Kulturschock und Zukunftspläne

Ja, ich weiß. Ich habe schon lange nichts mehr geschrieben. Die ersten meiner Leser beschweren sich schon.
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Aber die erste Woche zurück in Deutschland war alles andere als einfach für mich. Ich habe einen Temperatur- und auch einen Kulturschock verarbeiten müssen. Trotz Wintermantel und Stiefel habe ich mir die erste Erkältung eingefahren, die ich dann dank ansteigenden Temperaturen zum Glück schnell auskuriert habe. Aber der Kulturschock war heftiger. Ihr meint ich hatte in Südafrika doch schon westlich moderne Standards? Ja, darin besteht der Kulturschock auch nicht. Es ist die Mentalität der Deutschen, die mir zu schaffen macht. Der unfreundliche Unterton der Stimme. Die strengen Richtlinien im Alltag, die jeden Spaß im Keim ersticken. Das ständige Hetzen von A nach B. Gestresste und müde Blicke der Menschen in deiner Umgebung. Das Schweigen in Bussen und Bahnen. Auf mein gewohntes „Hallo“ zum Sitznachbar bekomme ich im günstigsten Moment ein Schweigen zurück. Manchmal allerdings auch einen entsetzten Blick wieso ich auf die Idee komme, die Person neben mir zu begrüßen. Entschuldigung, es war dumm von mir die afrikanische Mentalität in Deutschland auszuleben. Den ersten Bus habe ich auch schon verpasst. Wieso fährt der auch auf die Minute genau ab? Und wieso zuckt der Busfahrer nur mit den Schultern, anstatt für mich die Türe erneut zu öffnen. Er stand schließlich noch in der Haltestelle. Es sind die Kleinigkeiten im Alltag, die mir aufzeigen, dass ich in Deutschland angekommen bin. Und ja, nach fast 7 Monaten auf dem afrikanischen Kontinent fällt es mir wirklich schwer mich hier zurechtzufinden.
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Mir bleiben auch nur noch zwei Wochen in Deutschland bevor es zurück geht. Zurück? Wohin? Ihr kommt nicht mit? Dann nochmal langsam von vorne.
Ihr erinnert euch an Swakopmund, die Küstenstadt in Namibia, die gleichzeitig am Atlantik und in der Namib-Wüste liegt? Die Stadt, in der ich eine kleine Kurzgeschichte geschrieben habe? Die Stadt, in der ich länger als geplant geblieben bin? Die Stadt, in der ich über Ostern in eine teure Unterkunft ausweichen musste, weil alles ausgebucht war? Das hatte alles seinen Grund. Es begann alles in der Wüste. Mit den Snowboardschuhen an den Füßen und dem Brett im Sand. Das Gefühl, das mich unglaublich glücklich machte. Und dann kamen meine bunten Kleider ins Spiel. Meine unbändiger Wille den Sprung über die Schanze zu schaffen. Meine Ausdauer, die mich an einem Tag über 20 Mal die Düne hoch bringt. Und meine Hilfsbereitschaft, als ich mit der Anfängerin den Hang hinab fahre. Hand in Hand. All das hatte die Chefin beeindruckt. Die Chefin des Sandboardingteams in Swakopmund. So sehr sogar, dass sie fast darum gebettelt hat. Darum, dass ich für sie arbeiten soll. In Namibia. In der Wüste. Anfangs habe ich das nicht so ernst genommen. Es war schließlich der erste April. Wer will schon auf einen Aprilscherz hereinfallen? Nachdem die gebürtige Amerikanerin mich aber darum gebeten hat, über das Osterwochenende auszuhelfen und mich schon bezahlt hat, ist mir bewusst geworden, dass sie es ernst meint. Also bin ich nicht wie geplant am Karfreitag aus Namibia ausgereist, sondern habe an den Feiertagen gearbeitet. Und dann stand da plötzlich das Angebot. Juni bis August. In der Hochsaison 3 Monate als Sandboardinglehrerin in Namibia arbeiten. Ich habe verzweifelt gesucht, aber einfach keinen Grund gefunden dieses Angebot abzulehnen. Nicht Mal die Flugpreise konnten mich abschrecken. In die ehemalige deutsche Kolonie fliegen drei Airlines direkt ab Frankfurt. Ein paar Wochen habe ich den Flug beobachtet und dann zugeschlagen. Von Frankfurt nach Windhoek für 380€ am 2. Juni. Ja, das ist nur der Hinflug. Ich möchte den Rückflug mir diesmal offen lassen. Ja, selbstverständlich möchte ich nach diesen 3 Monaten arbeiten noch etwas reisen. Wer kann denn schon von „work and travel“ in Afrika berichten? Australien kann ja jeder. Ich werde es in Afrika machen. Schließlich habe ich noch nicht genug gesehen. Nicht genug von Afrika. Von diesem magischen Kontinenten. Von dem Kontinent, vor dem dich alle warnen, die noch nie dort waren und von dem alle schwärmen, die dort waren.
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Und, weil ihr, meine Leser, mir so viel positives Feedback gegeben habt, wird dieser Blog weiterleben. Also dran bleiben 😉

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