Sonne, Sand und Meer – 25. März

Es ist kalt am morgen. Nebel liegt über der Stadt.
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Ich sitze im Wagen. Zwei Engländerinnen mit mir. Durch die flache Ebene fahren wir auf die Dünen zu. Einen Wagen steht am Fuß des Berges. Snowboardschuhe stehen davor. Yeeeeah. Ich freue mich. Ich schlüpfe in ein Paar. Ah, ich liebe es. Endlich wieder Snowboardschuhe an den Füßen. Wie ich es vermisst habe.
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Nach meinem lieben Handball steht der Wintersport definitiv an Platz zwei der Dinge, die ich am meisten vermisse. Deshalb geht es jetzt auch los. Das Board in der Hand und hoch den Berg. Hinter der Frau, die uns abgeholt hat. Ihr gehört das Unternehmen. Kommt ursprünglich aus Kalifornien. Sie meint ich muss in Swakopmund aufpassen. Sie hat vor zwanzig Jahren eine ähnliche Backpacking Tour wie ich durch Afrika gemacht. Und ist in Swakopmund hängen geblieben. Kann ich verstehen.
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Mühsam ist der Weg bergauf. Aber ich weiß, dass er mit jedem Mal leichter wird.
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Oben angekommen genieße ich die Aussicht. Die Aussicht auf die Dünen. Später am Tag werde ich noch bis zum Meer und über die Stadt blicken können. Jetzt gibt es erst Mal eine Einweisung. Eine kurze für mich und eine längere für die Engländerinnen, die noch nie auf einem Board standen.
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Ich muss das Board wachsen. Vor jeder Abfahrt neu. Alles klar verstanden. Und sonst noch was? Eigentlich nur, dass du nicht auf den Kanten fahren kannst. Das geht im Sand einfach nicht. Lehn dich auf das hintere Bein, damit du Geschwindigkeit bekommst. Und los.
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Yiiiiha. Ich liebe es. Zwei, drei Kurven und schon bin ich unten. Hat aber Spaß gemacht!
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Dann heißt es abschnallen und wieder hochlaufen. Wieso es hier keinen Lift gibt? Naturschutzgebiet. Sie dürfen nichts hier nichts Dauerhaftes bauen. Aber die Dünen herunterfahren dürfen wir. Das reicht mir. Etwas Sport tut immer gut. Oben angekommen ziehe ich erst Mal meinen Pulli aus. Der Aufstieg ist anstrengend. Die Frau fragt mich, ob ich schon Mal gesprungen bin. Nicht wirklich. Dann wird es jetzt Zeit. Moment. Eine Abfahrt noch. Zum warm werden. Der Aufstieg geht schon etwas leichter. Die ersten Treppenstufen zeigen sich. Die entstehen im Sand, wenn man immer in den Fußstapfen des Vordermanns läuft.
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Dann stehe ich oben. Sieht nicht ohne aus, diese Schanze. Aber die anderen meinen es ist nur halb so schlimm wie es aussieht. Na dann los. Und huiii ich fliege. Und lande. Im Sand. Mit dem Hinterteil. Eine Drehung in der Luft zu machen war keine so geniale Idee. Jetzt bin ich voller Sand. Sand überall. Und ich muss sagen, es ist angenehmer Schnee im Mund zu haben, als Sand.
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Während die anderen beiden im Stehen immer wieder umkippen, versuche ich den Sprung wieder und wieder. Die Guides sagen „alle guten Dinge sind drei“ und danach „the luck of the fourth time“. Hilft alles nix. Ich lande jedes Mal, zwar sanft, aber mit dem Hinterteil im Sand.
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Mittlerweile ist die Sonne herausgezogen und der Küstenwind hat die Wolken weggeblasen. Blauer Himmel. Weite Sicht. Bis auf die Wellen des Atlantiks. Wunderschöne Aussicht.
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Zur Ablenkung eine Runde „lydown boarding“. Ein Brett in die Hand. Festkrallen und den Rücken der Düne hinunter. Wow wird das schnell. Eine Kante. Ich fliiiiege. Und lande. Und fahre die Düne auf der anderen Seite wieder hinauf. Das war ein Spaß. Einer der anderen Angestellten saß unten und hat mich gemessen. 70km/h. Ganz schön schnell. Mit dem Gesicht nach vorne die Düne hinab.
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Aber wer mich kennt, weiß, dass ich so schnell nicht aufgebe. Mein Ehrgeiz lässt es nicht zu, dass ich den Sprung nicht stehe. Also wieder Snowboard angeschnallt und auf ein Neues versucht. Mir vorgenommen den Berg bis nach unten gerade zu fahren. Keine Kurve. Nichts. Steve meint ich habe den Schlüssel gefunden und werde es schaffen. Danke für dein Vertrauen.
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Und huiiiii. Ich lande. Ich stehe. Ich fahre. Jihaaa. Geschafft. Und ich kurve die Düne hinab. Und lasse mich unten in Sand fallen. Endlich. Geschafft.
image Die Landung
Danach geht es ein letztes Mal hinauf. Die letzte Abfahrt. Habt ihr jeden Tag Kunden? Morgen vielleicht? Nein, leider nicht.
In der Hochsaison (deutscher Sommer) tummeln sich hier bis zu 40 Leute auf einer Düne. Das kann ich mir gar nicht richtig vorstellen. Sieht dann wohl auf der Düne aus wie an Fasching in Oberstdorf. Menschen überall. Ich bevorzuge es, wenn ich die Abfahrt für mich alleine habe. So wie heute.
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Danach gibt es am Auto noch ein leckeres Mittagessen bevor es zurück nach Swakopmund geht. Eine Stunde Pause, dann wartet das nächste Auto auf mich. Quad fahren steht an. Ich entscheide mich für das Automatik Getriebe. Alles langsam angehen. Lange hinter keinem Steuer mehr gesessen. Und los geht es. Dem Guide hinterher. Ich bin alleine. Keine Kunden. Nebensaison. Dann gibt es auch Mal Privatstunden. Am Anfang noch etwas ungewohnt, doch schnell gewöhne ich mich an den Sand. Lege mich in die Kurven. Fahre Dünen hoch und runter. Fahre von links nach rechts. Wie in einer Halfpipe. Dann wieder ein gerades Stück. Zum Beschleunigen. Der Guide macht mir ein Zeichen zum Stehenbleiben. Was ist jetzt los? Er zeigt in den Sand. Aaah, ein Chamäleon. Wie hat er das gesehen? Ich konzentriere mich voll und ganz auf das Fahren.
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Gut ab und zu lasse ich auch den Blick schweifen. Genieße die Weite der Wüste. Die Dünenlandschaft. Die Sicht auf das Meer. Oder einfach nur den Sand.
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Der Guide verständigt sich mit mir während der Fahrt mit Handzeichen. Mittlerweile nutzt er, aber nur noch das Zeichen für Bremsen. Beschleunigen tu ich von alleine.
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So fahren wir eine ganze Weile. Ich spiele mit dem Sand. Setze die Kurve mal höher, mal tiefer an. Kippe fast. Lehne mich dagegen. Drehe das Lenkrad. Gebe Gas. Habe wieder Boden unter allen vier Rädern. Läuft. Macht Spaß. Nach der Hälfte der Zeit halten wir auf einer Düne.
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Der letzten Düne vor dem Atlantik. Was eine Aussicht. Aber kalt ist es. Jetzt weiß ich wieso mein Guide eine Jacke anhat. Und ich dachte in der Wüste ist es heiß. Nix da. Ich friere. Diese Meeresbrise hat es in sich. Der Bengalistrom bringt die kalte Luft ins Landesinnere.
Wir fahren weiter. Durch unberührte Dünenlandschaften. Vor mir nur Sand. Dünen. Strahlend blauer Himmel. Die Sonne. Sand. Wunderschön.
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Der Guide zeigt etwa 10 Mal, dass ich langsamer werden soll. Bleibt stehen. „Use the left break“. Wieso sagst du jetzt etwas über die Bremse? Er fährt los. Und weg ist er. Huch, da geht es aber steil hinunter. Ok, jetzt verstehe ich. Ich fahre über die Kante. Eine 10 Meter Steilwand liegt vor mir. Ich rutsche. Huii ist das schnell. Bremsen. Bremseeeeen. Und loslassen. Jihaaa. Das war Spaß. Wir fahren noch einige Kanten hoch und runter. Drehen uns und fahren zurück.
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Auf dem kurzen Stück auf dem Asphalt sehe ich etwas weißes weit vor uns. Ein Pferd? Nein, es ist größer. Ah, ein Kamel. Dromedar. Was auch immer. Mitten auf der Straße. Es läuft ins Gebüsch. Wir fahren vorbei. Und ich entdecke noch mehr. 10, 15 vielleicht. Wow.
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7 Gedanken zu “Sonne, Sand und Meer – 25. März

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