Mit Delfinen Surfen

Was macht man an einem sonnigen Sonntagnachmittag nach der Arbeit in Swakopmund? Surfen gehen. Was denn sonst. Ich packe meine Kumpels in den Kombi, fülle die Kühltasche mit Bier und lade die Surfboards ein. Nici du kommst. Nici ist die neue „local“. Local nennen wir alle, die in Swakopmund länger als 4 Wochen leben. Nici absolviert ihr Praxissemester in Swakopmund in einer Einrichtung für Kinder mit Behinderung. Sie kommt aus Oberstaufen. Seit ihrem zweiten Tag hier wird sie von mir überall hin mitgeschleppt. Ich kann sie ja nicht allein lassen, sie kennt ja niemand hier. Und ich habe angefangen aktiv zu werden. Die Jungs brauchen jemand der das Kommando in die Hand nimmt und was organisiert. Ansonsten verbringen sie ihre freie Zeit nur auf dem Sofa.
Let’s go! Mit einer Gruppe voll gut gelaunten Freunden denen man teilweise noch die Anstrengung der Party am Vorabend ansehen kann fahre ich Richtung Langen Strand, dem Surfspot zwischen Swakopmund und Walvis Bay. Peter flucht „oh no, we forgot to pack the beer!“. Ich drehe mich um und schaue die Jungs an. Really? Selbstverständlich habe ich Bier eingepackt. „Anne, oh you’re the best! What would we do without you?“ Vermutlich verdursten.
Bones lotst mich durch Langen Strand bis der Asphalt aufhört. „Do you have a four by four?“ For sure!  Sonst noch was? Hast du den alten VW Kombi dir schon mal angeschaut? Ich fahre zwar täglich auf Schotter, aber ich weiß nicht, ob ich in diesem weichen Sand nicht stecken bleibe. Vor uns sind etwa 10 Meter weicher Sand. Danach ist quasi der „Parkplatz“. Harter Sand. Ich muss nur durch die 10 Meter kommen. Ich drehe mich. 3 kräftige Männer sind im Auto. Ihr dürft schieben, wenn ich stecken bleibe! Rückwärtsgang einlegen um genug „Anlauf“ zu haben. Und mit Geschwindigkeit und im dritten Gang fliege ich über den Sand. Hüpfe auf und ab. Drifte bisschen seitlich. Alle lachen. Aber geschafft. Wir sind da.

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Ich gehe nicht ins Wasser. Wir haben nicht genug Neoprenanzüge. Und ja, die braucht man. Bei 11 Grad Wassertemperatur. Und vielleicht 13 Grad Lufttemperatur. Als erstes kämpfen sich Bones und Dawie durch die Wellen. Es ist kein einfacher Surfspot. Nici war noch nie surfen. Sie schaut sich das erst Mal von Land an. Zak, mein Hund, rennt am Strand auf und ab. Letzte Nacht wurde die Zeit umgestellt, deshalb haben wir heute viel Zeit bis die Sonne untergeht.
Nachdem die beiden aus dem Wasser steigen, stellen die Jungs fest, dass das keine gute Stelle ist um surfen zu lernen. „Let’s go to the mole!“ Alles klar. Alle wieder einsteigen. Jeder ein Bier in die Hand, ich das Lenkrad. Mit Schwung zurück durch den Sand. Ab nach Swakopmund. An der Mole ziehen sich dann auch Peter und Nici einen Neoprenanzug an und alle 4 stürzen sich ins Wasser. Ich setze mich auf die Mauer und genieße den Sonnenuntergang. Ein traumhafter Sonnenuntergang. Verdammt wieso habe ich meine Kamera vergessen? Und mein Handyakku ist leer. Ich blicke auf die Wellen. Beobachte meine Freunde beim Paddeln. Mein Herz fängt an zu rasen. Vor Schreck wäre ich fast von der Mauer gefallen. Hinter Peter ist eine Flosse aufgetaucht. Selbstverständlich habe ich sofort an einen Hai denken müssen. Zwei Meter neben ihm springen aber jetzt 2 Delfine aus dem Wasser. Das gibt es doch nicht. Vor Freude springe ich jetzt doch von der Mauer und renne an Strand hinunter. Zak jagt mich. Wild gestikulierend mache ich meine Freunde auf die beiden Delfine in der Bucht aufmerksam. Peter hatte sie schon gesehen. Er hatte wie ich auch erst Mal Herzrasen bekommen. Aber es dann genossen. Mit den Delfinen zu surfen. Das ist ein einmaliges Erlebnis. Wo ist meine Kamera, wenn man sie mal braucht? Aber egal. Das Bild bleibt in meinem Kopf und das Erlebnis werde ich nie vergessen.

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