Bleib spontan und flexibel

Heute sollte es ein entspannter Tag werden. 5 Personen. Eine Familie. Nur lie down boarden. „We will be done wirh work at 12“ meint Paulus zu mir. Allerdings hat er dabei nicht bedacht, dass wir zu jeder Zeit Buchungen bekommen können. So fahren Paulus und ich heute morgen mit dem Wagen los, als Beth den ersten Anruf bekommt. Für Sandboarden. Heute.
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Wir fahren hinaus in die Dünen. Ich stecke mein Handy in den Rucksack, das ohnehin schon mit den Millionen von Sandkörnern zu kämpfen hat, denen es täglich ausgesetzt ist. Und wir starten den Trip. Oben auf der Düne bläst der Wind sogar stärker als gestern. Wenn wir uns nicht richtig stellen, hört uns die Familie nicht. Auch, wenn sie einen Meter neben uns stehen. Der Wind pfeift. Der Wind peitscht. Auf meine nackten Waden. Der Sand brennt. An meiner Fußsohle. Ja, selbstverständlich laufe ich barfuß. Die Mutter schaut mich erstaunt an und sagt dann aber „ok, that are african feets“. Definitiv. NICHT. Aber man gewöhnt sich an alles. Wobei das erst der zweite Tag mit heißem Sand ist. Aber ich möchte einfach nicht diesen hohen Verschleiß an Socken miterleben. Also laufe ich barfuß. Ist eh gesünder.
Bevor ich meine Kunden heute hinab schicke, sage ich anstatt „Füße zusammen“, close your eyes and your mouth. Denn die erste Abfahrt geht nach Osten. Direkt in den Ostwind hinein. Gott sei Dank ist Paulus hinunter und ich bleibe oben. Zak mit mir. Er schaut mich mit zusammengekniffenen Augen an. Und will mir sagen lass uns gehen. Nein Zak, ich bleibe hier. Er rennt los. Die Düne hinab. Dann bleibt er stehen, dreht sich um. Anne komm, es ist zu heiß und zu windig für dich. Nein wirklich, ich muss hier bleiben. Zak läuft drei Schritte, dreht sich wieder um. Koooooomm jetzt zurück zum Auto. Da gibt es Schatten. Immer noch nicht.
Meine Kunden kommen wieder hoch und Paulus entscheidet auch bei der nächsten hinunter zu fahren. Was ist los mit dir? Normal bist du faul und bleibst oben sitzen. Und schickst mich runter?! Scheint wohl, als wäre es unten nicht so windig. Meine einzige Erklärung für seinen Tatendrang. Aber freut mich.
Kaum sind wir wieder oben ist der Wind verschwunden. Komplett. Einfach weg. Und es brennt. Unerbärmlich. Jetzt schickt Paulus mich hinab. Und der Sand brennt verdammt noch mal. Ja, er ist auch barfuß. Aber er ist Afrikaner. Ich nicht.
So verbringen wir die restliche Zeit des Trips in stechender Hitze. Und sind schon um halb 12 zurück am Auto. Lunch time. Ich schaue auf mein Handy. Einen verpassten Anruf. Beth. Eine neue Nachricht. Beth. „Just letting you and Paulus know there is an afternoon trip“. Was eigentlich heißen soll Paulus und ich müssen am Nachmittag erneut arbeiten. Als ich das Paulus vermittle, bringt er mich fast um mit seinem Blick. Ich sage nur „just smile“.
Also geht es am Nachmittag wieder auf die Düne. Mit Beth. 10 Kunden. Eine Wienerin und zwei südafrikanische Familien. 5 Kinder. 2 fünf jährige. Auf dem Weg zur Düne haben Monika und Paulus beschlossen, dass ich heute nicht die stand up Boarder übernehme, sondern die lie down Boarder. Weil ich so gut mit Kindern kann. Selbstverständlich. Wenn es sonst nix ist? Finally habe ich zwei Kinder auf meinem Rücken sitzen und düse die unterschiedlichen Seiten der Düne hinab.
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Ich beschließe, dass der 6 Jährige das alleine kann. Muss er heute. Hab nur Platz für zwei. Und die zwei anderen kleinen Mädchen düsen auch allein herab. Lasst die Füße im Sand. Dann werdet ihr nicht zu schnell. Und sie machen das perfekt. Besser als so manche Erwachsene. Paulus macht nur eine Abfahrt mit den Kindern auf dem Rücken. Sein Rücken schmerzt. Ja, alter Mann jammer nur. Ich schaff das schon.
Dafür gibt es am Ende vom Tag ein schönes Trinkgeld. Für uns beide. Siehst du Paulus? Hat sich gelohnt am Nachmittag nochmal zu arbeiten. Jetzt lächelt er. Geht doch.
Désirée hat heute Muscheln gesammelt. So gibt es einen Muscheltopf zum Abendessen. Aber ich verbringe mehr Zeit drinnen vor dem Fernseher und am Maltisch. Mit der 2 jährigen Halo. Und Zak. Und Tom und Jerry. Ja diese Sendung liebe ich immer noch. Wir haben beide viel gelacht. Und ich bewundere die Kleine wie sie mit Zak umgeht und mit ihm spielt. Und was spielen wir immer? Upside down! Make me upside down. Ich halte sie an ihren Füßen und sie schreit the dog is upside down. Ja, alles im Leben ist Ansichtssache.
Danach laufe mit Désirée zu ihr nach Hause. Sie zeigt mir alles. Ab morgen wohne ich dort für eine Woche, während sie in Johannesburg ist. Mit ihren beiden Katzen. Oder eigentlich 4 Katzen. Denn Désirée reichen nicht nur ihre beiden eigenen Katzen, nein sie muss auch auf zwei Straßenkatzen aufpassen. Selbstverständlich. Das muss ich jetzt eben auch. Ok, habe mir alles gemerkt. Katze eins sehe ich. Wo ist Katze zwei? Anne die haben Namen. Bei mir nicht. Désirée zeigt mir noch ein Foto von ihren anderen Katzen bevor ich mit einem weiteren Schlüsselbund in der Hand heimlaufe. Katze eins hinter mir. Neben mir. Vor mir. Ich schreibe Désirée deine Katze verfolgt mich. Désirée antwortet du bist jetzt schon Teil der Familie. Eine zweite Katze taucht neben mir auf. Jetzt habe ich beide gesehen. Aber sie laufen mit mir mit. Schließlich kommt Désirée heraus und sammelt ihre Katzen wieder ein. Das kann ja heiter werden.

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