Es ist kalt. KAAAALT!

Eigentlich hatte ich heute schon resigniert. Mich damit abgefunden, dass es heute keinen Artikel gibt. Die Kälte als Ausrede akzeptiert. Doch dann kam Zak. Der Hund.
Auf dem Weg zu den Dünen bekommt Beth einen Anruf, weil Kunden auf den Pick-up warten. Eigentlich haben wir alle eingesammelt. Aber diese Dame hat uns eine Mail mit einer Buchung für den 7 Juli geschrieben, meinte aber den 7. Juni. Sorry, dass wir das nicht geahnt haben. Aber da der Kunde König ist und nichts für die Messiarbeit der Dame an der Rezeption im Hotel kann, schicken wir Paulus zurück die wartenden Kunden abzuholen. In der Zwischenzeit fangen wir an der Düne an. Einweisung. Verteilen der Ausrüstung. Düne hochlaufen. Luft schnappen. Atmen. 3 Millionen Fragen gleichzeitig beantworten während du einen Atemzug machst.
Dann geht es an die erste Abfahrt. Ich helfe Steven bei den Lie down Boardern bis Paulus zurückkommt. Steven stürzt sich als erster hinunter und lässt mich oben mit den Touristen. Nach und nach schiebe ich sie die Düne hinab. Nummer 7 dreht sich, kippt und stürzt. Verdammt. War das mein Fehler? Mit dem Wissen einer erfahrenen Fachkraft analysiere ich den Sturz und mache der letzten Person, die dort hinunter fährt klar, was der Fehler an der Abfahrt war. Improvisation ist die Basis jedes überzeugenden Auftrittes. Glücklicherweise kommt Nummer 8 heil unten an. Zak ist während der ganzen Zeit neben mir. Dieser Hund weicht keinen Schritt von mir. Er ist mit mir die Düne hochgelaufen, hat zeitgleich mit mir getrunken und sitzt neben mir, wenn ich die Leute anstoße. Wir wechseln den Startpunkt und laufen über den Dünenkamm zum nächsten Start. Zak stets neben mir.

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Später widme ich mich dann wieder den Stand-up Boardern. Mein Spezialgebiet. Doch ich hatte nicht damit gerechnet. 6 Deutsche und ein Schweizer. Die herausgefunden haben, dass ich aus Deutschland komme. Und mich nur noch in Deutsch ansprechen. Und Fragen auf deutsch stellen. Was mich total aus der Bahn wirft. Die Sätze, die ich forme, die Begriffe, die ich verwende haben im entferntesten Sinn vielleicht etwas mit der deutschen Grammatik zu tun. Aber das macht nichts. Deutsch war noch nie meine Stärke. Und ob sie verstehen was ich sage oder nicht macht auch keinen Unterschied. Bei der Abfahrt macht eh jeder was er will. Nur Zak bleibt mir treu (siehe Foto). Immer neben mir.
Ich bleibe als letzte oben. Das heißt alles einsammeln. Alle Trinkbecher. Alle Jacken. Und alles was die Touristen sonst noch so herumliegen lassen. Da war dann aber noch ein Snowboard von der Dame, die sich nicht getraut hat herunter zu fahren. Ihre Snowboard Schuhe. Ein Rucksack und zwei Lie down Boards. Die Düne hinunter geht noch. Das Snowboard schicke ich alleine hinunter. Die Schuhe werden an den Rucksack gebunden und dann geht es auf den Brettern hinab. Doch was nun? Wie trage ich das alles jetzt die letzten Hunderte von Metern bis zum Auto? Die Hälfte auf dem Kopf transportieren. Das ist etwas praktisches, was ich in Ghana gelernt habe. Leider habe ich kein Selfie für euch, denn ich hatte keine Hand frei.
Nach einer heißen Dusche sitze ich am Nachmittag am Küchentisch. Fest entschlossen den Bericht jetzt zu schreiben. Doch nachdem ich den Anknopf für das Tablet betätigt habe, sind meine Finger erfroren. Deshalb werden die Hände in den Jackentaschen gewärmt. Es ist also unmöglich etwas zu tippen. Zu kalt. ZUUU KALT!
Dann kommt Zak. Alle 3 Sekunden rennt er auf mich zu und stupst mich mit seiner Nase. Zaaaak. Es reicht. Beschäftige dich selber. Geh raus. Geh spielen. Geh die Katze jagen. Mach was immer du willst, aber lass mich in Ruhe.
Ich friere am ganzen Körper. Beth kommt aus dem Arbeitszimmer. „It’s soooo cold in here. And Zak is so bored, I can’t believe it“ erwähne ich frustriert. Sie schaut mich an und meint nur, dass Zak nicht mehr seinen Auslauf bekommt, weil er den ganzen Tag nur neben mir her läuft und ich mich nicht so viel bewege im Vergleich zu ihm. Klingt logisch. Und nun?
Beth kommt auf die glorreiche Idee mich und Zak raus zu schicken. „I decided that my mission is to turn you into a dog lover!“ Glaubst du wirklich, dass das gut endet? Zak und ich werden tatsächlich rausgeschmissen. Wenige Meter lasse ich ihn an der Leine laufen, dann ist es mir zu blöd und ich lasse ihn frei laufen. Hinunter an Strand.

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Uns kommt ein anderer Hund entgegen. Zak läuft hin. „Zaaaak“. Er dreht sich um und schaut mich an. Macht dann doch noch einen Schritt auf den anderen Hund zu. „Zääääk“. Er dreht ab. Wow. Der hört ja auf mich. Wir laufen auf der Mole nach vorne und dann am Strand entlang. Zak immer vorne weg. Ab und an dreht er sich um und schaut, ob ich noch da bin.

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Der Himmel ist grau in grau. Heute morgen hatten wir auf der Düne nur blauen Himmel. Aber in Swakopmund hat keine Sonne geschienen. Ich stelle erstaunt fest, dass ich nicht mehr friere. Bewegung hilft.
Wo ist eigentlich Zak? Mmmh, keine Ahnung. Er wird schon wieder auftauchen. Und ich laufe weiter. Ein Stück auf der Strandpromenade. Dieses Gebiet heißt einfach Strand. Wo wohnst du? Strand 77. Was für ein Straßenname.

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Fast eine Stunde waren wir schlussendlich unterwegs. Beth hat sich schon Sorgen gemacht. Nicht um Zak, der findet den Weg heim. Aber um mich. Alles gut. Wir sind nur eine große Runde gelaufen.
Zum letzten Termin heute geht es ab in Office. Dort wird jeden Abend der Film des Tages gezeigt. Da gibt es immer was zu lachen. Und wir holen uns die neuen Buchungen für den nächsten Tag ein. Um 7 verlassen wir das Büro.
Jetzt wird entspannt. Wir sind bei Freunden zum Essen eingeladen.

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