Kinder auf der Düne

Es ist kalt. Freaking cold. Ich will meine Winterkleidung. Meine Skijacke. Meine Wollsocken. Ich friere. Ich bin erkältet. Und habe heute zwei Schichten gearbeitet.
Ja, es war meine Entscheidung heute zu arbeiten. Und wieso habe ich ja gesagt? Weil ich liebe raus in die Wüste fahre und in der Sonne sitze, als in meinem kalten Zimmer den Tag absitze. Also bin ich heute morgen mit Paulus los. Nur Stand up Boarder. Also habe nur ich gearbeitet. Mittags Kunden heim fahren. Auto ausladen. Neu packen. Für den Nachmittagstrip. Und wieder los.
Beth (Chefin) holt die Kunden ab, ich fahre den Wagen mit der Ausrüstung und hole die Kamerafrau ab. Beth stellt an der Düne verwundert fest, dass es ein komplettes Frauenteam ist. Das hatte sie seeeeeehr lange nicht mehr.
Kamerafrau. Chefin. Sandboarding instructor (ich).
5 Kunden. 2 Kinder. Die müssen in die 36er Schuhe hineinpassen. Das sind unsere kleinsten Schuhe. Paaaaaassst. Und los.
„Anne, are you working with the kids? Yes you are. Because you have patience!“ Lange Rede kurzer Sinn. Diese beiden 9-jährigen Kinder haben sich auf dem Board besser angestellt, als die drei Erwachsenen heute morgen. Nur beim Hochlaufen musste ich die Pädagogin in mir ausleben. Der Junge wollte unbedingt die Düne gerade hochlaufen. Ich habe ihm nur gesagt, dass er sein Board liegen lassen soll, ich trage es für ihn. Er kann hochlaufen wo er will. Das Mädchen schaut mich an und denkt sich, dass es einen Grund hat wieso ich immer denselben Weg hochlaufe und folgt mir. Schlaues Kind.
Der Junge schafft keine 10 Meter. Dann dreht er um. Er durchquert nicht Düne, sondern läuft den ganzen Weg hinunter und läuft in unseren Fußspurem weiter. Ja, es hat einen Grund wieso wir dort laufen. Aber wie lernen Kinder am Besten? Durch Erfahrung! Dieser Junge wird nie wieder eine Düne senkrecht besteigen. Weil er an seinem eigenen Körper erlebt hat was das heißt.  Learning by doing wird das in der Fachsprache genannt.
Zum Abendessen sind wir bei einer Freundin eingeladen. Wieder daheim fragt mich Beth „do you want a day off tomorrow?“
I don’t care.
„Or do you want a day off on wednesday?“
I really don’t care.
„So you will take a day off tomorrow, and if not, I will just knock on your door.“

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