Regentropfen, Donnergrollen, Blitze am Horizont und mein zweiter Fallschirmsprung

Seit fast einer Woche haben wir keine Sonne mehr gesehen. Heute wird es wirklich Zeit, dass sie sich wieder zeigt. Ich stehe an den Autos. Schaue mich um. Wo sind die ganzen Menschen? Gestern standen hier noch fast 40 Touristen. Heute 7. Verstehe ich nicht. Ich verteile die Schuhe. Eine Sonnenstrahl. Ich blicke nach oben. Die Sonne! Der Himmel reißt auf. Direkt über uns. Strahlend blau. Ich verteile die Snowboards. Donnergrollen. Was war das? Das habe ich ja noch nie gehört. Also hier in Namibia. Seit ich hier bin. Also seit mittlerweile fast 3 Monaten. Ich schaue zu unserem Kameramann. „I’m confused, what is that? What does it mean?“
Ich fange an mit meinen drei Stand up Boardern hochzulaufen. Es wird dunkel. Über uns eine dunkle Wolke. Ein Tropfen. Waaas? Ja es tröpfelt. Tatsächlich. Mein erster Regen seit ich Deutschland am 2. Juni verlassen habe.

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Etwas irritiert führe ich mein Briefing oben an der Düne fort. Was fragst du? Ob es einen Unterschied macht, wenn die Düne nass ist? Nein. Also eigentlich schon. Wir verwenden unterschiedliche Bretter im nassen und trockenen Sand. Whatever. Fahrt einfach hinab. Ich bin verwirrt. Es regnet in der Wüste. Und ich erlebe es.
Später, im Sonnenschein, bin ich mit meiner Freundin an die Dropzone gefahren. It’s time to fly. Mit den Kunden, die mit uns angekommen sind hören wir uns ein Briefing an. Es gibt also doch ein Briefing für den Fallschirmsprung? Wieso habe ich das letzte Mal keins bekommen frage ich meinen Tandemmaster? „Because you are hardcore Anne. You don’t need one.“ If you say so.
Wir sind dran. Meine Freundin bekommt einen Jumpingsuit ausgehändigt. Sie zieht ihn an. Cois, mein Tandemmaster, kommt zu mir und legt die Gurte an. Was ist mit meinem Anzug? „Anne you don’t need one!“ If you say so. Dann springe ich halt in kurzer Hose und Leggins. Und meinem Sandboarding Pulli.

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Ein Bierchen trinken und dann ab ins Flugzeug. Eigentlich war mein Plan, dass meine Freundin als erstes springt, damit ich ihren Schrei hören kann, aber hat nicht geklappt. Ich sitze wieder auf Höhe der nicht vorhandenen Türe. Dawie neben mir. Er wird zeitgleich springen. Vor mir sitzt Bones. Er wird den Sprung meiner Freundin filmen. Wir scherzen im Flugzeug. Lachen viel. Ich blicke über die Landschaft. Immer noch atemberaubend schön. Noch drei Meilen. Cois schließt mich an ihn dran. 2 Meilen. Ich sehe das Flussbett des Swakop Flusses. Noch eine Meile. Dawie friert. Trotz Anzug. Jetzt. Dawie klettert aus dem Flieger und hängt halb draußen. Wir rutschen nach vorne. Und fliiiiieg. Kaum stabilisiert in der Luft, nähert sich Dawie. Greift Cois‘ Hände. Ist mit seinem Kopf fast an meinem. Und wir drehen uns im Kreis. Freunde, nur gut, dass ich schindelfrei bin. Kurz bemerkt, das findet alles noch im freien Fall statt. Dawie entfernt sich. Unser Fallschirm öffnet sich. Cois gibt mir die Seile in die Hand. „You know how to use them.“  Ich ziehe rechts. Ihm wohl nicht stark genug. Er drückt tief nach rechts. Wir drehen uns und drehen uns. Schnell. Sehr schnell. Ich ziehe links. Cois zieht stärker. Wir drehen uns in die andede Richtung. Nach zwei weiteren Wechseln sind wir schon fast an der Dropzone. Er übernimmt die Seile. Wir landen. Als zweiter. What the -? Eigentlich landen die beiden Solojumper als erstes, weil sie kleinere Fallschirme haben, die schneller fliegen. Aber? Wir sind seeehr schnell geworden durch die ganzen Drehungen. Und deshalb vor Bones gelandet. Und lange vor meiner Freundin. Well done Cois. Haha, ein bisschen Spaß muss sein. Dankie!

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Hier noch das Nachher-Bild.

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Während wir die anderen beim Landen beobachten zeigen sich zahlreiche Blitze am Horizont. Es wird Zeit heim zu fahren. Verrücktes Wetter heute.

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