The drill sergeant, a boot camp and a rugby team

Nach dem großen Trip am Morgen räumen wir die Ausrüstung aus dem Kombis heraus und bereiten einen Wagen vor den Nachmittagstrip vor. Ein Rugbyteam aus Südafrika. 28 „Kinder“aus einer Privatschule aus Johannesburg.
Beth hat Papierkram zu tun. Also schickt sie mich mit Steven und Richard, dem neuen (alten) Mitarbeiter, hinaus.
Ich fahre. Zum Hotel „Deutsches Haus“. Begrüße den Busfahrer und sage bitte folgen. Diese Gruppe hat ihren eigenen Bus mit dem sie zur Düne folgen.
Steven, Richard und ich spaßen im Auto herum. Überlegen uns etwas für diese Rugby Spieler. „Let’s do a boot camp and you gonna be the drill sergeant!“ beschließt Steven. Diesen Namen hat mir Cios, der Kameramann gegeben. Weil ich auf der Düne gerne herum kommandiere. Die Touristen die Düne hochscheuche. Faulpelze nicht akzeptiere. Whatever. Let’s do it.

image

Ich begrüße die Trainer. Erkläre ihnen, dass das hier ein Bootcamp wird und stoße auf Zustimmung. Dann stelle ich mich vor die Jungs. Kinder sind es definitiv nicht mehr. Groß. Breites Kreuz. Tiefe Stimme. Aber gut erzogen. Und müssen jetzt einer Frau zuhören. Auf mich schauen, während ich die Anweisungen gebe. Dann wird die Schutzausrüstung verteilt. Danach die Bretter. „Thank you Ma’am“. „Ma’am, can I please have a helmet?“ „Thank you Ma’am“. Ja definitiv gut erzogen. Und gut, dass ich vergessen habe heute die Namen von uns zu nennen. Sie hätten uns eh nicht beim Vornamen gerufen.
Und jetzt los. In den Fußstapfen von heute morgen. Steven hinterher. Ich organisiere noch einiges am Auto. Dann laufe ich der Gruppe hinterher. Sie sind schon ein ganzes Stück voraus, aber keine Sorge, ich krieg euch. 2 Minuten später habe ich die Hälfte von Ihnen schon überholt. 3 Bretter auf dem Kopf und einen 5 Liter Wasser Kanister auf dem Bizeps. Fühlt sich nicht im Ansatz anstrengend an für mich. Are you kidding me guys? Was ist das für ein Tempo? So wird das nichts! Ich zeige euch gleich was Bootcamp heißt! Mit drei, vier schnellen Schritten überhole ich den Rest und ziehe das Tempo an. Und jetzt mir hinterher. Nur einer ist noch vor mir. Dem habe ich aber Angst eingejagt. Er rennt fast, nur um nicht von mir überholt zu werden. Steven begutachtet das ganze zufriedenstellend von oben. Bei ihm angekommen erkläre ich den Jungs, dass der erste Aufstieg nur zum warm werden war. Richard demonstriert die Abfahrt. Steven und ich spalten die Gruppe in zwei und senden sie abwechselnd hinab. Knees on the board. Elbows on the board. Lift up the front. And go. Ich halte das Brett bis sie drauf liegen und dann schiebe ich sie hinab. Der ein oder andere schreit wie ein Mädchen. Manch einer überschlägt sich. Next one!  Ein 100 Kilo Mann. Knees on the board. Lie flat. „Ma’am, I’m scared!“ I don’t care antworte ich und schiebe ihn hinunter. Die ganze Gruppe lacht.
Dann geht es zur nächsten Abfahrt. Different run. Different instructions. Elbows in the air. Use your breaks. Wieder rutscht Richard hinab. Steven hinterher. Rückwärts. Mit dem Kopf voraus aber auf dem Rücken liegend. Ja man merkt, dass er Spaß hat. Spaß an der Arbeit. Und los. Wer ist der erste? Elbows up in the air. And next. Legs together.
„Ma’am that’s very hard“ I know, you need muscles in the back. Alle lachen. Der nächste bitte. Elbows up. Up! Ich schiebe ihn auf dem Brett herum. So schwer ist das nicht. Schau zu mir. Soooo anheben ok? „Ma’am, I can’t do that!“ Ok, just leave it. Just leave them on the board and go. Alle lachen. Ich schnappe mir ein Board. Guys, look at me. It’s not that difficult. Just lift up the front like that. „Yes Ma’am“. Und nächster. „Ma’am I’m not going down this one.“ Haha, das denkst auch nur du. Come over to me. You are going down. NOW!  Die Trainer lachen. Aber sie sind selbst gute Vorbilder. Sie machen die Abfahrten mit.
Und ab zur nächsten Abfahrt. Du willst was? Verschnaufspausen gibt es nicht? Du kannst während du herunter fährst verschnaufen. Und los.
„Ma’am, I don’t want to break my leg“. You are a rugby player. Shut up and go.
So vergeht die Zeit und es ist Zeit für den Tandem-run. Two of you on one board. Ich setze mich auf das Brett, um zu demonstrieren wie es geht. Steven setzt sich hinter mich. „Let’s go Baby!“ Aah, Steven du sollst erklären. Alle lachen. Selbstverständlich. Steven brems! I don’t want to go all the way down. „I can’t break!“ Depp sage ich und springe auf. Wir rennen wieder hoch und senden sie paarweise hinunter. Fast jedes Paar überschlägt sich. Selbstverständlich. Anstatt Steven zuzuhören wie man lenkt, haben die sich alle nur auf unsere Mann-Frau-Situation konzentriert.
In Teamarbeit mit Richard werden die Bretter gewachst, denn jetzt ist die High speed Strecke dran. Normalerweise ist es der Bonus. Wer will darf. Nicht heute. All of you have to do at least two runs on this one. „Whaaaat?“ Ja, gut gehört. Steven sitzt unten und misst eure Geschwindigkeit. Und los. Legs together. Elbows on the board.
„I am going last.“ You are next!  „Nooo!“ YOU ARE GOING NOW. „Ok, Ma’am. But can you please explain to me again how to do this Ma’am?“ For sure.
Irgendwann ist es dann Zeit für die letzte Abfahrt. „Are you going down Ma’am?“ Yes. Den Rucksack auf dem Rücken und ein Wasserkanister zwischen die Beine geklemmt. „Don’t press to hard Baby.“ STEVEN SHUT UP.
Zurück am Auto höre ich noch 28 Mal „thank you Ma’am“. Dann fährt der Bus los. Wir lachen noch. Das war ein guter Trip. Hat richtig Spaß gemacht. Und ab nach hause. Es wird so langsam dunkel und ich will vor dem Video noch duschen. An der Hauptstraße hole ich den Bus ein. „Just do it Anne“ ruft Steven von hinten. Hupend überhole ich den Bus. Bye guys.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s