Spätzle machen gelernt in Namibia

Ja, ich bin im Schwabenländle aufgewachsen, aber dennoch bin ich kein Schwabe. Spätzle habe ich nur einmal selbst gemacht. Eine Freundin hat es mir gezeigt. Mit einem Spätzleschaber. Sie kommt aus Bayern. Also auch nichts wirklich schwäbisches. Deshalb musste ich nach Afrika gehen, um zu lernen wie man richtig schwäbische Spätzle macht. Nach der alten Art. Ohne Maschine. Nur mithilfe eines Holzbrettes und einem Schaber.

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Meine Freundin Des hat mir die beiden Dinge in die Hand gegeben und los geht’s. So schwer ist es gar nicht. Dauert nur ein bisschen. Sie hat gemeint ich habe mich gar nicht so dumm angestellt.

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So bin ich zu meinen ersten Spätzle in Afrika gekommen und ich muss sagen, die haben echt gut geschmeckt. Auch die Jungs aus unserem internationalen Freundeskreis sind auf den Geschmack gekommen.

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Zwei Tage später habe ich noch etwas gelernt. Crayfish diving. Langusten sammeln. Die crayfish season hat begonnen.

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Den bakkie gefüllt mit Freunden, die Kühltasche voll mit Bier geht es ab Richtung Walvis Bay. Nach einigen Kilometern biegen wir rechts ab und fahren im Sand weiter. Direkt am Strand. Die Jungs schauen raus auf den Ozean und bestimmen wo wir anhalten. Wir springen von der Ladefläche. Die Sonne scheint. Der Wind bläst uns um die Ohren. Es ist kalt. Sehr kalt.

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Nur Bones, Dawie, Des und ich werden tauchen gehen.

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Dem Rest ist es zu kalt. Jetzt ausziehen? Second skin über den Bikini ziehen. Neoprenanzug, Booties und Handschuhe anziehen. Die Jungs geben uns je einen Gewichtgürtel. Damit wir unten bleiben beim Tauchen. Und eine Tasche für den Crayfish sowie eine Taucherbrille. Des und ich werden abwechselnd tauchen. In Teamarbeit vorgehen.

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My african sister.

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So und jetzt ab ins Wasser. Einfacher gesagt als getan. Über Felsen und Muscheln geht es bis wir inmitten von Seegras in den Ozean fallen. Die Strömung ist stark und die Wellen noch relativ hoch. Aber das Wasser nicht zu tief. Des fängt an zu tauchen. Ich bleibe stehen. Halte mich mit der linken und rechten Hand je an einem Seegrasbusch fest, damit ich nicht umfalle. Des taucht wieder auf. I can’t see anything. This sea weed is everywhere. Doof. Lass mich mal versuchen. Ich nehme die Brille und tauche unter. Tauche wieder auf und sehe aus wie ein Busch. Auf meinem Kopf und um meinen Kopf herum schlängeln sich etliche Seegrashalme. Die sind etwa 10 Zentimeter breit und 1 Zentimeter dick. Und etliche Meter lang. Des fällt um vor Lachen, als sie mich sieht. Wenn man taucht muss man sich durch einen Urwald kämpfen, um an die Felsen zu gelangen. Die Langusten lauern unter den Felsen. Ich tauche wieder unter, greife mit einer Hand unter einen Felsen und tauche wieder auf. Des lacht wieder Anne this is not a crayfish in your hand. Ich halte einen Busch Seegras in der Hand. Etwas anderes habe ich nicht erwischt. Ok, vielleicht müssen wir uns eine bessere Stelle aussuchen. Lass uns in die Richtung laufen. Halb schwimmend, halb stolpernd bewegen wir uns einige Meter. Dann tasten wir den Boden unter uns ab. Wo sind Felsen? Ich stehe auf. Des I think I am on a rock. Ich gebe ihr die Brille und Des taucht um mich herum. Sie meint die Sicht hier ist besser. No Des that is not a crayfish, you grabed my foot. Passiert. Bones hält eine Languste hoch. Ah verdammt, wir kriegen das auch noch hin. Es ist für uns beide das erste Mal. Wir haben heute uns die crayfish permits für einen Monat geholt. Kostet nicht mal 1€ pro Person. Und immer wieder tauchen wir unter und kämpfen gegen die Wellen, das Seegras und die Felsen. Wir lachen viel. Aber sooft wir auch untertauchen, wir finden nichts als Seegras. So langsam akzeptieren wir es, dass das heute nichts mehr wird. Zumindest haben wir es versucht. Jetzt wissen wir wie es geht und das nächste Mal werden wir auch erfolgreich sein. Doch bevor wir das Ufer verlassen, müssen wir die Langusten, die Bones und Dawie gefangen haben ausmessen. Die Weibchen mit Eiern sowie alle, die zu klein sind werden zurück ins Wasser geworfen. Übrig bleiben zwei prächtige Exemplare. Unsere Freunde am Wagen lachen uns aus dafür. Die sollten mal still sein, denn sie haben das kalte Wasser nicht einmal berührt.

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Marc’s Sohn, Zac (5), hat meinen Sandboarding Pulli bekommen, da ich nicht zusehen konnte wie er frierend herumrennt. Wenn die Männer hier auf ihre Kinder aufpassen kann ich einfach nur den Kopf schütteln. Aren’t you cold Anne? Ich stehe im T-Shirt im Sonnenuntergang während alle um mich herum dick eingepackt sind. Bisschen schon, aber Hauptsache das Kind friert nicht, solange es mit uns draußen stehen muss.

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Achja und ein weiteres besonderes Erlebnis habe ich noch nicht erzählt. Am Sonntag schreibt mich Anne, eine meiner treuen Blogleserinnen, an. Sie verfolgt meinen Blog seit Februar und ist soeben in Swakopmund. Sie möchte mich gerne persönlich kennenlernen. Anne stammt nicht aus meinem Freundes- oder Bekanntenkreis. Sie ist über Facebook auf meinen Blog gestoßen. Ich muss schon sagen, ein kleines bisschen geehrt habe ich mich gefühlt. Ich habe sie für Montag zum Sandboarden gebucht. Angekommen an der Düne winkt sie mir mit einem freundlichen Hallo zu. Die anderen Mitarbeiter schauen mich verwirrt an. It looks like you know each other?!  Nicht wirklich. Offensichtlich kennt sie mein Aussehen von den Bildern auf meinem Blog, ich weiß aber nicht viel mehr als ihren Namen, dadurch dass Sie mir einige Fragen gestellt hat. Anne erzählt mir später, dass mein Blog sie ermutigt hat ihren Plan durch das südliche Afrika zu reisen zu verwirklichen und viele meiner Beiträge ihr informativ weitergeholfen haben. Ich muss schon sagen, dass ich mich ein bisschen bestätigt gefühlt habe. Bestätigt darin, Beiträge zu verfassen, die nicht nur meine Erlebnisse schildern, sondern auch Tipps für andere (alleinreisende Frauen), die sich ebenfalls für das südliche Afrika interessieren.

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Am Montag wollten wir eigentlich wieder zum Klettern in das Flussbett fahren, allerdings sind Des und ich nie abgeholt worden, da die Männer den Cruiser nicht bis zu uns bringen konnten. Der fan belt ist zu Schaden gekommen und das mit dem Reparieren hat länger gedauert. So saßen Des und ich mit Zak vor dem Haus fest. Kühltasche zum Glück neben uns.

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Wir haben uns dann um eine alternative Aktivität umgeschaut und haben uns kurzer Hand für sunset surfing entschieden.

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Gibt definitiv schlimmeres als mit Freunden im Sonnenuntergang surfen zu gehen.

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