Auf nach Amsterdam! – 17. April

„Wohin fahren wir morgen?“ „Lass mich mal auf die Karte schauen! – Amsterdam! Da will ich hin!“ Ja, richtig gehört. Amsterdam liegt in Südafrika.

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Erst noch ein paar Fotos von der tollen Unterkunft in Nelspruit gemacht.

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Den Pool hatte ich gestern Abend schon getestet.

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So wurde für heute Abend das Ziel „St. Lucia“ auserkoren. Über Amsterdam. Selbstverständlich. Der Besitzer wünscht uns eine gute Fahrt. Ich soll vorsichtig fahren, da das Wetter schlecht ist. Nasse Fahrbahnen…
Doch schon eine halbe Stunde nach dem Start stehen wir. Einen Pass hoch, ein Geschwindigkeitsschild mit 80km/h und dann Bremslichter. Was ist hier los? Christian meint Stau. Hier gibt es keine Staus. Menschen rennen aus den Autos. Ein Unfall? Ein Auffahrunfall? Ich erkenne es nicht richtig.

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Doch schon fahren etliche Einsatzfahrzeuge an uns vorbei. Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr. Alles was dazugehört. Ein Helikopter fliegt an uns vorbei. Wirklich? Was ist da los? Ein Mann kommt und erklärt mit wenigen Worten was da passiert ist. Ein Wagen ist in die Felswand gefahren, wovon ich später die Spuren sehen kann. Zwei weitere Bakkies haben sich überschlagen. Einen Mann ist angeblich nicht mehr zu helfen. Die anderen sind nicht ansprechbar. Kraaaass. Jetzt weiß ich wieso niemand an der Unfallstelle vorbeifährt und die Fahrt fortsetzt. Der Mann meint aber, dass es sich für uns nicht lohnt umzudrehen, weil hier durch die Berge keine andere Straße führt, die in unsere Richtung geht. Die Polizei hat mittlerweile das gesamte Gebiet abgesperrt. Ich mag keinen Katastrophentourismus, dennoch gehe ich kurz aus dem Auto, um mir das ganze anzuschauen. Ich will wissen, ob es sich lohnt zu warten oder ob wir einen Umweg fahren sollen. Ich sehe eine Person am Boden liegen. Notärzte neben ihr. Weiter hinten noch eine Person, die abgedeckt wird. Eine Trage auf der Straße. Den Wagen an der Felswand schneiden Feuerwehrkräfte soeben auf. Darin ist wohl eine weitere Person. Ok, das reicht. Mehr will ich nicht sehen. Wir fahren zurück nach Nelspruit und nehmen einen Umweg von 150km Kilometern in Kauf. Über das Radio erfahren wir, dass die Straße erst 2 Stunden später wieder geöffnet wurde. Da hatten wir die Straße bereits umfahren. Gut entschieden. Am Abend erfahre ich noch, dass eine Person tatsächlich gestorben ist. Zwei sind schwer verletzt, 2 leicht verletzt. Schweigend fahren wir durch die Berglandschaften. Etwas mitgenommen. Doch irgendwann heitert sich unsere Miene wieder auf. Amsterdam ist angeschrieben.

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Die Straße ist quasi leer, was das Fahren angenehmer macht. Wir nähern uns Amsterdam.

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Und erreichen die Kleinstadt um die Mittagszeit. Perfekte Zeit für ein Mittagessen. Allerdings finden wir keinen Coffeeshop, sondern nur einen „Truck-stop“. Auch ok, hauptsache es gibt etwas für den Magen.

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Es sieht sogar richtig lecker aus und schmeckt auch so!

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Amsterdam gibt es seit 1881, wie mir die Natur flüstert.

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Allerdings scheint es nicht genug Gras in der Stadt zu geben, denn eine Kuh sucht im Müll nach Fressbarem. Merkwürdig. Eigentlich sollte es hier genug Gras geben…

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Etwas trüb heute in Amsterdam. So wie ich höre ist das typisch für diese Stadt.

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Ich mache noch ein Amsterdam-Selfie. Und ja, es ist echt kalt hier!

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Dann geht die Fahrt weiter. Mitten in den Regen hinein. Was für ein trübes Wetter.

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Mein Mitfahrer macht einen Mittagsschlaf. Selbstverständlich. Wie jeden Tag. Mann wird müde beim Autofahren. Deshalb sitzt Frau hinter dem Steuer. Aber damit kann ich leben. Ich mag Auto fahren. Nur gegen Abend wird es anstrengend. Wir fahren auf einer einspurigen Fahrbahn. Eine Spur in jede Richtung. Einige LKWs fahren vor mir. Ich warte geduldig, denn immer wieder kommen Autos entgegen. Dann plötzlich ist ein Stück, wo kein Fahrzeug entgegenkommt. Doch bevor ich auch nur zucken kann, überholt der LKW vor mir den LKW davor und gleichzeitig überholt der Transporter hinter mir mich und den überholenden LKW. Klingt kompliziert. Das Bild ist aber ein eindeutig. Vor mir fahren 3 LKWs in einer Reihe. Nebeneinander. Auf der vollen Fahrbahnbreite. Ich fass es nicht. Was ist, wenn jetzt ein Fahrzeug entgegenkommt? So weit seht ihr gar nicht. Abartig.

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Die fahren hier wie die verrückten. Fahren schlimmer als in Rumänien. Und das muss was heißen. Drängeln wie die größten Idioten. Überholen ganze Autokolonnen. Überholen in der Kurve. Und ich mitten drin. Ich konzentriere mich wie selten beim Autofahren. Nicht, dass ich sonst unkonzentriert hinter dem Steuer sitze, aber das hier ist unbeschreiblich. Und dann kommt noch der Wind. Ich spüre seine Kraft und halte das Lenkrad fest.

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Nach Sonnenuntergang erreichen wir St. Lucia. Geschafft. Fast 700 Kilometer. Stolze Leistung für einen Tag. Mit Zwischenstopp in Amsterdam.

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