Saint Lucia oder die Stadt in der die Hippos grasen – 18. April

Früh am morgen mache ich einen Spaziergang durch die schöne Stadt Saint Lucia. Was sind das für Tiere auf der Straße? Affen? Das sind die Meerkatzen soweit ich richtig informiert bin. Und das andere? Sieht aus wie Bieber. Aber so viele?
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Ich mache mich auf den Weg zum Meer. Normalerweise führt mich mein Instinkt immer hin. Auch diesmal folge ich dem Meeresrauschen. Durch den dichten Wald geht es an der Straße entlang. Plötzlich sehe ich Wasser. Aber es ist nicht das Meer. Ich bin am Fluss angekommen. Am Bootsanlegeplatz.
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Doch weiter geht es nicht. Ein Schild verbietet das Schwimmen, wegen gefährlichen Tieren. Krokodile, Flusspferde und Haie. Das sind auch mir zu viele Spezies. Und der Weg durch den Dschungel ist mir auch nicht so geheuer. Also laufe ich zurück in die Stadt. Ein Schild warnt mich in Saint Lucia vor Flusspferden in der Nacht. In der Stadt? Ja! Wie der Skipper uns später aufklärt kommen die Flusspferde ganz gerne in der Nacht in die Stadt zum Grasen. Dann gilt höchste Alarmstufe. Geh bloß nicht näher als 50 Meter an so ein Tier heran. Sonst wird es gefährlich. Flusspferde bringen jährlich in Afrika 3000 Menschen um. Sie fressen sie nicht, sie bringen sie nur um. Und das nur, wenn der Mensch eine der drei goldenen Regeln bricht.
1. Stelle dich nie zwischen eine Mutter und ihr Junges.
2. Stelle dich nie zwischen ein Flusspferd und das Wasser, wenn das Tier an Land ist.
3. Dränge ein Flusspferd nie in eine Ecke.
Und was meinte der Skipper? Wenn du doch eine der drei Regeln gebrochen hast, dann gibt es nur einen Ausweg. Renne schneller als alle anderen! Versuche eventuell auf einen Baum zu klettern. Denn diese Tiere sehen vielleicht schwerfällig aus, können aber auf bis zu 55km/h kommen! Renn erst Mal so schnell…
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Oder eben wieder eine Stadt in der ich aus Sicherheitsgründen nachts nicht herum laufe!
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Zurück in der Unterkunft begrüßen mich junge Affen auf dem Dach unserer Wohneinheit.
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Danach geht es auf Fluss Safari. Ab auf das Boot und bloß keine Körperteile über die Rehling hängen, sonst schnappt sich ein Krokodil seinen Teil. Dieser Fluss ist hier maximal 2 Meter tief und sein 7 Jahren nicht mit dem Meer verbunden, weil er aus den Bergen zu wenig Wasser mitbringt. Deshalb sind die Haie seit 7 Jahren in diesem Mündungsgebiet eingesperrt und können nicht ins Meer hinaus. Es handelt sich hierbei um die einzige Haiart, die sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser leben kann. Deshalb findet man in diesem Wasser sowohl Krokodile, Flusspferde als auch Haie. Das ist weltweit einzigartig.
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Auch die Pflanzenwelt hat einige bewunderswerte Überlebenskünstler. Wie diese Mangroven. Über die Wurzeln beziehen sie das Wasser. Eine Mangrovenart sammelt das Salz aus dem Wasser. So stirbt nur ein Teil der Pflanze ab, der eben aus dieser Wurzel ernährt wird und der Rest des Baumes kann leben. Eine andere Mangrovenart scheidet das Salz über die Blätter aus, so dass der Regen das Salz wegspült. Interessante Techniken muss ich sagen!
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Auf dem oberen linken Bild sieht man übrigens die Wurzeln, die die Mangroven mit Luft versorgen, da die Wurzeln im Wasser keinen Sauerstoff beziehen können.
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Während wir über das Wasser plätschern und den Worten des Skippers lauschen, können wir zu jeder Zeit Flusspferde sehen. Entweder vor uns, hinter uns, rechts oder links von uns. Meistens sieht man sie nur im Wasser. Also nur die Augen oder die Ohren. Manche sind aber auch im Schilfrohr zu sehen.
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Wusstet ihr, dass Flusspferde nicht schwimmen können? Ja, wenn sie sich im Wasser fortbewegen wollen, müssen sie tief Luft holen, abtauchen und am Boden entlang laufen.
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Wir erreichen eine Gruppe von Flusspferden.
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Wisst ihr woran man Männchen und Weibchen unterscheiden kann? Die männlichen Tiere erkennt man an ihren Narben auf dem Rücken von vergangenen Kämpfen mit Artgenossen. Denn wie in jeder Gattung kämpfen die Männchen um die Weibchen. Das dominante Männchen dieser Gruppe hatte nicht vor langer Zeit einen bösen Kampf gehabt.
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Flusspferdjunge bleiben bis sie 2 Jahre alt sind bei ihrer Gruppe. Dann müssen sie sich eine neue suchen, der sie sich anschließen können.
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Da in diesem Mündungsgebiet seit 30 Jahren Boote umherfahren, sind diese Tiere den Schiffsverkehr gewöhnt und dulden es sogar, dass die Boote sich ihnen nähern. Nirgendwo sonst in Afrika kann man sich diesen Dickhäutern so extrem nähern.
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Wir verlassen die Gruppe in ihrer Kuschelstunde und machen uns auf die Suche nach Krokodilen. Der Skipper meint er kann uns nicht garantieren, dass wir eins sehen werden. Nur, wenn er einen Tourist opfert, dann garantiert er den anderen, dass sie ein Krokodil sehen. Kleiner Scherzkeks. Den französischen Touristen hat er damit einen Schreck eingejagt. Die haben übrigens ihren Übersetzer dabei, da die lieben Nachbarn natürlich keine andere Sprache als französisch sprechen. Ich höre somit jeden Satz doppelt.
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Doch wir haben Glück. Auch ohne Opfergabe entdecken wir ein Krokodil am Ufer. Bis zum Ende sogar drei.
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Ihr denkt das sind junge Krokodile, weil sie so klein sind? Bei Keokodilen kann man das Alter nicht an ihrer Größe messen, da sie abhängig davon wieviel sie fressen, schneller oder langsamer wachsen. Deshalb sind die Krokodile, die ihr aus Zoos kennt immer so groß.
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Jeder Zahn des Krokodils wächst bis zu 45 Mal nach. So kommt es im hohem Alter auf etwa 3000 Zähne. Wenn diese allerdings alle aufgebraucht sind, dann wachsen keine mehr nach. Ein sehr altes Krokodil, das deshalb keine Zähne mehr hat und nichts mehr fressen kann, lebt dennoch 2 weitere Jahre bevor es stirbt. Es kann sich etwa 2 Jahre vom eigenen Körperfett ernähren.
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Später finde ich doch noch den Weg durch den Dschungel bis an Meer. Bis an den indischen Ozean. Dessen Wellen so groß sind, dass dessen Rauschen bis in die Stadt zu hören sind.
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Am Abend machen wir noch eine Nacht-Safari im Dunkeln im Isimangaliso Nationalpark. Mit starken Scheinwerfern halten wir nach Leoparden Ausschau, die sich nicht zeigen wollen. Dafür sehen wir Zebras, Wasserböcke, Antilopen, Hasen, Buschbabies, Giraffen und sogar ein rennendes Stachelschwein!

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2 Gedanken zu “Saint Lucia oder die Stadt in der die Hippos grasen – 18. April

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