Happy new Year

Nach einer Woche im Urlaub in Österreich melde ich mich auch mal wieder und wünsche euch, meinen treuen Lesern alles Gute im neuen Jahr!

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Meinen Geburtstag am 27. Dezember vor einem Jahr (2014) habe ich damit verbracht am Strand entlang zu laufen, in die Wellen zu hüpfen und Kokosnüsse auszuschlürfen, während es in Deutschland schneite. Also nicht nur in den Bergen, sondern auch im Flachland. Auch in Stuttgart. Doch dieses Jahr (2015) habe ich mir vorgenommen Snowboardfahren zu gehen, allerdings ist nicht nur das Flachland grün, sondern auch alle Berge, die die 2000 Meter Grenze nicht erreichen.

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Sich so etwas vorzunehmen ist Recht einfach, es allerdings umzusetzen, wenn der Wettergott sich ganz gegen die eigenen Urlaubspläne gestellt hat ist wiederum alles andere als einfach. Seit ich am 4. Dezember in Deutschland gelandet bin gab es keinen Neuschnee weit und breit und da hat es auch nichts geholfen, dass ich mich zu meinen Bekannten auf die Hütte im Bregenzerwald mit eingebucht habe. Eigentlich hat es eine perfekte Lage. Mittelstation von einem kleinen Skigebiet. Wenn Schnee liegt. An meinem Geburtstag sah es dort allerdings so aus:

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Ja, an Snowboardfahren war dort nicht zu denken. Deshalb musste ich alles ein bisschen besser planen. Denn wenn der Schnee nicht zu mir kommt, dann gehe ich halt zum Schnee. So bin ich am 27. um 6 Uhr gestartet, um direkt nach Warth zu fahren. Ins Schneeloch. Und dort lag tatsächlich Schnee.

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Zwar Recht vereiste Pisten, aber ich habe absolut keine Ansprüche mehr, seit der Wettergott sich zur Winteraufgabe gemacht hat mir meinen Urlaub in Europa zu versauen. Aber da soll er mal staunen. So schnell lasse ich mich nicht kleinkriegen. Und ich verbessere noch meine Fahrkünste, denn auf perfekt präparierten Pisten kann ja jeder fahren! Eine Familie, die auch mit auf die Hütte kommt hat mich in dem großen Skigebiet sogar gefunden. Ich sehe auf der Piste ja auch wie ein fahrendes Warnschild aus. Gelb-orange sticht einfach im Schnee hervor.
Auf der Hütte angekommen stelle ich dann am Abend fest, dass außer uns Vieren nur 5 weitere ihre Ski überhaupt dabei haben! Die restlichen 30 haben die Skiausrüstung gleich daheim gelassen. Aus dem Skiurlaub wurde ein Wanderurlaub. Während ich jeden Tag morgens um kurz vor 9 mit der ersten Gondel ins Tal gefahren bin, um mit dem Auto in das nächstgelegene Skigebiet Mellau-Damüls zu fahren, schlafen die meisten noch. Und während ich um kurz nach 16 Uhr mit der letzten Gondel wieder hoch fahre, sind alle von der Wanderung schon wieder zurück und tanzen fleißig beim Apres-ski. Ich war der Meinung, dass nur derjenige Apres-ski machen darf, der auch Skifahren darf, aber die anderen wollten das nicht akzeptieren.

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Während ich vor einem Jahr zwischen dem 27. und 31. Dezember eine Wandertour an der Westküste Ghanas machte, pendele ich ein Jahr später zwischen den Skigebieten in Österreich. Am 31. beschließe ich nämlich meine Freundin in Lech/Zürss am Arlberg zu besuchen. Es ist der erste Tag, an dem die Sonne hinter den Wolken versteckt bleibt.

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Also fahre ich wieder eine halbe Stunde mit dem Auto bis nach Schröcken, denn das Skigebiet Warth/Schröcken ist mit dem Arlberg verbunden. Durch eine hochmoderne Gondel-/Sesselbahn.

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Kaum erreiche ich Zürss, sehe ich weiße Punkte vom Himmel fallen. Ist das tatsächlich-? ES SCHNEEEEEEEEEIT!!! Tatsächlich. Wie unglaublich ist das denn? Seit 2 Jahren habe ich keine Schneeflocke mehr gesehen. Aber jetzt. Ich grinse. Über beide Ohren.

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In diesem glücklichen Zustand befinde ich mich auch die nächsten 3 Stunden während ich mit Freddy, meiner Freundin, die Pisten hinabfliege.

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Sogar die Mittagspause lassen wir aus. Freddy kann mich dazu nicht überreden, obwohl ich doch Essen liebe. Den Schnee aber eben auch. Und sogar noch viel mehr!
Am Abend erreiche todmüde gegen 17:30 Uhr die Gondel in Bezau. Alles ist dunkel. Betrieb geschlossen. Muss ich jetzt tatsächlich eine Stunde durch den Wald hochlaufen? Ich höre etwas. Die Gondel kommt in der Station an. Ich renne hin. Mein Freund, der liebe Angestellte, der mich jeden Tag zwei Mal mitnimmt steigt aus der Gondel aus. Ich frage ihn schüchtern, ob er jetzt heimgeht. Du willst bestimmt hoch. Komm ich fahr dich schnee hoch! Im Ernst jetzt? Ja, klar steig schnell ein! Und so fährt der junge Herr mich in der Gondel, die für 50 Leute Platz hat alleine bis zur Mittelstation, ruft bis morgen und fährt wieder ins Tal. Eigentlich dachte ich, dass ich am ersten Januar nicht Snowboardfahren gehe. Feiern und so, aber jetzt muss ich mir das noch mal überlegen. Bei dem habe ich wohl einen Eindruck hinterlassen.
Die Verrückte, die jeden Tag mit der Probefahrt mit ins Tal fährt um den ganzen Tag in einem anderen Skigebiet Snowboard zu fahren.
Die Verrückte, die als Einzige auf diesem Berg im Skianzug herumläuft.
Die Verrückte, die nachts den Berg hochlaufen will, um wieder zu ihrer Hütte zu gelangen.
Und eben die Verrückte, die auch am ersten Januar nach 3 Stunden Schlaf wieder an der Gondel steht und wartet ins Tal mitgenommen zu werden.

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Und ich muss sagen, ich bin so froh, dass ich es getan habe! Im Tal war alles in grau in grau. In Mellau habe ich mich auf der ersten Pisten verfahren, weil der Nebel so dicht war. Aber sobald ich oben in Damüls ankam,  eröffnete sich ein Naturwunder vor mir.

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Ich fahre auf menschenleeren Pisten.
Ich fahre auf 5 Zentimeter Neuschnee.
Ich fahre über den Wolken.
Das ist das Paradies.
Das andere Paradies.
Vor einem Jahr habe ich den Strand in Ghana auch als Paradies bezeichnet. Aber da ich nicht gläubig bin und an das eine Paradies glaube, kann ich viele Paradiese haben. Und eins davon liegt definitiv in den schneebedeckten Bergen.

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P.S.: Ich habe diesen Winter schon 10 Schneetage erreicht
1 Tag Oberstdorf-Fellhorn
2 Tage Kitzbühel
1 Tag Pitztaler Gletscher
1 Tag Warth
4 Tage Damüls
1 Tag Lech-Zürss
=> 10 Tage Schneevergnügen

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