern lassen, so viel wir wollten. Wir sollten aus unseren Fehlern lernen. Habe mit meiner Cousine so lange auf einem Ast geschaukelt bis er mit uns heruntergekracht ist. Und ich weiß noch wie schmerzhaft es war. Mein Rücken schmerzt heute noch, wenn ich daran denke. Aber daraus habe ich meine Lehre gezogen. Jeden Ast erst einmal begutachten und abschätzen, ob er dich auch wirklich aushält.
Achja und eine Lektion habe ich wohl schon wieder vergessen. Die musste ich heute neu lernen. Hochklettern ist einfacher als wieder hinunterzukommen. Immer nur so weit klettern, dass du auch alleine wieder hinunter kommst. Kann ich von hier springen? Nein, du brichst dir was! Aber ihr habt eine Lektion wohl auch schon wieder vergessen. Wenn ihr einem Kind sagt, dass es vorsichtig sein soll, weil es sonst fällt und sich verletzt, dann wird es fallen und sich verletzen. Kinder tun nämlich immer das, was man ihnen sagt. Sagst du ihm es soll sich gut festhalten, dann hält es sich fest. Sagst du ihm, es kann das alleine, dann wird es das alleine schaffen. Und sagst du ihm es soll nicht fallen, dann fällt es. Die kleinen Wörter wie nicht hören Kinder nicht. Das ist chronisch bedingt. Sei bitte nicht so laut. Dafür können sie nichts. Iss die Schokolade nicht, die ist für deine Schwester. Also überlegt euch immer gut wie ihr einen Satz aussprecht. Anne sei vorsichtig. Ich bin aber eben doch kein Kind mehr. Und springe. Also nur fast kein Kind mehr. Hand aufgeschürft. Doch Kind.
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Donnerstag 15/01/2016: Beach please! Ausflug nach Sarasota, Siesta Key Beach. Angeblich der beste Strand in den USA. Laut Bewertungen auf TripAdvisor. Er ist auch wirklich schön.
Weißer Sand.
Flache Küste.
Verspielte Muscheln.
Springende Delfine.
Sonne.
Eben perfekt zum Abschalten. Entspannen.
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Freitag 16/01/16: Abfahrtstag. Tornadowarnung im südlichen Florida.
Regengüsse vor dem Zimmer. Abschied nehmen heißt es.
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Noch ein paar Eindrücke zum Abschluss.
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Im Pool war ich an 5 von 6 Vormittagen. Den meisten anderen war es zu kalt.
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Da liegt Schnee! Ich schaue aus dem Fenster und sehe weißen Boden. Blick auf den Monitor. Wir sind über Belgien. Ich glaub es kaum. Vielleicht kommt der Schnee doch noch zu mir.
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Und tatsächlich. Sowie ich mit der Bahn aus dem Tunnel komme, sehe ich die weiße Schneedecke. Endlich. Endlich ist der Winter auch bei mir daheim angekommen.
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verschnaufen. Ich habe Mal wieder viel geplappert. Und viele Bilder gezeigt. Jetzt könnt ihr aber erst Mal verschnaufen. Ich muss nämlich nach Luft schnappen! 😀

P.S.: An dieser Stelle möchte ich mich noch bei meinen Sponsoren bedanken. Ein großes Dankeschön an alle, die meinen Kirztrip mitfinanziert haben.
Danke Grisi, dass du meinen Flug finanziert hast.
Danke Liesel, dass du mich in dein Hotelzimmer mitaufgenommen hast.
Danke Ursula & Morey für das gute Essen und die Bootstour.
Danke Rita für dein Lachen im Gesicht.
Danke Klaus & Moni, Werner & Traute, Gerhard & Elke , Peter & Gudrun und Liesel für das Essen, Trinken, (den Vodka), die Automiet- und Benzinkosten, Eintrittsgelder und alles andere was ihr eurem Azubi gezahlt habt!

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