Wer ist auf unserer Düne?

Gestern habe ich mit Freunden noch bei mir ein Braii veranstaltet. Braii ist Afrikaans und bedeutet so viel wie grillen. Aber bitte mit Holz. Alles andere zählt nicht bei den Einheimischen. Ich wollte Teller aus dem Haus holen, doch meine Freunde meinten so etwas brauchen wir nicht. Teller muss man nur abwaschen. Wir essen direkt vom Grill. Ich also auch. Alles klar. Gemüse gibt es eh nicht. Für jeden ein kleines Brötchen und ganz viel Fleisch. So stehe ich da, in der linken Hand ein saftiges Stück Steak und in der rechten ein Glas Whisky. Rrrrring. Oh nein. Jetzt bin ich überfordert. Rrrrrrring. Bin beschäftigt. Rrrrrrrrrrrring. Kann grad nicht. Rrring. Ok, was lege ich ab? Rrrrrrrrrrrrring. Alkohol abstellen und Geschäftshandy in die Hand nehmen. „Alter Action Sandboarding good evening?“ 2 Mal stand up für morgen. Also gut.
Heute habe ich dann nur einen meinen Mitarbeiter zu mir gerufen und wir haben uns auf den Weg gemacht. Beide Kunden standen schon Mal auf einem Snowboard. Jawoll. Easy day. Kaum verlassen wir Swakopmund haben wir strahlend blauen Himmel über uns. Von Weitem erkenne ich Personen auf unserer Düne. Ähm, was machen die da? Das ist unsere Düne! Kaum halten wir, springt Zak aus dem Wagen und rennt bellend auf die Leute zu. Richtig so. Zeig ihnen wer hier der Herr ist. Einige Männer sitzend verteilt um die Düne herum. „Look at all these Securityguards!“ Du meinst das sich Sicherheitsmänner? Hmmm. Wer ist dann da oben auf der Düne? Und sitzt auf unserer Schanze? Vor wenigen Tagen war Angelina Jolie irgendwo in Namibia. Ich glaube aber nicht, dass sie noch da ist. Maybe? Nein Steven, sicher nicht. Ein Mann kommt auf uns zu. Wir sind zu laut. Bitte was? Die Männer hier sind am Meditieren. Ich muss mich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen. Die meditieren? Das heißt Zak hat den Mann beim Meditieren angebellt? Ich feier ihn. Aber mein Freund, es ist immer noch unsere Düne, wir müssen sprechen. Wir sind hier mit Kunden. Sucht euch das nächste Mal eine Düne aus, die verlassen ist. Es gibt Tausende von Dünen. Und nicht jede ist von Snowboardspuren durchzogen. Und hat eine Schanze. Logisch?
Auf geht’s. Schnappt euch eure Boards und los gehts. Auch Steven und ich nehmen unsere Boards. Wir müssen schließlich nicht den ganzen Tag nur herumsitzen. „We can practise on our jumps“ meint er. Also gut. Die beiden Touristen fahren als erstes die Düne hinab. Dann springe ich und hinter mir Steven. Wir beide landen perfekt. Läuft. So vergeht der Tag und wir laufen hoch und springen herunter. Doch in einem Moment erkläre ich den beiden Kunden etwas, als Steven schon losfährt und springt. Ich drehe mich zu spät um und sehe nur noch wie er von der Hälfte der Düne, sitzend auf dem Board, herunterfährt. Steven alles klar? Seiner Aussage nach ist er gut gelandet, dann jedoch in Rückenlage gekommen und mit voller Wucht mit dem Kopf auf den Sand gekracht. Er hat Kopf- und Schulterschmerzen. Angeblich ist Sand doch nicht so weich. Ich empfand Landungen immer als sanft. Aber er sieht ziemlich mitgenommen aus. Hmmm. Deshalb tragen unsere Kunden Helme. Wir beide nicht. Unter dem Helm schwitzt man ja nur.

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Nachdem wir am Nachmittag die Ausrüstung entladen haben bittet mich Steven noch um einen Gefallen. Ich soll ihm nicht mehr über WhatsApp, sondern eine SMS schreiben, wenn ich ihn zum Arbeiten brauche. Kein Problem, aber wieso? „My girlfriend sees when I’m online in WhatsApp and then I have to explain myself with whom I’m writing and about what.“ Seriously? Sorry, ABER such dir eine neue Freundin!

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