Der Weg ist das Ziel – 26. April

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Der Weg war das Ziel. Der Weg von Dar es Salaam bis nach Kapstadt.
Aber dennoch bin ich irgendwann angekommen. Nicht am Ziel. Aber am Ende meiner Reise.

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Ich stehe jetzt am südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinenten.

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Und mir schießen tausend Gedanken durch den Kopf. Tausend Gedanken über das letzte halbe Jahr. Tausend Gedanken über die letzten 6 Monate voller Eindrücke. Tausend Gedanken über die 6 Länder, die ich bereist habe. Tausend Gedanken über die tausende von Kilometer, die ich zurückgelegt habe. Apropos – wieviele Kilometer habe ich überhaupt zurückgelegt? Eine halbe Stunde später…. 17 500 Kilometer! Die Strecke von Daressalam bis nach Kapstadt, Luftlinie 3 700 Kilometer, habe ich in 17 500 Kilometern zurückgelegt. 17 500 Kilometer per Bus, Taxi, Schiff, Kanu, Zug, Auto, Flugzeug. Das ist zumindest die Zahl für die Strecken, die ich noch zurück verfolgen kann. Allerdings hat meine Reise im Oktober in Ghana begonnen. Dort habe ich als Freiwillige zunächst in einem Waisenhaus und später in einer Schule gearbeitet. An den Wochenenden, sowie in den Ferien bin ich auch hier gereist. Sehr viel gereist sogar. Von West nach Ost, von Süd nach Nord. Über 7 500 Kilometer allein in Ghana. Dabei sind das nur die Kilometer der größeren Ausflüge. Dort war ich quasi ständig unterwegs. Gut möglich, dass ich allein in Ghana schon 10 000 Kilometer mit Bussen und Taxis gereist bin. Aus Ghana bin ich dann über Äthiopien bis nach Tansania geflogen. 6 000 Kilometer. Und dann eben die 17 500 Kilometer im südlichen Afrika. Das macht im Ganzen etwa 31 000 zurückgelegte Kilometer auf dem afrikanischen Kontinenten. Hin- und Rückflug nicht eingerechnet. Eine unglaublich große Zahl. Aber was sind Zahlen schon? Zahlen kann man nicht fühlen. Fühlen kann ich dafür die ganzen Erlebnisse, die ich während dieser Kilometer gemacht habe. Diese Erlebnisse fühlen sich lebendig an. Und unglaublich gut.

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Jetzt stehe ich also hier. Am südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinenten. Oder liege besser gesagt…

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Um der Menschenmasse aus dem Weg zu gehen, klettere ich über die Felsen und setze ich mich weit vorne, eben noch südlicher, direkt am Ozean oder besser gesagt an beiden Ozeanen, auf einen Felsen. Hier, wo sich der indische Ozean und der Atlantik treffen. Hier, wo ein mächtiger Kontinent seinen nähesten Punkt zum Südpol hat. Hier, wo der starke Kapwind meine Haare zerzaust.

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Hier lasse ich meine Gedanken schweifen. Während die Augen, die Ozeane an den Felsen brechen sehen, landen die Gedanken in den vergangenen Monaten.

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Sie gehen all die Orte, die ich betreten habe, durch.
Ghana
Accra, Kumasi, Mampong, Hohoe, Tamale, Langbinsi, Takoradi, Axim, Bolgatanga, Wa, Wechiau, Paga uvm.
Äthiopien
Addis Ababa
Tansania
Daressalam, Stonetown, Nungwi, Michamwi, Moshi, Arusha
Sambia
Kapiri M’poshi, Lusaka, Livingstone
Namibia
Tsumeb, Windhoek, Sesriem, Sossusvlei, Swakopmund, Maltahöhe, Keetmanshoop, Lüderitz, Kolmannskuppe, Mariental
Botswana
Maun, Gabarone
Südafrika
Johannesburg, Nelspruit, Heidelberg, Amsterdam, Saint Lucia, East London, Port Elisabeth, Jeffreys Bay, Knysna, Outshoorn, Kap Agulhas, Kapstadt

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Meine where-I’ve-been-Weltkarte vor (oben) und nach (unten) meiner ersten Afrikareise.

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Es gibt Länder, die ich intensiv kennengelernt habe. In denen ich einen tiefen Einblick in die Natur erhalten habe. Es gibt Länder, in denen ich einige Minuten herumgelaufen bin. Oder Länder, in denen ich nur eine Nacht verbracht habe. Aber in den meisten Ländern habe ich mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen verbracht.

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Während meine Gedanken vom Wind hinauf auf das Meer getragen werden, höre ich die Touristen neben mir. Deutsche. Was auch sonst. Die gehören auch zu meiner Reise dazu. Ob im Regenwald in Ghana, im Nationalpark in Tansania, auf den Dünen in der Wüste Namibias, in den Tiefen einer Tropfsteinhöhle oder am südlichsten Punkt Afrikas – die Deutschen begleiten dich.

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Ich habe aber auch ganz viele nette Menschen aus zahlreichen anderen Kulturen kennengelernt, die meinen Horizont erweitert haben. Unglaublich interessante Gespräche geführt und andere Sichtweisen kennengelernt.

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Hier am Kap Agulhas lasse ich all diese Begegnungen Revue passieren.

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Auch hier hat die Natur einiges zu bieten.

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Schließlich geht es auf die letzten Kilometer Richtung Kapstadt. „Hinter dem Hügel könnte wieder der Ozean liegen“ sage ich zu Christian. Doch oben angekommen fehlen mir die Worte, um das zu beschreiben was ich sehe. Die Küste vor Südafrikas Hauptstadt. Die Wolkenkratzer. Und dahinter die massive Bergkette. Wahnsinn. Ein faszinierendes Bild. Doch wie in jeder Stadt, laufe ich am ersten Tag ohne Kamera herum. Die Kamera kommt erst mit, wenn ich mich sicher fühle. Zwei Bilder gibt es dennoch für euch. Die hat Christian mir geschickt. Das eine zeigt die riesigen Gebäude vor dem wunderschönen Tafelberg. Im Sonnenuntergang.

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Das andere zeigt den Sonnenuntergang. Den Sonnenuntergang, den man kaum intensiver erleben kann. Das WM-Stadion im Blick. Die Sonne bereits im Ozean versunken. Da fängt das Schauspiel erst an. Die Wolken werden von unten von der Sonne beleuchtet. Und färben sich langsam erst gelb, orange und dann rot. Bis sie so rot leuchten, dass das Meer blutrot getränkt schwimmert. Atemberaubend.

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It’s Cape town!

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5 Gedanken zu “Der Weg ist das Ziel – 26. April

  1. Ich werde mich langweilen, wenn du nicht mehr deine Reise erzählst!!…
    Das war ein Traum für dich aber auch für uns danke deine Photos!!
    Vielen Dank und bis bald!
    Viele Grüße
    Arianne

    Gefällt 1 Person

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