Erster Advent oder ein gemütlicher Sonntag am Strand

So stelle ich mir den perfekten Sonntag vor. Ich wache von meinem Wecker auf, schaue auf das Handy, lese die Nachricht no trip today so far , drehe mich um schlafe bis um 9 und verbringe danach den ganzen Tag am Strand. Achja und eigentlich kommt das nieee vor, dass sowohl die Skydiver (meine Freunde) als auch ich keine Kunden habe. Deshalb haben wir meistens nur einen halben Tag zur Verfügung.

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Zuerst sind wir also crayfish diven gegangen. Wieso wir das in letzter Zeit so oft machen? Es ist crayfish season! Nachdem wir 14 Langusten gefangen hatten und uns in der Sonne aufwärmen fällt die Frage what now?  Für mich war die Antwort ganz klar. Braai at the beach. Ich weiß, dass es in Swakopmund nicht erlaubt ist am Strand zu grillen, aber das ist genau was ich jetzt machen will. Wir packen alles ein, fahren zurück in die Stadt, holen mehr Freunde ab und fahren los Richtung Langstrand. Dort halten wir direkt am Meer und machen es uns gemütlich.

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Während Bones die Langusten ins Frischwasser legt rennen Des und ich ins Meer.

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Wir stellen fest, dass das Wasser auch im Bikini gar nicht so kalt ist und hüpfen durch die Wellen. Bestimmt eine halbe Stunde verbringen wir im Wasser. Niemand sonst kommt hinein, also entscheiden wir uns dazu Dawie ins Wasser zu schubsen. Sobald wir ihn festhalten, wirft er sich auf den Boden. Er denkt er ist schlau, da wir ihn nicht tragen können, aber das brauchen wir gar nicht. Des schnappt seinen rechten Fuß, ich den linken. Und dann ziehen wir ihn durch den Sand bis ins Wasser. Dort angekommen, gibt er auf und wir können ihn ohne großen Kraftaufwand vollkommen ins Meer bringen.

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Ich liebe es. Das erste Mal, dass das Wasser echt nicht zu kalt zum schwimmen ist. Zum Schwimmen ohne wetsuit. Der Sommer ist tatsächlich da.

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Floor spielt mit meiner Kamera und macht Aufnahmen von mir über Des Sonnenbrille.

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Danach baue ich die Küche auf. Klappbox umdrehen und Kühltasche daneben stellen. Ich schneide die Langusten in zwei Hälften und Des bereitet die Knoblauchbutter vor.

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Neben uns liegen die Männer mit dem Bier in der Hand im Schatten. Are you serious guys? The girls are in the kitchen and you guys sit on the couch with the beer in the hand? frage ich in die Runde.

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Dawie antwortet yes Anne, you know that is how it works in the afrikaans culture! Danke. Könnt ihr euch dann wenigstens um das Feuer kümmern oder müssen wir das auch machen? Yes please! Ganz sicher nicht entgegne ich sorry Dawie, but that is a man’s job in the afrikaans culture. Woman are not aloud to touch the braai! Diese Falle hast du dir selbst gebaut.

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Floor, die neue in der Gruppe, hat sich einen Stuhl gefunden.

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Nachdem die Langusten in unseren Bäuchen verschwunden sind, werden die Männer wieder faul. Des und ich werfen uns nur einen Blick zu, als wir Bones entspannen sehen. Wir schleichen uns hinter ihn und packen ihn an den Armen. Sorry Bones, but you looked so comfy. Aber Bones kämpft mehr als Dawie. Er entwischt uns zweimal bevor wir ihn am Ende ins Wasser tragen. High five Des we made it. Wir lachen. Challenge accepted. Im Laufe des Nachmittags muss jeder im Wasser landen. Noch weiß keiner davon. Unser nächstes Opfer ist Peter. Er fängt an zu schreien wie ein Mädchen sobald wir ihn packen. Er hat eine Jeans an.
Noooooo!!! My phone is the pocket! Kein Problem, wir holen das Handy aus der Hosentasche, werfen es in Sand und ziehen ihn weiter Richtung Wasser.
Nooooo! My other phone, my other phone schreit Peter wieder wie ein Mädchen. Wir versuchen an seine andere Hosentasche zu gelangen, er kämpft aber. Nici kommt zur Hilfe und greift in seine Hosentasche. Sie holt Zigaretten und ein Feuerzeug heraus. Kein Handy. Ich lache los he doesn’t have his phone with himself. Also ab ins Wasser mit ihm.
Nooo, stoooooooopp! My wallet! Schreit das Mädchen wieder. Doch Des und ich kümmern uns nicht mehr darum. Wir schleifen ihn bis ins Wasser bis er komplett im Ozean liegt.

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Puuh das war anstrengend. Wieviele haben wir noch? Ich genieße die Landschaft. Meer, Strand, Dünen. Direkt nebeneinander.

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Mittlerweile denken sich die anderen, dass jeder dran glauben wird. Gregoire und Martin, die beiden die auf keinen Fall nass werden wollen verlassen ihren bequemen Sitz im Auto und laufen 50 Meter weg von uns in Richtung Düne. Ruan steht auf von seinem bequemen Liegestuhl aus Sand. You won’t catch me! Challenge accepted sagen wir nur und lachen. Von jetzt an wird es schwerer, da der Überraschungsmoment nicht mehr funktioniert. Alle beobachten uns. Wir schnappen Dawie erneut, da er jetzt ebenfalls Kleider anhat und nicht damit rechnet. Done.
Ich schau Des an, sie nickt. Während wir nur die Jungs jagen, wägen sich die Mädels in Sicherheit. Ich schnappe Nici, Des ihre Beine und wir tragen sie ins Wasser. That was easy!

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Während wir verschnaufen kommen Martin und Gregoire zurück. Gregoire geht zur Kühltasche um sich ein Bier zu holen. Das ist unser Moment. Wir werfen ihn zu Boden. Noooooooo! Haha als ob es uns interessiert was du willst oder nicht. Aber der Herr kämpft. Ich umklammere seine Beine. Er strampelt. Dreht sich. Wehrt sich. Wir sind schon fast im Wasser. Aber er schlägt um sich. Zwei Mädels und ein Junge kämpfen im Sand. Alle lachen. Aber schlussendlich siegen die Mädels. High Five! Kaum sind wir im Wasser, rennt Martin in den Ozean. Oh thanks, you saved us a lot of effort! Er meinte er würde eh irgendwann drinnen landen, deshalb wieso nicht gleich.
Jetzt fehlen nur noch zwei. Ruan entwischt uns zwei Mal. Er rennt zu schnell. Und beobachtet uns die ganze Zeit. Ich werfe mich auf ihn und werfe ihn zu Boden. Doch er hält sich am Auto fest. Puuh, das wird ein harter Brocken. Verschnaufpause. Des schaut mich an. Ok, da muss sie jetzt durch. Wir schnappen uns Floor. Die wehrt sich nicht Mal. Wir tragen sie ins Wasser. Und tunken sie ein. 7 von 8 geschafft. Ruan hat sich mit dem Seil am Auto festgebunden. Really? Des und ich umklammern ihn und geben Nici den Auftrag das Seil durchzuschneiden. Wir werfen ihn zu Boden, er hält sich am Reifen fest. Des und ich realisieren, dass wir Ruan definitiv nicht mit Kraft besiegen können. Während er sich am Reifen festhält ziehen wir ihm seine Badeshort aus und werfen sie hinter uns. Nur in Boxershorts springt er auf und rennt weg. Des ruft the pant, take the pant. Ich schnappe die Hose, renne ins Meer und werfe sie hinein. Die kann jetzt treiben. Ruan stellt fest wie die Hose weiter und weiter hinaus getrieben wird und, dass uns nicht interessiert. Er rennt zur Hose und ist klitschnass, als er sie erwischt. High five Des! Mission completed! Das hat Spaß gemacht, aber jetzt bin ich fix und fertig.

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Das Auto sieht überragend aus. Überall hangen klitschnasse Kleider. Ja wir haben jeden in voller Montur ins Wasser geschleift.

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Dieses Bild ist kein Photoshop fake! Ich sitze im Auto und sehe vor mir die Düne und im Rückspiegel die Wellen des Atlantik. Amazing!
Kurz vor Sonnenuntergang machen wir uns auf den Heimweg. Do we want to take the road, or are we gonna drive back at the beach? fragt Martin in die Runde. Beeeeeeaaaach ist die einstimmige Antwort. Wir verteilen uns in die 3 Autos (das heißt alle Mädels mit Dawie in den Cruiser, den Peter steuert). Und los geht’s!

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Please don’t get stuck Peter!  Wir kommentieren ohne Unterbrechung. Er ist der dutchi in der Gruppe und muss damit leben, dass wir ihm das Fahren im Sand nicht so zutrauen. Peter you drive like a piece of salami!  kommentiert Dawie von hinten. Was auch immer er damit sagen wollte, wir brechen weg vor lachen.

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Eine Gruppe von Flamingos fliegt neben uns her und lässt sich im Sand nieder. Wir fahren weiter. Vor uns bleibt Martin im Sand stecken. Peter fragt uns, ob er anhalten soll. Nooo, don’t stopp here, you will get stuck as well! Alle im Auto schreien nooo  oder don’t stopp! Keep on going Peter. Ruan ist hinter uns und wird Martin helfen. Außerdem sind in den beiden Autos noch Gregoire und Bones. Wir halten schließlich auf einem Stück mit festgefahrenem harten Sand an. Wir warten und warten. Sollen wir sie anrufen? Brauchen sie Hilfe? They don’t answer their phone, I take that as a no! Peter versucht noch Bones anzurufen. In unserem Auto klingelt ein Handy. They try to phone us! Who’s phone is that? Das ist Bones‘ Handy und Peter ruft an. Na gut, das hilft natürlich, wenn die ihr Handy bei uns haben. Wir drehen schließlich doch um und bleiben neben den anderen stehen. Wir bleiben im Auto sitzen und beobachten wie sie das Abschleppseil befestigen und Martin herausziehen. Danach ist es Zeit für Slackline laufen. Auf dem Abschleppseil.

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Wir haben unseren Spaß im Auto, denn Martin bleibt 5 Meter später erneut stecken und sie holen erneut das Abschleppseil. Irgendwann kommen wir doch noch weg vom Fleck. Jetzt fahren die beiden gaaaanz langsam vor uns. Sie wollen uns ärgern. Peter don’t get stuck right now. They won’t help us and there is no way that we will push you out. The cruiser weighs empty over two tons… stay in the tracks!
In einer Kurve wählt Peter die rechte Spur und fährt an den anderen vorbei. Yeah well done Peter! Und schlussendlich kommen wir wieder auf den Asphalt. Allein die Rückfahrt war ein Abenteuer für sich. Aber der ganze Tag war einfach perfekt. Sonne, Meer, Sand, Freunde, Braai – was braucht man mehr an einem Sonntag?

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