Barfuß durch das Okavango-Becken – 11. April

Ein Froschkonzert wie ich es noch nie zuvor gehört habe und Löwengebrüll, das mich in der Nacht davon abgehalten hat mein Zelt zu verlassen. Ja, das nennt man wildcampen. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, aber wir sind schon wieder unterwegs. Safari zu Fuß. Der Guide scheint ein bestimmtes Ziel zu haben. Er läuft zügig durch das noch feuchte Gras. Es scheint, als will er die Löwen finden. Die Löwen, die letzte Nacht das Froschkonzert mit ihrem Gebrüll abrupt unterbrochen haben. Ich hoffe instinktiv, dass er sie nicht findet. Schließlich sind wir zu Fuß. Und der Löwe ist ein Raubtier. Kann ich drauf verzichten ihm Auge zu Auge gegenüber zustehen. Ich genieße derweil den Sonnenaufgang.

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Und entdecke wieder einige Zebras. Zunächst weit weg.

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Dann auch etwas näher.

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Paviane hängen auf abgestorbenen Bäumen herum und machen sich schimpfend davon, wenn wir uns ihnen nähern.

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Manch einer beobachtet das Geschehen aus der Ferne.

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„We have to cross this was water, because I heard the lions in the area over there!“ sagt der Guide und zeigt auf ein Gebiet hinter einem Sumpfgebiet. Ich halte die Aussage für einen Scherz und lache nur. Die Gelegenheit nutze ich für ein Foto.

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Im Wasser liegt ein Stück Holz, das einem Krokodilsrücken gruselig ähnlich sieht. „Ok, let’s go“ möchte der Guide mich zum weiterlaufen bringen. Achso, das war kein Scherz? Nein, war es nicht. Ich ziehe meine Joggingschuhe aus und wate hinter dem Guide durch das Wasser.

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Hinter mir platscht etwas ins Wasser. Was war das? Nur ein Fisch! Das hoffe ich aber und laufe vorsichtig weiter, denn das Wasser reicht mir bis zu Knien und ich kann nicht immer vorhersehen wie tief ich einsinke. Dennoch erreiche ich irgendwann trockenen Boden und kann meine Schuhe wieder anziehen.

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Ich lausche dem Vogelgezwitscher und bewundere die Natur, während der Guide seinen Blick am Horizont entlang streifen lässt. Und plötzlich stoppt und neben uns auf eine Hyänenspur zeigt. Wie hast du die gesehen? Du hast doch nach vorne geschaut! Er sieht alles. Aber auch ich sehe einiges. Wenn auch nach ihm. Aber ich sehe es. Wie die Gnuherde.

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Oder den großen Baobab. Ein Baum, für alle, die das nicht wissen.

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Die Termitenhügel sehen auch faszinierend aus in dieser weiten, flachen Landschaft.

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Schlussendlich entdecke ich auch die beiden Elefantenbullen. Wir können uns ihnen sogar vorsichtig nähern. Und erkennen dabei, dass der jüngere der beiden bereits seine Stoßzähne verloren hat. Vermutlich bei einem Kampf.

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In einem Sumpfgebiet haben sich zahlreiche Vögel versammelt.

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Wir überqueren die weite Ebene und bleiben anschließend zwischen den Büschen stehen. Vor uns steht ein Impala. Alleine. Er schaut uns an. Eine ganze Weile stehen wir drei regungslos da. Der Guide, ich und das Impala. Dann springt es mit einem Schwung davon.

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Wir durchqueren dickes Gebüsch und erreichen eine weitere Ebene. Wir lassen den Blick schweifen.

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Nichts zu sehen außer einigen Knochen eines Elefanten. Weit verteilt über eine große Fläche. Und einige wurden vermutlich von Menschenhand zusammengelegt. Später sehen wir noch einen Zebraschädel (rechtes Bild). Die ganze Gegend wirkt gespenstig. Mit all diesen herumliegenden Knochen. Ab und an durchtrennt ein Vogel die gruselige Stille mit einem Schrei.

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Der Guide bleibt stehen und zeigt über die Ebene. Strauße! Wow. Weit weg, aber dennoch mächtig. Diesen Tieren können wir uns nicht nähern, denn sie sind sehr scheue Tiere.

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Während wir allerdings in ihre Richtung laufen entdecken wir rechts von uns Giraffen. Büsche als Deckung nutzend, nähern wir uns dieser Gruppe an 6 Giraffen. Sie stehen in einer Ansammlung von Bäumen. Wir schieben uns vorsichtig vor einen Busch. Die Giraffen haben uns längst entdeckt. Bleiben aber stehen und beobachten uns. Die Dame hier hat versucht sich zu verstecken. Nur blöd, wenn man größer als sein Versteck ist.

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Wir stehen eine ganze Weile bewegungslos und beobachten die Giraffen, die wir angefangen haben sich von den Blättern zu ernähren. Nur eine nicht. Sie schaut uns immer noch an. Erst als sich auch die letzte Giraffe umgedreht hat setzt sich der Guide wieder in Bewegung. Ich will ihm schnell folgen und knack. Heftig umgeknickt. Zähne zusammenbeißen, den verschreckten Guide anlächeln und weiterlaufen. Nichts Schlimmeres passiert. Meine Bänder sind zum Glück stabil. Wir laufen über die Wiese und versuchen uns so zu bewegen, dass uns keine der Giraffen sehen kann. Diese Tiere bewegen sich in der Zwischenzeit weiter, aber dennoch kommen wir näher an sie heran.

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Sie bemerken uns wieder und legen eine Fresspause ein. Es sind alle noch recht junge Tiere, was man an den hellen Flecken sehen kann. Wenn die Giraffe ausgewachsen ist, dann werden die Flecken im Fell schwarz.

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Nach einer Weile in der ich diese wunderschönen Tiere beobachtet habe, bewegen wir uns wieder weiter. Eine der Giraffen kommt hinter einem Baum hervor und schaut in unsere Richtung. Ist wohl wine Neugierige.

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Auf dem Rückweg zeigt sich noch ein einzelnes Gnu. Wir laufen wieder über eine weite Fläche, als wir plötzlich von Wasser umzingelt sind. „Oh, sorry, I took the wrong way. Are you ok with this?“ Schon ok. Ich ziehe meine Schuhe wieder aus und laufe durch den Sumpf. Immer auf die Grasbüschel tretend, denn dort weiß ich wie weit ich einsinke. Das Wasser wird tiefer. Aber wir können nur durchlaufen. Schwarz ist die Erde am Grund. Es wird flacher und schlussendlich erreichen wir wieder trockenen Boden. Ich beschließe barfuß weiterzulaufen. Ich liebe es barfuß zu laufen. Und mit nassen Füßen in geschlossene Schuhe zu gehen ist eh nicht die beste Idee. Also erkunde ich das Okavango-Becken noch mit meinem Tastsinn. Ab und an etwas pieksig, aber die meiste Zeit doch einfach nur sandig. Der Wolken haben den Himmel verdeckt. Ich möchte meine Wettervorhersage abgeben und behaupte, dass es heute noch regnen wird. Der Guide meint am Nachmittag. Wir waten durch ein weiteres Wasserbecken und sind nach 4 Stunden „walking-safari“ wieder am Zelt angekommen. Eine kleine Pause legen wir ein bevor wir das Lager abbrechen. Bereits gegen die Mittagszeit fallen die ersten Tropfen und als wir im Mokoro durch den Kanal zurück fahren regnet es bereits richtig. Meine Schuhe sind nach diesem Ausflug in die Natur alles andere als gelb.

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Ich genieße den Regen. Das klirrend zarte Geräusch der Wassertropfen auf der ruhigen Wasseroberfläche. Wunderschön.

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2 Gedanken zu “Barfuß durch das Okavango-Becken – 11. April

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