Arbeit in der Werkstatt

Heute ist tatsächlich der erste Tag ohne Kunden. Seit meine Chefin gegangen ist. Gut, sogar heute hat eine Person angerufen. Aber wir starten unsere Touren erst ab 2 Personen.
Also heute entspannen, denn das Wochenende wird bestimmt wieder stressig. Aber erst Mal Emails checken. Doch was ist da los? Outlook aktualisiert sich nicht. Das WLAN funktioniert nicht. Es steht nur „limited“ da. Was heißt das? Was habe ich mit dem WLAN angestellt? An- und ausmachen hilft nicht. Also mache ich mich auf den Weg ins Büro. Vielleicht komme ich dort in das Postfach. „No, but don’t worry, today we do not have Wifi. In Swakopmund and Walvis Bay the Wifi is not working.“ klärt mich die Dame an der Rezeption auf. Haha na dann bin ich ja beruhigt. Dann habe ich nix falsch gemacht. Aber bitte was? In den zwei größten Küstenstädten funktioniert das WLAN nicht? That’s africa!
Also gut, was dann jetzt machen, wenn du schon in der Stadt bist? Shoppen gehen. Ich brauche eine neue Sporthose, die alte, mit Gummizug, rutscht. Ich sehe es zwar nicht, aber scheint so, als hätte ich abgenommen. In Sportladen rein, auf die gelbe Hose gegriffen, anprobiert, gekauft. So einfach kann shoppen sein. Nebenan ist ein Schreibwarenladen. Ich könnte einen weißen Marker kaufen, dann kann ich heute die Schuhe beschriften. Gesagt getan. Also keinen Marker, den gab es nicht, aber Tippex wird es auch tun. Und ab zurück nach hause. Und ab in die Werkstatt.
Erst Mal schauen, ob ich eines der Wägen in Bewegung setzen kann, so dass ich etwas Platz in der Garage bekomme. Einen Minivan fahre ich raus. Die anderen müssen bleiben, denn sie springen nur an, wenn man anschiebt. Allerdings geht das alleine schwer. Also muss es so gehen. Tisch aufstellen und nach und nach alle Schuhe herausholen. Jetzt wird deutsche Struktur in das afrikanische Chaos gebracht. Schuhe der Größe nach sortieren. Schnürsenkel in die Schuhe stopfen. Beschriften. Regal putzen. Einsortieren. Regal beschriften.
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Klingt nach einer kleinen Aufgabe für zwischendurch? Ist es nicht. Es sind mindestens 50 Paar Schuhe in der Werkstatt. Wahrscheinlich eher 70 bis 80. Das hat mich einiges an Zeit gekostet. Hier in Afrika lebe ich nicht sehr mit Uhren, aber ich weiß, dass ich über 3 Stunden in der Garage stand. Am Ende wurde noch ein bisschen gekeehrt, so weit wie ich halt reichen konnte. Und um die Wägen herum. Aber ich bin zufrieden damit. Jetzt findet man sofort die Schuhe, die man braucht. Es ist Struktur im Regal. Und die Werkstatt sieht ordentlicher aus. Noch nicht ordentlich, aber besser. Bei meinem nächsten freien Tag werde ich den Rest in Angriff nehmen. Für heute reicht das.
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Überraschung für die Chefin, wenn sie aus dem Urlaub zurückkommt. Jetzt muss ich den Jungs nur noch erklären, wie man damit arbeitet. Damit diese Struktur auch bleibt. Wird schon.
Jetzt kurz eine Runde mit Zak an Strand gehen, denn er hat sich heute noch nicht bewegt. Leine in die Hand und los. Ja iat ja gut Zak, nicht ausrasten. Ruhig bleiben. Nicht hochspringen. Aaaaah. Und schnapp nicht nach mir. Hilfeee! Dreh dich um und lauf Hund! Looooos. Und lass mich in Ruhe.
An der Strandpromenade angekommen, stelle ich fest wie neblig es ist. Ich kann den Ozean kaum sehen. Gerade Mal die Brandung kann ich erkennen. Ganz schön dunkel heute. Ist mir gar nicht aufgefallen, weil ich den ganzen Tag in der Werkstatt verbracht habe. Und kalt ist es wohl auch. Die Dame da hat eine Daunenjacke an und einen Schal umgewickelt. Mmh. Ich schaue an mir runter. Kurze Hose. Fliflops. Pulli. Ok, lauf schneller. Dann frierst du nicht.
Wieder daheim hole ich meine Duschsachen und gehe aus dem Haus in Richtung von meinem Zimmer. Doch auf der Türschwelle kommt mir Désirée entgegen. Eine Freundin von Beth, meiner Chefin. Sie wollte mal vorbeischauen, ob ich alles im Griff habe. Danke, ja soweit läuft alles. Glas Wein?
3 Stunden später sitzen wir immer noch in der Küche. Draußen ist es mittlerweile dunkel und die Weinflasche leer. Aber ich fühle mich gut. Es ist so entspannt hier. Ich kenne Désirée kaum, aber wir haben uns 3 Stunden lang bestens unterhalten. Am Anfang auf englisch, dann auf deutsch. Sie ist nämlich deutscher Abstammung und meinte es wird für mich auf deutsch einfacher sein. Wie sie meint. Ich komme mit beidem klar. So unterhalten wir uns und ich bemerke ihre englischen Wörter kaum. Obviously. Holiday. Bakery. Friends. Really. Really? Lazy. Boring. All die Wörter, die ihr auf englisch zufallen. Läuft so weit.
Aber jetzt gehe ich wirklich duschen!

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