Welcome Europe on the dunes in Namibia – 15/06/15

Am Sonntag hatte ich noch gehofft den Montag frei zu bekommen. Aber da klingelte das Telefon. 4 Mal Stand up Boarden für morgen. Also heute. Na schön. Dann kann wenigstens Paulus einen Tag frei haben. Steven und ich können das zusammen machen. Paulus ruft mich heute morgen um 7 Uhr an. Und weckt mich. NEIN DU MUSST NICHT ARBEITEN. Und jetzt lass mich schlafen.
Kurz nach 8 hänge ich die Wäsche auf, als ich eine Nachricht erhalte. Von Steven. Ob ich das heute nicht allein mit Paulus machen kann. Er will heute frei haben. Muss paar Sachen erledigen. Konntest du mir das nicht gestern sagen? Ok, schnell Paulus anrufen. Selbstverständlich sagt er, er kommt. Vertrauenswürdiger Junge. Aber wenn er jetzt losläuft, ist er in 40 Minuten bei mir. Er wohnt nämlich im Township Mondesa. Hoffe das reicht noch.
Pünktlich um halb 10 packe ich meine vier Gäste im Gästehaus ein. „Where are you from?“
Sweden.
Switzerland.
Belgium.
Norway.
„So there is all europe in your car.“
„And a woman from Germany is driving the car!“
Bunte Mischung. Backpacker. Mein Alter. Lockere Leute. Das heißt Spaß. So arbeite ich gerne. Schon im Auto tauschen wir uns über alles Mögliche aus. Auf der Düne fahren wir dann gemeinsam im Sand hinunter. Paulus sitzt eigentlich nur oben. Als Deko. Ich schmeiße alles. Briefing bei den Autos. Briefing auf der Düne. Aktives Helfen bei den Anfängern. Wobei ich mir da veräppelt vorkomme. Denn die stellen sich auf das Board und halten sofort das Gleichgewicht und fahren hinab. Hallo? Du hast Anfänger gesagt. Wie soll ich dir die richtigen Tipps geben, wenn ich dich in falsche Kategorie einstufe. Also erkläre ich nur noch wie man Kurven fährt. Und fahre mit hinab. Zak, der Hund, immer hinter mir her. Dann „renne“ ich, wie die anderen meinen, die Düne hinauf. Damit ich wieder oben zum Helfen bin, wenn die erste meiner Kunden ankommt.
Als die Zeit für das Lie down boarden kommt, wecke ich Paulus. „It’s your turn. You have to work, NOW!“ Er macht das Briefing und fährt mit der Speed gun hinab. Mmmh. Wieder muss ich eingreifen. Ich platziere die Kunden auf dem Board, gebe ihnen eine letzte Anweisung und schiebe sie an.
Ich muss schon sagen, Europäer sind mir definitiv lieber als die Südafrikaner. Sie sind um einiges sportlicher und bei weitem nicht so faul. Ein ordentliches Trinkgeld stecken sie mir auch zu. Weil es so viel Spaß gemacht hat. Teile ich selbstverständlich mit Paulus. Der 2 Stunden nur im Sand saß und nichts gemacht hat. Das ist Teamwork. Ich habe ihn gebraucht, um den Wagen mit der Ausrüstung an die Düne zu bekommen. „That’s your tip for today!“ „Oh, wow. I love you!“ Selbstverständlich. Liebe ist immer im Spiel. That’s africa.
Am Nachmittag dusche ich Zak mit dem Gartenschlauch ab. Und verwende Shampoo. Nivea for men. Vielleicht riecht er dann nicht mehr nach Hund.
Ich laufe im Sand. Die Wellen umspülen meine nackten Füße. Uuh, der Atlantik ist kalt. Was ist da vorne? Sieht aus wie ein Felsen. Aber Moment der bewegt sich. Tatsächlich, eine Robbe. Ich nähere mich bis auf 3 Meter zu ihr. Und schon watschelt sie los. Ab in den Ozean.
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Was die hier nur macht? So weit weg von der Robbenkolonie? Hat sich wohl verlaufen…
Ich laufe entspannt weiter. Inmitten einen Schwarm von Möven. Ich sehe sie vor mir in der Brandung stehen. So wie ich mich nähere, fliegen sie los, lassen sich vom Wind tragen und landen hinter mir wieder. Diese Tiere sind dafür verantwortlich, dass man auf dem Parkplatz neben dem Strand zahlreiche zerbrochene Muscheln findet. Sie fischen die geschlossenen Muscheln aus dem Ozean, fliegen über den asphaltierten Platz und lassen sie fallen. Die Muscheln zerbrechen und die Möven kommen an das zarte Muschelfleisch heran. Schlaue Tiere.
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Selten sieht man diese beiden so einig nebeneinander. Normalerweise jagt Zak die Katze immer. Die findet man deshalb nur oben. Auf dem Tisch. Der Arbeitsfläche. Dem Regal. Sobald sie einen Fuß auf den Boden setzt, kommt Zak angeflitzt und will mit ihr spielen. Worauf die Katze absolut keine Lust hat. Nie. Deshalb rennt sie immer nur auf dem Boden. Vom Wohnzimmer in die Küche. Von der Küche ins Arbeitszimmer. Von dort ins Schlafzimmer.
Jetzt gehe ich duschen. Rrrring. Hellooooo? Sandboarden. Tomorrow. Oh nein, nicht schon wieder. Nicht, dass ich die Arbeit nicht lieben würde oder so. Aber ich brauche nur mal einen Tag frei. Ich komme nicht dazu mein Zimmer zu putzen. Oder einkaufen zu gehen. Oder die Stadt anzuschauen. Wurde heute gefragt wie lange die Läden offen haben. Nicht mal das weiß ich. „But you live here.“ „No, I work here!“
Also gut. 7 Stand up und 1 Lie down morgen. Steven können wir das zu zweit machen? Dann kann Paulus einen Tag frei haben. Und jetzt gute Nacht. Muss Kraft tanken. Durchschnaufen. Morgen wieder im Sand laufen…

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