Just jump!

Nebliger Morgen. Kalter Morgen. Wenige Kunden. Weit verstreute Pick-ups (sorry für das englische Wort, aber ich kenne die deutsche Übersetzung dafür nicht und mein Wörterbuch auch nicht. Abholung? Einsammeln? Macht alles keinen Sinn.)
Heute bin ich dran mit boarden. Einen Tag die Chefin. Einen Tag ich. Selbstverständlich nur, wenn nicht viel los ist. Dann kann einer von uns selber mit boarden. Heute hat sie entschieden, dass ich die Anfänger übernehme. Sie den Snowboarder. Sie (Beth) sagt also in einem Satz den Unterschied zwischen Sand und Schnee (Sand ist weich) und schickt ihren Kunden hinunter. Während ich die lange Einweisung machen muss. Und sie zuschaut. Damn it. Ich mag es nicht bei der Arbeit beobachtet zu werden. Ich vergesse eh die Hälfte zu sagen. Just go down. Und erstaunlicherweise macht das die erste richtig gut. Sobald alle unten sind, schnalle ich mein Board an. Und schwebe über den Sand. Huii macht das Spaß. Wieder oben angekommen versucht Beth den Snowboarder zu überzeugen über die Schanze zu springen. Der Engländer überlegt und fragt wie er das machen muss. Beth erklärt lang und breit worauf er achten muss. Er sagt nur „well you’ll gonna do it, then I can see how to do it“ und meint damit mich. „Well I can jump, but I will not land the jump“ antworte ich während ich mein Board anschnalle. Ich stehe erst heelside auf dem Board. Setze mich hin. Drehe mich. Stehe toeside. Rutsche nach links. Stehe. Das brauche ich. Die Position 10 Mal ändern. Als ob es die Höhe der Schanze ändern würde. Oder sonst was. Ok, also einfach los. Uuuuund… yeeeeeeah! Gelandet!!!
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Ich habe zwar keine Ahnung wieso ich den Arm so dämlich in die Luft strecke, aber läuft. Ich kann nicht mal sagen „hauptsache sieht gut aus“, weil das einzige was auf diesem Bild gut aussieht, ist die Sandschleuder, die ich hinter mir mit schleppe.
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Dafür sieht die Landung wie aus dem Lehrbuch aus. Zumindest fast. Auf jeden Fall so gut, dass der Engländer es nachmachen konnte. Und am Ende habe ich sogar eine der Anfängerinnen über die Schanze gebracht. Wenn wir Anfänger auf die Schanze bringen, fixieren wir sie an der Bindung und rutschen mit ihnen bis fast auf das Brett, um sicher sein zu können, dass sie die Schanze treffen. Landen, oder besser gesagt fallen, lassen wir sie alleine.
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Steven (Mitarbeiter) und ich bei der Arbeit. Harter Arbeitstag.
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Zak zeigt allen wie man vorbildlich auf seinem Sitz Platz einnimmt.
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Da die Sonne scheint entscheide ich mich an den Strand zu gehen. Ich nehme Zak mit, damit Beth in Ruhe arbeiten kann. Eigentlich gehe ich nicht wirklich spazieren. Ich setze mich in Sand und freue mich über die Sonne. Genieße es barfuß laufen zu können. Gestern war ich hier noch in Joggingschuhen, langer Hose und Jacke. Heute barfuß im Sand. Den Unterschied macht der Himmel. Gestern bewölkt, heute sonnig. SONNEEEEEE!
Zak schaut mich blöd an. Dumm gelaufen Zak, heute laufe ich nicht. Ich sitze nur. Also beschließt er selbst Gassi zu gehen. Eine halbe Stunde später drehe ich mich. Zak? Ich sehe ihn nicht. Ach was soll’s. Er wird schon zurückkommen. Und genieße weiter die Sonne.
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Barfuß im Sand. Ich liebe es. Liiiiiiiiiebe es!
Etwas kommt angerannt. Setzt sich neben mich. Zak? Was tust du? Mit mir die Sonne genießen und auf das Meer blicken?
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Doch er langweilt sich schnell und rennt wieder weg. Ich sitze noch bis es anfängt dunkel zu werden (kurz vor 5). Ich fange an zu frieren und beschließe heimzujoggen. Von irgendwo kommt Zak angeschossen. Zum Glück kann dieser Hund für sich selbst sorgen. Und weiß immer wo ich bin.
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Wieder daheim dusche ich erst Mal und beschließe heute Mal zu kochen. Die letzten Abende waren wir immer essen. Entweder in einem der vielen Restaurants oder bei irgendwelchen von Beths vielen Freunden daheim. Beim auswärts Essen gibt es dann das Problem mit dem Zahlen. Beim ersten Mal hat sie gezahlt, weil ich wieder gekommen bin. Beim zweiten Mal wollte sie wieder für mich zahlen und ich meinte „Beth, one day I have to start to pay my food!“. Sie antwortete darauf nur „and one day I have to pay you for your work and that scares me“ und bezahlte mein Essen. Das nächste Mal zahlte sie für alle, die am Tisch saßen. Zu den anderen meinte sie „you made dinner, so I pay your drinks and Anne – you are my slave“. Wenn ein Sklave bei dir für nichts zahlen muss…
Ich schnappe also meinen Geldbeutel und laufe durch den Garten. Ich frag nur kurz, ob Beth mitessen würde. Moment, ich höre Stimmen im Wohnzimmer. Selbstverständlich hat sie Besuch da. Ich werde vorgestellt. Setze mich. Monika, arbeitet für uns in der Filmcrew, spricht mich auf meinen Pulli an. „I love – what is it today? You have so many clothes with ‚i love a country‚ on it“. Ähm. Bevor ich antworten kann, kommt Beth mir zuvor „she has only one pullover“. So sieht es aus. Und auf dem steht „I love Venedig“ drauf. Aber freut mich, wenn es so ankommt, als hätte ich viele Kleider und nicht als wäre die Backpackerin, die immer im selben Pulli herumläuft.
Und bin eine Stunde später immer noch im Wohnzimmer. Mit einem Glas Wein in der Hand. Beth liebt Rotwein. Ich jetzt auch.
Irgendwann werde ich darauf angesprochen, wieso ich mit einer Tasche ankam. Naja, eigentlich wollte ich in Spar gehen und etwas zum Kochen einkaufen. Eigentlich. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Eine halbe Stunde später sitze ich im Restaurant mit einem Springbock Steak vor mir.
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