Cango Höhle und Swartberg Pass – 25. April

Heute habe ich mal wieder ein Abenteuer gebraucht.

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Also habe ich die „adventure tour“ in den „Cango Caves“ gebucht. Diese Höhlen liegen in den Swartbergen nördlich von Outshoorn. Sie gehören zu den schönsten Höhlensystemen der Welt. Diese Tropfsteinhöhlen liegen in einem gewaltigen Kalksteinmassiv.

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Die erste und größte Kammer ist 90 Meter lang, 50 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch.

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Der schmalste Abschnitt, auch „Letterbox“ genannt, ist 5 Meter lang und hat eine maximale Höhe von 60 Zentimetern. Wenn ihr mich fragt, sogar noch weniger. Zumindest hat es sich so angefühlt.

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Zunächst laufe ich der Führerin hinterher durch die ersten großen Räume. Aber die sind nicht für uns. Wir suchen die Herausforderung. 150 Stufen kommen jetzt. Die Dame möchte unsere Fitness testen. Wir dürfen keine Pause auf den Stufen machen. Soll das das Abenteuer sein? Ist ja langweilig.

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Doch zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht was noch auf mich wartet. Wir laufen an der Gruppe vorbei, die die normale Tour gebucht haben. Die Angestellte ruft uns zu „see you in two weeks, hope that you have enough food and water and the most important thing – toilet paper“. Da lachen alle noch einmal.
„Watch your step, watch your head, watch your back, watch everything“. Wir durchqueren einen Gang und werden von unserer Führerin gewarnt. Alles easy. Bücken und alles machbar.

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Dann geht es eine steile Leiter nach oben. Danach kommt der Liebestunnel. Wieso er so heißt? Weil die Wände einen hier von beiden Seiten umarmen. Nichts für Menschen mit Platzangst. Doch bevor wir uns hineinwagen gibt es eine Geschichte. Habt ihr von der Frau gehört, die darin 11 Stunden feststeckte? Sie war etwas dicker und der Guide hat ihr gesagt sie soll davor warten. Doch nachdem alle hinein sind wollte die Dame es selbst probieren. Als die Gruppe zurück kehrte musste sie wieder durch diesen Tunnel. Doch die Dame versperrte ihn. Und so mussten alle Teilnehmer Silvester in der Höhle verbringen, da dies an einem 31. Dezember geschah.

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Dann gehe ich hindurch. Seitwärts. Erst den rechten Fuß, dann den linken. Anders kommt man nicht durch. Und arg viel mehr Körperumfang als ich darf man nicht haben. Sonst bleibt man wirklich stecken.

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Ich komme wieder in einen größeren Raum. Wo ich ungebückt stehen kann. Doch wo geht es hier weiter? Ich suche die Decke ab. Keine Öffnung. Den Boden? Das da? Nein, da kommt man nicht durch. Ein kleines, 60 Zentimeter hohes Loch am Boden. Doch da geht es jetzt hinein. Die Dame erklärt genau welchen Fuß zuerst und wie man sich darin bewegen muss, um vorwärts zu kommen. Der Herr bitte. Doch der Schwede bückt sich, schaut hinein und sagt „no“. Seine Frau macht daraufhin einen Schritt zurück. „Miss Germany please“! Ich? Ah, ja, ok. Ich bücke mich und strecke mich anschließend. Ich stehe quasi in einem Gang, der meinen Körper von allen Seiten umschließt. Leicht nach vorne gebiegt. Ich liege auf dem Stein. Und jetzt soll ich vorwärts kommen. Also nach oben. Linkes Bein beugen? Keine Chance. Da ist kein Spielraum. Das wohnt da jetzt. Rechtes Bein? Finde nichts zum abstützen. Mit den Armen hochziehen? Glatt ist die Oberfläche. Also gut. Dann bleibe ich hier jetzt. Gut, dass ich keine Platzangst habe (und das war nicht ironisch, mit Platzangst hat man hier keine Chance). Auf meinem Rücken steckt die Kamera samt Stativ fest. Natürlich musste ich das mitnehmen. Aber hier im Abenteuerteil ist nicht nur keine Zeit für Fotos, sondern sie behindert mich auch. Irgendwie schaffe ich es die Tasche abzunehmen und vor mich hinzulegen. Die Dame zeigt mir eine Stufe, wo ich mich mit dem rechten Fuß etwas abstoßen kann. Nicht viel, weil nicht genug Platz ist, um mein Knie stärker zu beugen. Dann finde ich eine Ausbeulung vor mir. Ich greife mit der linken Hand hinein. Dann ein Vorsprung am linken Bein. So schiebe und ziehe ich mich durch diesen Spalt. Schlussendlich komme ich tatsächlich wieder in einen größeren Raum. Komplett nassgeschwitzt. Es ist nicht heiß hier drin. Aber die Luftfeuchtigkeit beträgt 97% und diese Aktivität ist enorm anstrengend. Jetzt geht es durch das Loch, die Letterbox, die ich vorher beschrieben habe. Auf dem Foto oben sieht das Loch größer aus, als es war. Ich lege mich flach hinein. Kopf auf den Boden gedrückt. Kamera vor mir. Und schiebe mich vorwärts. Robbe eher. Denn Knie anwinkeln geht nicht. Mit den Händen ziehen. Zum Glück ist die Oberfläche hier glatt, sonst wäre meine Haut längst aufgeschürft. Nach einigen Metern muss ich mich drehen, um dann dann links mit den Füßen zuerst nach unten hinausrutschen zu können. Ah ich stecke fest. Mein Hintern berührt die Decke. Ja jetzt wisst ihr wie groß die Höhle hier wirklich ist. Ich rutsche etwas nach rechts und komme bei der Dame an. Und wieder in einem größeren Raum. Platz zum Atmen.

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Zwischen Fels und der Dame kommen wir aus dem schwarzen Loch heraus.

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Damit ist die größte Herausforderung geschafft. Danach geht es wieder über den Liebestunnel zurück in die großen Räume. Dieser Weg erscheint auf einmal unglaublich einfach.

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Total fertig und hungrig sowie durstig, aber glücklich strahlend komme ich aus der Höhle wieder hinaus. Das habe ich mal wieder gebraucht. Anstrengung zur völligen Erschöpfung.

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Christian kommt locker lässig aus der Standarttour hinaus. Dann ab den Pass hinauf! Ich habe mir mal wieder eine landschaftlich schöne Strecke herausgesucht.

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Oder besser gesagt nur einen Bergpass mit toller Aussicht.

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Den fahren wir hinauf und danach auf derselben Seite wieder hinunter. Sobald es aus der Hochebene in den Hang geht erscheint mein Lieblingsschild. Und wir wissen sofort. Die Schotterstraße! Na gut. Christian meint nur „wir fahren so weit wie wir im ersten Gang kommen!“ Ja, ich fahre tatsächlich nur im ersten und zweiten Gang auf dieser Schotterstraße hinauf. Immer mal wieder ragen Felsen aus der Straße oder Steine versperren den Weg. Wunderschöne Streckenführung. Aber die Straßenverhältnisse mal wieder miserabel. Oder wie der Südafrikaner sagen würde „challenging“.

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Wir schaffen es tatsächlich bis auf die 1568 Meter hinauf.

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Mit unserem „Geländewagen“.

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Mal wieder eine beeindruckende Aussicht über die faszinierende Bergwelt Südafrikas.

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Ich stehe nur da und staune.

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Ich glaube das ist etwas, was Afrika in mir erweckt hat.

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Die Liebe zu den Bergen.

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Ich finde sie einfach wunderschön.

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Atemberaubende Natur.

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Ich bin sprachlos.

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Dann geht es wieder hinunter. Doch bitte nicht über die Kurve hinaus fahren.

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Die Straße genießen.

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Doch auch das Auto kontrollieren.

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Die Straße sieht von weitem besser aus, als sie es ist.

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Auch das Straßenschild hilft mir nicht weiter.

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Einige Bikes mit den richtigen Reifen ballern die Straße hoch.

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Ich fahre langsamer, lasse den Blick dafür noch in die Weite schweifen.

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Die letzten Kurven.

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Und dann habe ich wieder Asphalt unter den Reifen. Über eine nicht ganz so hoch hinaus führende, aber dennoch landschaftlich schöne Straße, geht es an den indischen Ozean nach Mosselbay. Mein Beifahrer lotst mich zur Unterkunft. „Geradeaus bis es nicht mehr geht!“ Bist du dir sicher? Dann landen wir im Meer.

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Wir kommen trocken in der Unterkunft an. Und bekommen ein Zimmer mit Meerblick. Fast könnte man aus dem Zimmer ins Meer springen.

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In Mosselbay suchen wir noch den „Post office tree“. Einen etwa 500 Jahre alten Baum, unter dem jemand Mal eine Nachricht gefunden hat.

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Und wo ist am „Post office tree“ der Schlitz für meine Postkarten?

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Nebenan finde ich doch noch einen Platz. Zweifel aber dennoch daran, dass diese Karten je ankommen werden…

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Im Meer entdecke ich rote Seesterne.

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Zum Abendessen genieße ich Garnelen und Fisch mit Reis während die Delfine in der Bucht vorbeischwimmen.

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5 Gedanken zu “Cango Höhle und Swartberg Pass – 25. April

  1. Ich hab heute ganz was Arges gelesen: dass man in Ghana jede Menge Waisenhäuser eröffnet, mit Kindern, die gar keine Waisen sind, sondern von ihren Eltern abgegeben werden, weil es soviel Nachfrage von europäischen Studenten gibt, die eine Volontärzeit machen wollen und am liebsten in Waisenhäusern arbeiten möchten. Und dahinter stehen offenbar etliche Organisationen, die mit der Vermittlung solcher Voluntärsstellen sehr gut verdienen und nichts von dem Geld, das sie den Voluntären abknöpfen landet auch in Ghana. Ziemlich widerwärtige Geschichte …..

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    1. Ja, diese Seite habe ich auch schon gehört. Ich sollte darüber auch noch einen Beitrag schreiben, aber noch fehlt mir die Zeit dazu. Aber eines kann ich sagen, ich werde nie mehr in einem Waisenhaus als Freiwillige arbeiten (aus pädagogischen Gründen) und ich werde nie mehr Freiwilligenarbeit über eine Organisation machen (aus Erfahrung). Diese eigentlich gute Sache hat sich zu einem Tourismuszweig entwickelt. Und wie es in der Tourismusbranche so ist, geht es dabei immer nur ums Geld. Auch wenn dabei mit Kindern gehandelt wird. In Ghana gibt es auch noch Kinderhandel. Wenn dich dieses Thema interessiert, dann empfehle ich dir das Buch „Die weisse Nana“ von Bettina Landgrafe. Sie macht ganz tolle Entwicklungsarbeit in diesem Land und gibt dir einen guten Einblick in das Land. (Heide kann dir das Buch auch leihen)

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      1. Ja danke für den Tipp ! Ich habe mir auch schon gedacht, dass du rückblickend noch viel Interessantes schreiben wirst.
        Aber wer ist Heide ? Verwechselst du mich mit jemandem 🙂

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