Kreative Autoreparatur in Afrika

Mein zweiter Monat in Swakopmund ist zu Ende gegangen. Von den 31, die der Monat Juli hat, habe ich an 29 Tagen gearbeitet. An etlichen davon sogar Doppelschichten. Aber mir macht die Arbwit immer noch Spaß. Es ist abwechslungsreich und unvorhersehbar. Ich weiß nie was für Kunden auf mich warten. Das macht den Job erst interessant. Langeweile kenne ich nicht. Wenn ich den Nachmittag frei habe gehe ich entweder mit dem Hund am Strand joggen oder entspanne im Garten in der Sonne. Mit der Katze auf meinem Schoß.
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Aber zurück zur Arbeit. Auch wenn sie abwechslungsreich geworden ist, ist es für mich mittlerweile Routine. Ich kann im Halbschlaf die Ausrüstung packen und die Anweisungen vom Band sprechen. Die Hochsaison ist in vollem Gange, was heißt, dass wir jeden Tag 15 bis 25, selten um die 30 Kunden haben. Was auch heißt, dass es nicht zu chaotisch ist. Die Jahre zuvor gab es angeblich mehr Stress. Mehr Probleme bereiten uns aber die VW Busse. Eigentlich haben wir jetzt 4 Minivans. Aber mindestens einer davon macht uns immer Probleme. Zuletzt hat uns unser Equipment Auto Sorgen gemacht. Es hat geraucht. Stark. Und der ganze Innenraum war voll mit Rauch. Also haben wir uns das ganze am Nachmittag genauer angeschaut. Wir, heißt Jay und Steven. Und ich stand daneben und habe so getan als würde ich überlegen wo das Problem sein könnte. Der Motor dieses Wagens ist hinten und schlussendlich haben wir das Problem gefunden. Ein Stück eines Rohrs ist abgebrochen. Deshalb hat sich der Auspuff im Innenraum des Wagens verteilt. Auch ich sehe wo das Teil fehlt. Doch was nun? Steven rennt durch den Garten. I need a piece of a pipe. A house pipe – here we go! Steven zeigt auf den Gartenschlauch. Are you serious? frage ich ihn entgeistert? Du willst den Gartenschlauch verwenden? Sure, why not? Du fragst mich wieso nicht? Weil der vielleicht nicht für heiße Luft geschaffen wurde. It will be fine.
Anyway. Ich stehe mittlerweile fast zusammenbrechend vor lachen neben Steven und beobachte ihn wie er dieses Stück eines alten Gartenschlauchs im Innenraum befestigt. Das Problem was wir mit diesen Wägen haben sind tatsächlich die Ersatzteile, da diese Wägen in Deutschland schon lange nicht mehr produziert werden. Wie will man dann in Namibia an die fehlenden Teile kommen? Wie auch immer. Der Gartenschlauch sitzt und wenn man den Motor anmacht kommt der Auspuff durch den Schlauch. Sieht also so aus, als wäre das Problem gelöst. Am nächsten Morgen wollen die beiden nur Kabelbinder mitbringen, damit der Schlauch befestigt werden kann. Wie ihr euch denken könnt, haben sie das selbstverständlich vergessen. So wurden wir wieder kreativ und haben den Schlauch einfach um die Anhängerkupplung gewickelt und in ein Loch gestopft (Bild unten rechts). That’s how we fix cars in africa!
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Jetzt mal sehen wie lange es hält….
In der Zwischenzeit noch den Sonnenuntergang genießen =)
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