On the way to South Africa… – 11.-13. April

Hier kommt ein kleines Update der letzten Tage.
Am Abend des 11. April bin ich in Maun (Botswana) zur Busstation, um dort einen Bus nach Gaborone zu bekommen, von wo ich dann weiter nach Johannesburg komme. Mit mir ist ein Amerikaner aus der Backpackers Unterkunft mitgekommen und so haben wir zusammen auf den Bus gewartet. Ich war dann die Aktivere beim Anstehen und habe ein Ticket für uns beide ergattert, was nicht so einfach ist bei dem Menschenandrang auf diesen Bus. Am Tisch für den Ticketverkauf geht es schlimmer zu als in Österreich beim Schlangestehen am Skilift. Im Bus haben wir uns dann auf die engen Sitze gesetzt (5 Sitze pro Reihe! Das ist ein normaler Reisbus!) und gequatscht bis wir müde wurden. Schlafen war nur halb möglich, weil im Bus alle 5 Minuten das Licht angemacht wurde, um jemanden aussteigen zu lassen. Nach 10 Stunden Busfahrt sind wir dann um halb 6 morgens am 12. April in Gaborone angekommen und sind mit einem Taxi zur Intercape (gutes Busunternehmen im südlichen Afrika) Busstation gefahren. Selbstverständlich war der Intercape schon voll, aber wir haben einfach einen anderen Bus genommen, der daneben stand. In dem ging es dann nochmal 7 Stunden bis Johannesburg. Einen Stopp mussten wir bei einem Checkpoint machen. Dort wurde unser Handgepäck durchsucht und wir mussten über einen nassen Lappen laufen. Das ist eine Maßnahme gegen irgendeine Seuche. Zweiter Stopp war die Grenze, wo ich endlich mal ohne zusätzliche Checks durch konnte. Und dann waren wir da. In Südafrika. Leider hat der Bus direkt im Zentrum von Johannesburg gehalten. Diese Gegend ist sicherheitstechnisch absolut nicht zu empfehlen. Man sollte sie eigentlich meiden. Aber ja, ging nicht anders. Da waren wir jetzt. Zum Glück war der Amerikaner noch da, der sich etwas ausgekannt hat, mich noch bis zur U-Bahn Station (absolut sicheres Transportmittel in Jo’burg) gebracht hat und dann selbst weiter nach Lesotho gefahren ist.

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Etwas kaputt sehe ich aus, aber das sind die Spuren der 24-stündigen Reise.

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Ich bin dann in dieser hochmodernen U-Bahn bis an den Flughafen gefahren. Flughafen deshalb, weil dort morgen jemand landet mit dem ich zusammen durch Südafrika reisen werde. Im Mietwagen. Und Flughafen auch deshalb, weil die Unterkünfte in Flughafen Nähe sicherer sind. Ich zahle zwar mehr als in der Innenstadt, aber das ist mir meine Sicherheit Wert. Ich wurde noch nie von so vielen verschiedenen Menschen vor einer Stadt gewarnt, weil sie so gefährlich ist, wie vor Johannesburg. Dann zahle ich auch Mal 50€ für eine Nacht. Inklusive Frühstück und Flughafen-Shuttle. Aber selbst in dieser angeblich sicheren Wohngegend wurde mir verboten die Anlage zu verlassen, weil es zu gefährlich ist. Ich wollte nur essen gehen. Also wurde mein Essen halt geliefert. Kein Problem in der modernen Stadt. In der Stadt mit riesigen Malls mit Amerika Charakter. Malls, die größer sind als alles, was ich bisher gesehen habe. Eine Stadt mit Wolkenkratzern, die meinen Horizont übersteigen. Und so vielen Wolkenkratzern. Aber ich habe kein Foto für euch, weil ich aus Sicherheitsgründen meine Kamera nicht herausholen konnte. Was ist das für eine Stadt? Eine Stadt, die angeblich so modern ist, aber in der jeder Anwohner einen elektrischen Zaun um sein Haus aufgestellt? Eine Stadt, in der Straßen mit großen Zäunen abgesperrt werden, damit niemand von draußen hinein kommt und man sich innerhalb dieser Straße frei bewegen kann? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich diese Stadt schnell verlassen möchte.
Am nächsten morgen (13. April) läuft dann zum Glück alles gut. Ich bekomme meinen Mietwagen, der zwar etwas kleiner ist, als das was ich bestellt habe, aber immerhin hat er eine knallige Farbe! Der Mitfahrer aus Deutschland landet pünktlich und findet mich im leuchtend gelben Kostüm zwischen all den Tausend Menschen an diesem riesigen internationalen Flughafen. Ich finde sogar das Auto im Parkdeck wieder und nach kurzem Austausch verlassen wir den Flughafen. Noch etwas überfordert vom fremden Autosystem bringe ich Christian zum Lachen, während ich den Scheibenwischer betätige, als ich blinken will. Wieso müssen die Automarken die Systeme auch genau umdrehen? Wir verfahren uns nicht Mal in dem Chaos von Aurobahnen am Flughafen und finden die Straße nach Osten, die uns weg von dieser Stadt bringt. Ich gewöhne mich daran, dass ich die Blinker mit der rechten Hand betätigen muss und Christian lernt die Kraft der afrikanischen Sonne kennen, die durch das Fenster knallt.
Aber ansonsten ist das Land ein größerer Kukturschock für mich, als für ihn. Denn hier herrschen westliche Verhältnisse. Wir halten an einer riesigen Mall in Nelspruit, um Essen einzukaufen. Die Größe dieses Shopping Zentrums, sowie das Sortiment im Supermarkt überfordern mich total. Nur mit dem Fahren im Uhrzeigersinn im Kreisverkehr und den Temperaturen bin ich vertraut.
Dennoch bezeichnet Christian das, was ich als europäische Verhältnisse halte, als das Afrika, das er erwartet hat. Viele Menschen auf den Straßen. Überall wuselt es. Vollgestopfte Wägen und Menschen, die alles Mögliche transportieren. Für mich, die langsam aus den Tiefen des armen Afrikas in das fortschrittliche Afrika verstößt, ist das hier alles andere als „das Afrika“. Ja, es ist immer noch in Afrika. Aber trotzdem!
Ich genieße derweil die Straße. Keine Gravel road. Keine Schotterpiste. Eine Autobahn. Eine Autobahn, wie sie auch in Deutschland stehen könnte. Faszinierend. Zweispurig. Teilweise sogar drei- oder vierspurig. In eine Richtung! Bin ganz überfordert mit so vielen Spuren. Weiß gar nicht wo ich da fahren muss. Teste deshalb jede Spur mal aus =)
Nach Nelspruit geht es dann auf einer, in meiner Karte gelb gezeichneten, Straße weiter. Nach meinen Erfahrungen in Namibia hatte ich hier mit einer Schotterpiste gerechnet. Aber nichts da. Eine ausgebaute Straße erwartet mich hier. Bergauf sogar zweispurig in eine Richtung. Und durch was für Berge wir fahren! Bezaubernd schön. Faszinierende Felsformationen. Christian, ebenfalls leidenschaftlicher Hobbyfotograf nutzt diese Landschaft als Einstieg in die afrikanische Fotografie. Ich genieße mit meinen Augen. Ohne den Blick von der kurvenreichen Straße zu nehmen. Ein Tunnel? Licht? Wo mache ich das Licht an? Ah, da! Ok, jetzt ist der Tunnel auch schon vorbei.
Wir fahren an dichtern Wäldern und zahlreichen Seen vorbei. Fahren bergauf und bergab. Überholen und bedanken uns per Warnblink für das Platzmachen. Wir lesen Verkehrsschilder und verfahren uns nur fast. Ja, selbstverständlich fahre ich ohne Navi. Brauche ich nicht. Meine gute MarcoPolo Straßenkarte tut es auch. Und schlussendlich sind wir da. Im „Blyde River Canyon Backpackers“. Hier wird Christian dann wirklich mit den afrikanischen Verhältnissen konfrontiert. Stromausfall! Aber nicht lange. Wir entspannen im Pool von der langen Autofahrt, nehmen eine warme Dusche und danach leuchten die Lampen schon. Strom fließt also wieder. Und die Tiere in der Anlage begrüßen uns auch äußert freundlich und neugierig!

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