8 Kühe und ein Buschfernseher – 10. April

Ja ich liebe es alleine zu reisen. Ja ich habe gerne meinen privaten Chauffeur. Und ja ich mache gerne individuelle Safaris. Nein ich habe nicht mit Geld um mich geworfen. Ich reise lediglich in der Nebensaison und da kann es schon Mal vorkommen, dass sich zu dem zwei Tages Mokoro Trip nur eine Person meldet. Ich. Dann werde ich eine dreiviertel Stunde im Allradfahrzeug durch den Dschungel kutschiert. An der Mokoro Station darf ich dann umsteigen. Vom Auto in das Mokoro. Mokoros sind Kanu ähnliche Boote.

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Selbstverständlich habe ich meinen privaten Guide, der mich durch das Okavango-Delta führt. Er erzählt von den Tag- und den Nacht-Seerosen. Nennt jeden einzelnen auffliegenden Vogel beim Namen. Und klärt mich auch über das Wassersystem des Okavangobeckens auf, das nicht vom Regen gespeist wird, sondern seine Quellen in den angolischen Gebirgszügen hat.

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Mit kräftigen Stockschüben schiebt er mich im Mokoro flussaufwärts. Gegen die Strömung. Gar nicht so einfach. Deshalb geht es oft auch durch das Gras. Durch die Seerosenfelder. Dann fliegen Grashalme ins Gesicht und Seerosen werden untergetaucht.

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Die Sonne steigt stetig und gewinnt zunehmend an Kraft. Eine Frau fährt in einem vollbeladenen Mokoro an uns vorbei. Sie transportiert Gegenstände, die für eine Reisegruppe am nächsten Tag gebraucht werden.

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Laut Guide sind in diesem Flussabschnitt nur nachts Krokodile zu finden. Tagsüber weichen sie in tiefere Gegenden. Ich glaube ihm nur halb. Wegen dem steigenden Wasserspiegel ist das Wasser etwas trüb und man kann den Grund nur an wenigen Stellen sehen.

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Gras und Seerosen. Diese beiden Pflanzen prägen das Landschaftsbild für zwei Stunden.

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Dann steuern wir Land an. Der Guide läuft zuerst an Land und betrachtet die Umgebung um einen großen Baum. Dann gibt er das ok. Ein guter Platz für unser Nachtlager. Auch, wenn hier letzte Nacht Elefanten entlang gelaufen sind. Gemeinsam stellen wir die beiden Zelte auf. Mein riesen Familienzelt, wie ich es nenne und sein kleines ein-Mann-Zelt. Mitten im Busch. Oder mitten in der Natur? Wie man es auch immer nennen will. Der liebe Guide hat einige Meter hinter dem Zelt im Gebüsch ein tiefes Loch gegraben. Die Toilette. Ja, das hier nenne ich wirklich wildcampen. Mitten in der wilden Natur.

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Um die Mittagszeit ist ausruhen angesagt. Es ist zu heiß für jegliche Aktivitäten. Ich schlafe gleich zwei Stunden.
Am späten Nachmittag machen wir uns dann zu Fuß auf den Weg. Walking Safari. Der Guide fragt mich noch „do you have another shirt? With this yellow one, the animals can see you from 10 Kilometer distance.“ Ähm. Du fragst mich nach einem nicht leuchtenden Oberteil? Du verlangst ganz schön viel. Aber ich habe tatsächlich ein weißes Oberteil in den Tagesrucksack gepackt. Und los geht’s. Die Sonne brennt noch und trotz Sonnenbrille blendet sie ordentlich. Der Guide zeigt mir Gnu-, Zebra-, Büffel- und etwas später auch Hyänenspuren. Alles unterschiedliche Fußabdrücke. Interessante Wege. Alte Zeugen. Einige Büffelknochen liegen im Gras. Später noch ein Knochen einer Giraffe. „Do you have good eyes?“ Natürlich habe ich gute Augen. Und so entdecke ich auch die 3 Zebras, die am Horizont spielen. Herumspringen. Was auch immer. Links von uns ein Pavian. Später kreuzt ein anderer Affe weit vor uns den Weg. Es ist eine kleinere Affenart.

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Ich entdecke noch Ameisenaktivitäten bevor sich sie Gnuherde zeigt.

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Wir laufen langsam und verstecken uns im Dickicht. Laufen aber stetig näher. Die Gnus wittern etwas, können es aber nicht zuordnen. Mit wachsamen Ohren grasen sie weiter auf dieser weiten Ebene. Weiter weg entdecke ich auch einige Zebras. Dahinter ein Büffel. Und immer noch sie Gnuherde vor uns. Wir stehen auf einer kleinen Anhöhe und haben alles im Blick.

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Später setzen wir uns nahe bei einem Wasserloch ins Gras. Und hören die Flusspferde prusten. Aber sie bleiben im Wasser und zeigen nicht mehr als ihren Kopf.

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Die Sonne geht langsam unter und unsere Schatten sind schon beträchtlich lang als wir uns auf den Rückweg machen.

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Zurück im Lager macht der Guide ein Feuer und wir setzen uns drum herum. „We call it the bush tv“ erklärt er mir. Lustiger Name für ein Feuer. So sitzen wir vor dem Busch TV und tauschen uns über unsere Kulturen aus. Ich frage ihn über das traditionelle Essen in Botswana aus und stelle erstaunt fest, dass es dasselbe Essen auch in Rumänien gibt und es zu meinen Lieblingsgerichten gehört. Im Deutschen wird es „Polenta“ genannt. Maismehl als Grundnahrungsmittel. Leckeres Essen.

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Danach befragt mich der Guide über die Situation in Deutschland. Einwohnerzahl. Visumsbeantragung. Landerwerb. Arbeitssituation. Und dann noch das übliche Thema. „If a man decides to marry a woman-“ ich unterbreche ihn erst nicht, sondern lasse ihn seine Vorstellungen vortragen. „Does he need to speak to parents or to the uncle or whom does he ask for the marriage? What is the gift? Here in Botswana you have to give 8 cows for a woman.“ Wenn ein Mann in Deutschland jemand heiraten will, dann fragt er erst Mal die Frau. Ja, klingt komisch, aber die Meinung der Frau ist hier das Entscheidende.
So vergehen die Stunden, ich grille ein paar Würstchen und toaste die Brötchen auf dem Grill. Mit Gurke, Zwiebel und Käse ist mein Abendessen dann fertig.

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