Etosha, zwei Leoparden und etliche Nashörner

Auf über 200 Kilometern habe ich heute auf eine schnurgeraden Strecke gegen den Wind gekämpft, der fast dieselbe Geschwindigkeit wie ich in meinem Auto hatte.

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Um 13 Uhr erreichen wir das Gate. Und noch vor der Rezeption laufen uns die ersten Tiere vor die Linse. 3 Giraffen.

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An der Rezeption wird uns mitgeteilt, dass dieser Campingplatz voll ist. Kein Problem, wir wollen eh auf einen anderen, der mehr im Zentrum des Parks liegt. Wir kaufen noch eine Karte vom Park und fahren los.

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Gleich um die Ecke entdecken wir eine Herde Springböcke. Es ist Mittagszeit und die Sonne brennt. Ich erkläre Sandy, dass wir um diese Uhrzeit wahrscheinlich kaum Tiere sehen werden, da die alle im Schatten liegen und vor der heißen Mittagshitze fliehen. Wir fahren jetzt direkt zum Camp und machen dann am späten Nachmittag noch einen Game drive. Aber selbstverständlich nehmen wir alle Tiere mit, die uns unterwegs über den Weg laufen. Kaum habe ich fertig gesprochen schreie ich auf. Mein Puls springt von 0 auf 180 und ich steige auf die Bremse. Da ist ein Leopard! Wo? Da ist wirklich ein Leopard. Ein LEOPARD! Ich kann es nicht glauben. Ich habe einen Leopard entdeckt. Kein Guide hat ihn mir gezeigt, ich habe ihn entdeckt. Und das obwohl er so gut getarnt ist.

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Er kommt näher. Mein Herz bleibt stehen. Hinter uns nähert sich ein Auto. Ich strecke meinen Finger durch das offene Auto in Richtung des Leoparden. Das Auto hält an. Der Leopard bleibt stehen. Schaut uns an. Direkt. Er ist knapp 5 Meter entfernt von uns. Uns kommt ein Auto entgegen. Es bleibt stehen. Der Leopard schaut verunsichert zur Seite. Ich kurbel das Fenster hoch. Er setzt sich in Gang. Zwei drei schnelle Schritte. Er ist direkt vor uns auf der Straße. Ich halte die Luft an. Kaum ist auf der anderen Seite verlangsamt er sich wieder und verschwindet im Gebüsch. Wahnsinn. Ich kann es nicht glauben. Was für ein Erlebnis. Eine Leopardensichtung ist etwas sehr seltenes. Ich habe bisher nur einen in freier Wildbahn gesehen und das war in der Serengeti. Dort hatte ich eine 5 Tages Safari gebucht. Aber jetzt haben wir ihn einfach so gesehen. Unglaublich. Mir fehlen die Worte. Diese Tiere faszinieren mich. Sie haben etwas magisches.

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Langsam fahren wir weiter. Aus dem Gebüsch strömt eine Herde Springböcke.

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Wahrscheinlich vom Leopard aufgescheucht. Vor uns fegt ein Sandsturm über die Ebene.

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Ich bewundere einen Termitenhügel. So weiß.

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Es zeigen sich noch weitere Springböcke und Giraffen.

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Aber auch Oryxantilopen entdecken wir. Ich erkläre Sandy, dass das Steak letztens von diesen Tieren kam. Es war verdammt lecker.

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In der Ferne zeigt sich eine ganze Herde Oryx.

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Und auch Zebras zeigen sich. Viele Zebras.

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Neben uns taucht eine weitere Antilope auf. Noch fremd für Sandy. Ein Kudu. Auch lecker als Steak.

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Wir kommen an den Rand der Etosha Pfanne. Etosha bedeutet eigentlich großer weißer Fleck.

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Ich sehe auf der weißen Pfanne noch zwei schwarze Flecken.

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Wir erreichen unser Camp. Suchen uns einen Platz aus und springen schnell in Pool. Kurze Abkühlung und los zum Nachmittags Game drive.

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Die Sonne steht schon tief. Wir müssen vor Sonnenuntergang zurück sein. Das Gate zu unserem Camp ist von Sonnenaufgang bis -untergang offen. Von 6:51 bis 18:51 Uhr.

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Während den zwei Stunden am Nachmittag sehen wir 4 Schakale. Seitenstreifenschakale.

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Daaaaaaa ein Nashorn! Das gibt es doch nicht. Noch so ein seltenes Tier. Ich bleibe stehen. Wir beobachten das Tier eine Viertelstunde lang. Sandy muss sich in Geduld üben. Entspannen. Nashörner sind die richtigen Tiere dafür. Bewegen sich gaaaanz langsam. Immer mit der Ruhe. Wir hören es kauen. Anne das wird jetzt gefährlich, lass uns fahren. Nein, alles unter Kontrolle. Beobachte es einfach nur.

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Jetzt haben wir zwei der Big Five gesehen. Die zwei, die eigentlich sehr schwer zu sehen sind. Unglaublich. Gut wir haben haben auch drei Löwen gesehen, aber die waren sehr weit weg. Unter einem Baum und wir haben nur die Köpfe gesehen. Aber sowohl den Leopard als auch das Nashorn waren in unmittelbarer Nähe. Was ist eigentlich mit den Elefanten? Ich hätte eine Wette abschließen können, dass das die ersten der Big Five sein werden, die wir sehen. Elefanten! Schreit Sandy und zeigt nach links. Na endlich. Kurz vor Ende.

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Danach entdecken wir noch drei flink herum rennende Mangusten.

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Um 18:50 Uhr erreichen wir das Tor. Das war knapp. Pünktlich zum Sonnenuntergang.

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Zurück im Camp stellen wir fest, dass das Safariunternehmen wild dogs unseren Campingplatz eingenommen hat. Die haben einfach ihren Truck hingestellt und 6 Zelte aufgebaut. Habt ihr meine Matte nicht gesehen? Nur, weil ich nicht im Zelt schlafe heißt das nicht, dass der Platz frei ist. So müssen wir uns einen neuen suchen. Näher am Wasserloch.
Ich baue das Zelt für Sandy auf und mache Feuer während sie duscht. Ich drehe mich um. Aaaah was ist bei unserem Auto? Ein Tier nähert sich, eins steht allerdings schon mit den Vorderbeinen im Auto. Alle Türen standen offen. Ich renne hin und verscheuche die beiden. Das eine läuft rückwärts und faucht. Hoffentlich beißen die Viecher nicht. Ich werfe einen Blick ins Auto und schließe alle Türen. Und verschwindet jetzt! Sandy darf euch nicht sehen, sonst macht die kein Auge zu heut Nacht. Sandy kommt zurück ich sage ihr etwa 10 Mal, dass sie die Autotüren schließen soll, sobald sie sich vom Auto entfernt (das Auto steht drei Meter neben unserer Feuerstelle). Sie schaut mich nur an und „ja hab verstanden, aber da ist ein Zaun um unser Camp, da kommt kein Tier herüber.“ Wenn du wüsstest… ich sag jetzt nichts dazu. Du wirst davon erfahren, sobald du daheim bist und meinen Blog liest.

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Nach dem Essen laufen wir ans Wasserloch. Und erleben weitere beeindruckende Tierbeobachtungen hautnah. Ein Tier nähert sich dem Wasser. Was ist das? Das kann doch nicht sein! Aber doch, tatsächlich das ist ein Leopard. Jetzt trinkt er. Ein magischer Moment. Wow, was kommt da aus dem Dickicht?

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Drei Nashörner! Wahnsinn. Wir halten die Luft an. Der Leopard hebt den Kopf. Die Nashörner kommen näher. Der Leopard zieht sich zurück. Die Nashörner trinken. Nach einer Weile verschwinden sie wieder im Dickicht. Der Leopard kommt zurück. Trinkt wieder. Die Nashörner drehen um und verscheuchen den Leoparden. Ich japse nach Luft. Fast habe ich vergessen zu atmen.
Kurze Zeit später taucht ein Schakal auf. Läuft zum Wasser. Hinter ihm taucht aus dem Dickicht ein Nashorn mit seinem Jungem auf. Unglaublich, wo kommen all diese Nashörner her? Der Schakal versteckt sich zwischen den Büschen. Kommt zurück. Ein ewiges Schauspiel. Später kommen zwei weitere Schakale und zwei Hyänen ans Wasserloch.

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Ich versuche mich am Fotografieren. Jedoch ist die Nachtaufnahme von Tieren etwas völlig neues für mich. Einstellen von Blende und Belichtungszeit sind nicht das Problem. Aber hier funktioniert kein Autofokus mehr und ich tue mich noch etwas schwer mit dem manuellen Einstellen des Fokus. Doch nach einiger Zeit bekomme ich ein Bild hin mit sem ich fast zufrieden bin.

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Die Spiegelung auf dem Wasser wäre von einer anderen Position besser geworden. Aber Morgen ist auch noch ein Tag. Ein Hase hüpft ans Wasser und mit ihm beenden wir unsere Tierbeobachtung für den Tag. Gute Nacht!

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