Improvisation, Frauen hinterm Steuer und eine Hand voll Machos

Ich sitze am Frühstückstisch. Beth mir gegenüber. Den Stift in der Hand. Notiert die Schuhgrößen, die es heute zu packen gibt. Don’t write down two times 35. We dont have 2 pairs! Unterbreche ich die Stille, denn ich weiß, dass unser kleinstes Paar Größe 35 ist und wir nur eines haben. Doch Beth entgegnet nur:You’ll make a plan!
Ich seufze. Selbstverständlich. Was bleibt mir auch anderes übrig. Zum Glück wurde ich mit genug Kreativität ausgestattet, um in Afrika all das wett zu machen, was fehlt. Hier heißt es täglich mindestens einmal improvisiere. Am besten so, dass es professionell aussieht. Wie heute.
Deine Schuhgröße ist 29? Nimm das Paar.
But it says 35! 
Macht nix. Zieh die an. Die passen.
But…
No, they are fine!!
Ja Überzeugungsarbeit leisten gehört zu den Eigenschaften, die in meinem Beruf gefragt sind.

Ich fahre los. Kunden abholen. Die Sonne scheint. Um die Kurve. Wow. Ein Schlag trifft mich. Ein Gefühl von Glück überfällt mich. Vor mir erstreckt sich der Ozean. Er schimmert heute besonders schön. Habe ich zumindest das Gefühl. Soooo blau. Sogar ein bisschen türkis. Einfach wunderschön. Links der Ozean. Rechts ein paar Palmen. Über mir die Sonne. Ja so liebe ich es zur Arbeit zu fahren.

Und dann heißt es jeden Tag stark sein. Sich in der Männerwelt behaupten. Damit meine ich nicht meine Mitarbeiter. Den Kameramann. Oder die anderen Sandboarding Lehrer. Das bin ich gewohnt. Das tägliche necken.
Aber immer qieder gibt es Kunden, die meinen ihren Mund weit aufreißen zu müssen. So wie heute der Holländer. Kurz bevor wir in die Autos steigen und uns auf den Rückweg machen meint dieser Herr zu mir:
I dont trust woman behind the wheel.
That’s ok. You don’t have to drive with me. You can walk.
In this direction. Beth unterstützt mich und zeigt in die entgegengesetzte Richtung. An deiner Stelle wäre ich lieber still, wenn ich nicht in der Wüste zurück gelassen werden will. Er steigt ein auf dem Beifahrerplatz. Ich gebe Gas. Mittlerweile kann ich relativ gut auf Schotter fahren. Kenne diese eine Strecke in und auswendig. Auf dem langen geraden Stück beschleunige ich. 100km/h. Geht problemlos. Der nette Herr neben mir befestigt den Anschnallgurt und schweigt.
So sieht’s aus. Wage das nicht noch einmal die Fahrkünste einer Frau anzuzweifeln. Du selbst fährst durch Namibia in einem Reisebus. Alao schweig lieber.

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Etwas später an der Tankstelle. Ich gebe dem Tankwart sein Trinkgeld. Fahre los. Drehe und fahre im Kreis um dieses Cabrio mit drei Machos herum. Die Männer drehen sich um. Passt bloß auf, dass ihr euren Hals nicht verrenkt. Noch nie eine Frau hinter dem Steuer gesehen? Glotzt nicht so doof.
Wie es der Zufall will laufe ich diesen drei Männern, die die Bezeichnung Mann nicht verdient haben erneut über den Weg. Und zwar wirklich laufen. Bei meinem täglichen running at the beach mit Zak. Ich jogge. Der Hund neben mir. Und die drei mit den Mündern weit offen. Passt bloß auf, dass euch keine Fliege bis in den Rachen fliegt. Mit so einem Wagen hätte ich bisschen mehr Anstand von euch erwartet. Aber was kann man von Machos schon erwarten? Nichts. Sie sind mir nicht Mal einen Blick wert. Stattdessen lächel ich Zak an und ziehe das Tempo an. Bybye guys.

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