I survived this day – I can’t believe it!

Gestern war ich noch auf dem Swakopmunder Fasching, um den Tag heute zu verdrängen. Oder um ihn entspannt angehen zu können.
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Entspannt ist relativ. Aufwachen. Zähne putzen. Teewasser aufsetzen. Ab in die Garage. Sitzplätze in den Combis zählen. Die Kunden auf die Kombis verteilen. In Gedanken. Versteht sich. Es geht auf! Tatsächlich? Ok, aber zwei der 5 Kombis springen nicht von allein an. Wir müssen die zum Bewegen bringen! Steven kommt früher als sonst. Ich checke meine Fahrer. STEEEEEVEN, I need a driver. One more! Er holt sein Handy aus der Tasche und ruft ein Kumpel an. Zusage. Yeeeeah. Ok, jetzt musst du NUR noch diese zwei Wägen zum Fahren bringen. NUR. Steven lacht nur. Er verrät mir nicht, seit wann sie bewegungslos in der Garage stehen. I don’t care. Mir egal wie. Aber bring sie zum Laufen. Ich gehe jetzt einkaufen. 65 Brötchen. 180N$ Meat und 150N$ cheese please. Tomaten, Zwiebeln, Gurken und Eiswürfel lade ich noch ein. Während ich auf den Käse warte rechne ich wieder im Kopf. Zwei Kameramänner und eine Fotografin. Kein Platz. Ich rufe Cios an. „You have to drive your own car!“
Zurück in der Werkstatt. Drei Autos stehen vor der Garage. Eines davon wurde herausgeschoben. Ich gebe jedem Fahrer einen Zettel in die Hand. Darauf steht wer wo wieviele Leute einsammeln muss. Was ist mit dem letzten Kombi? Wruuuuummmm. Das klingt gut. Und los. 3 der 5 Wägen fahren zur Amanpuri Travellers Lodge. Ich betrete die Hotel Lobby. 16 Leute von G-adventures bitte. Ich gehe raus und zähle die Leute. One, two, three…….fourteen, fifteen, sixteen, seventeen. Seventeen? Ok, whatever, jump in the cars. Die 4 von Acacia auch. Und los geht’s. In der Auto Kolonne. Auf dem Weg Richtung Düne entdecke ich den Kombi mit der Ausrüstung vor mir. Sehr gut. Ich habe 4 von 5 Autoa im Blick. Alles im Griff. Aber was ist das? Der Wagen vor mir fängt an zu rauchen. Steven fährt an den Fahrbandrand. Ich bremse ab. Jay überholt mich. Kurbel das Fenster herunter. „Steven is everything okey?“ No! Alle Kunden in meinem Wagen lachen. Er gibt mir aber das Zeichen weiterzufahren. Ich komme an der Düne an. Das Auto von den Kameraleuten ist da. Jay ist mit 8 Kunden da. Und ich mit 9 Kunden. Ich raufe mir die Haare und hoffe, dass die anderen bald kommen.
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Daaaa. Ich muss lachen. Steven wird von dem anderen Kombi gezogen. Gut, wenn der Kombi schon auf dem Hinweg abgeschleppt werden muss. Aber whatever. Er ist angekommen. Und das ist das Wichtigste. Schließlich hat er die ganze Ausrüstung im Wagen. Und Zak. Den Hund. Jetzt fehlt nur noch Paulus. Ich hoffe, er hat die Kunden abholen können. Ich kann ihn nicht anrufen. Sein Handy ist kaputt. Er braucht ein neues. Hat aber kein Geld. Ich sollte meine alten Handys herschicken lassen. Die könnten wir jetzt gut gebrauchen. Da taucht Paulus auch schon auf. Perfekt. Und ich kann anfangen mit der Begrüßung. Man sind das viele Menschen. Nicht dass ich noch nie vor so vielen Menschen gesprochen hätte, aber hier habe ich es definitiv noch nicht. Ist aber eigentlich egal, ob 3 oder 30. Sagen muss ich immer dasselbe. Also alles easy. Es dauert nur länger bis jeder seine Ausrüstung hat.
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Mein Geschäftshandy klingelt. „Jay, can you please continue?“
Nach der ersten Abfahrt wird es ruhiger. Die Leute verteilen sich auf der Düne. Es bleibt sogar Platz für ein paar Späße unter den „instructors“.
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Ich bin total entspannt. Ich arbeite zwar. Aber es macht Spaß. Organisieren, managen, koordinieren. Solange wie alles klappt. 13:40 Uhr setze ich die letzten Kunden ab. 14 Uhr muss ich die Kunden für den Nachmittagstrip abholen. Kurz heim. Alle Wägen in die Garage. Wir fahren nur mit einem Wagen raus, weil die Schulklasse in ihrem eigenen Bus kommt und wir nur vorfahren müssen. Ich richte die Sachen vor der Garage. Wo bleibt nur Paulus? Wieder dasselbe. Ich kann ihn nicht anrufen. Ich rufe im Office an. „Mercha, is Paulus with you?“ -„No, but your clients are waiting.“ Aaah, ja. Es ist aber erst 2 nach 2. Paulus wird gleich kommen, passt schon. Kurz darauf fährt er um die Ecke. Alles einpacken und los. Am Office den Tourguide begrüßen und ab Richtung Düne. Ich rufe meine Chefin an. Hast du deinen Flug jetzt ändern können? Ja, sie ist in Johannesburg, muss dort noch eine Nacht schlafen und fliegt morgen zu uns. Du fragst, ob ich alles im Griff habe? Ja, der Vormittagstrip erfolgreich beendet. Das einzige was schief lief, war, dass ich zu wenig Gurken gekauft habe. Gibt schlimmeres. War genug Fleisch da. Das ist zum Beispiel wichtiger.
Ich rufe Angela an. Du musst Beth morgen um 14 Uhr am Flughafen abholen.
Ich rufe Jay an. Gebe ihm Auslunft, wo seine Schwester gerade steckt.
Gut, dass Paulus den Wagen fährt. Das wären vielleicht zu viele Telefonate gewesen.
Wir erreichen die Düne. Wir sehen nur Steven. Ihn haben wir samt dem defekten Equipment Car dort gelassen. An der Düne. Eine Stunde musste er alleine ausharren. Gibt schlimmeres. Aber Moment. Ffffff….. fluchen. Hätte ich den Kameramann mitnehmen müssen. Fluchen. Wir hatten nur über den Vormittag geredet. Aaaah. Die Kinder steigen langsam aus dem Bus aus. Und dahinter taucht ein weiteres Auto auf. Puuh. Das ist der Kameramann. Läuft. „Ok guys, may I just quickly have your attention please!“ Wow, die hören alle. Ich leier meine Routine herunter. Und muss lachen. Ja bitte? Ein Junge streckt seinen Finger in die Höhe. Wir sind hier nicht in der Schule. Sprich einfach!
Auf der Düne schicken wir die Kinder im Accord die Düne hinab. Gegen Ende sammeln sich selbstverständlich die, die Angst haben. Ich sammel all meine pädagogischen Fähigkeiten zusammen und überzeuge auch die letzten Zweifler. Oder Angsthasen. Wie man es auch nennen mag. Bei der zweiten Abfahrt sehe ich, dass viele der Kinder sich echt doof anstellen. Wenn ich das so direkt sagen darf. Deshalb beschließe ich, dass wir Dizzy nicht mit den Kindern machen. Dort kann man bis zu 80km/h bekommen und es gibt einen kurzen Moment, wo man abhebt. No way mit denen. Paulus brongt die Kinder Richtung Dizzy. Ich rufe ihm zu „no drop“. Er ignoriert mich. Steven spricht mit ihm. Paulus bleibt bei Dizzy sitzen. Steven sagt, er hat keine Lust auf einen Fight, schnappt die Speed gun und düst hinunter. Ich rede weiter auf Paulus ein. Er scheint mich zu ignorieren. Ich stehe neben den Kamerleuten. Sios unterstützt mich. Paulus bewegt sich immer noch nicht. „You start down there!“ schreie ich ihm zu. Er scheint schlussendlich zu hören. Zum Glück. Keine Lust auf Verletzte. Manchmal muss man sich als Boss schon kräftig durchsetzen. Danach kann man wieder ein paar Schritte zurück machen. Der Tourguide und ein Lehrer kommen zu mir und bedanken sich bei mir. Dafür, dass ich mich durchgesetzt habe. Kein Ding. Ich weiß, dass die Afrikaner sich einen Dreck um die Sicherheit kümmern. Deshalb stand ich oben an den Viktoriafällen, ohne Schutz. Ich möchte nicht den deutschen TÜV in Namibia anwenden, denn zu viele Sicherheitsvorkehrungen finde ich übertrieben, aber Grenzen muss man ziehen. Manchmal einfach eine Linie ziehen. So weit und keinen Schritt weiter. So wie heute. „No drop Paulus! Not with these kids!“ Deshalb kommen auch die 30 chaotischen südafrikanischen Kinder wieder heil am Bus an und wir verlassen die Düne kurz vor 5 nachdem das Seil wieder montiert wurde.
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Paulus (rechts im Bild) fährt den vordernen Wagen und Steven (links im Bild) lenkt den hinteren.
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So good, so far. Ich kommuniziere über Zeichensprache mit Steven nach hinten. Wir lachen viel. Bis es neben Paulus anfängt zu rauchen. Nicht der auch noch. Wir halten. Lassen es etwas abkühlen. Schalten den Motor aber nicht ab, denn wenn wir den auch nicht anbekommen, dann muss ich heimlaufen und mit einem anderen Kombi zurückkommen. Darauf habe ich echt keine Lust. Zum Glück schaffen wir es bis zum Haus. Dann setze ich mich in den demolierten Wagen. Die beiden Männer schieben mich in die Garage. Ich muss lenken. Was versammt schwer ist. Ohne Servolenkung. Ohne laufenden Motor. „Strong girl, very strong girl!“ ruft Paulus lachend. Ja ich gebe ja schon alles. „Breeeeak!“ Ah ja, Fußbremse funktioniert ja. Auch ohne laufenden Motor. Sorry, vergessen. Aber Handbremse hat der Wagen nicht?! „No, but it’s fine. It has a flat tire, so it will stay like this.“ Ich sage nichts mehr. Steige lachend aus dem Wagen aus. Ich lasse euch Jungs jetzt aufräumen, ich muss Emails checken und dann ab ins Office. Ich setze mich kurz an den Computer. Die Katze flitzt auf meinen Schoß. Ich muss aber nochmal aufstehen. Als ich zurückkomme streckt sie ihre Pfote nach mir aus. Mit ausgefahrenen Krallen. Ich lege die Hand auf die Maus. Die Katze versucht mich zu beißen. Ich ziehe die Hand zurück. Heee, was da los? Ich versuche erneut die Maus zu bedienen. Die Katze funkelt mich böse an. Ok, vergiss es. Ich weiß, ich war den ganzen Tag nicht daheim, aber deshalb musst du mich nicht gleich umbringen dummes Viech! Keine Mails jetzt. Ab ins Office. Um  6 wird der Film vom Vormittagstrip gezeigt. Da muss ich da sein. Kunden für T-Shirts, Hoodies und den Trip abkassieren. Präsent sein.

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