No cars available – 23. März

Jetzt liege ich hier. In meinem Bett. Eingekuschelt in die weiche Decke. Ich liebe dicke Decken. Richtige Decken. Nicht nur Leintücher. Sind so weich. Liiiiebe es! Draußen sind nur noch 18 Grad. Weshalb ich die Decke erst Recht liebe. Und während ich die Wärme genieße, denke ich über den Tag nach.
Was nicht sein soll, soll nicht sein.
Wieder zurück in Windhoek wurde die nächste Destination auserkoren. Der Fish river Canyon. Eine Südkoreanerin, die auch im Hostel war, wollte sich unserer Gruppe anschließen. „But I’m alone“ sagt sie mir. Ich beruhige sie „I’m also alone. But now there is the australian couple, you and me, so we are no longer alone!“ Gruppe gefunden. Was fehlt noch? Genau – das Auto.
Die beiden Australier haben sich in der hauseigenen Autovermietung schlau gemacht. Und? Klingt gut. Seeehr gut. 90US$ pro Tag. Für vier Personen. Das ist nichts. Also nehmen wir das Auto morgen früh. Fahren runter nach Ketmannshop. Zum Sonnenuntergang in den Canyon. Dann den nächsten Tag den Canyon erkunden und geben das Auto am Abend in Ketmannshop zurück. Von dort kann ich mit dem Intercape nach Windhoek zurück. Die Australier nach Kapstadt. Und die Asiatin nach Lüderitz. Ab buchen.
Die beiden Australier kommen zurück. Nix da. Kein Auto verfügbar. Wie? Aber vorher hieß es doch sie haben eins? Verstehe ich nicht. Ist Afrika. Kann man nicht verstehen. Lass es uns über einen anderen Anbieter buchen. Die „drop-off fee“ ist aber teuer. Ich werde gefragt, ob ich das Auto zurück nach Windhoek fahren würde. Sind 7 Stunden Fahrt. Klar kein Problem. Bin zwar noch nie links gefahren, aber seit einige Zeit dem Linksverkehr ausgesetzt. Und wenn ich doch mal auf der rechten Spur landen sollte auch nicht so schlimm, weil Autos sind hier kaum unterwegs. Also buchen. 3 Tage.
„No cars available“. Ich kann es nicht glauben. Wie ist das möglich? Es ist Nebensaison! Was machen die in der Hauptsaison?
Das australische Pärchen nimmt die gelben Seiten und das Internet zur Hand. Und ruft bei jeder einzelnen Autovermietung in Windhoek an. Keine Chance. Überall dieselbe Antwort. „No cars available!“ Resigniert kommen sie zurück in mein Zimmer und teilen mir mit, dass sie aufgeben. Sie nehmen den Intercape Bus in wenigen Stunden nach Kapstadt. Maddie meint noch „it’s so africa!“ It is. Aber was kann man machen? Akzeptieren und eine Alternative suchen.
Meine Alternative? Bus nach Swakopmund gebucht. Was mich dort erwartet? Werde ich morgen sehen.
Den Nachmittag über verbringe ich wieder in Deutschland.
Zunächst kaufe ich Postkarten in der Stadt.
Do you have Stamps?   – Ja, wir haben Briefmarken!
Danke für die deutsche Antwort. Sehe ich so deutsch aus? Gibt es hier nur deutsche Touristen? Oder ist deutsch hier Amtssprache?
Dann lese ich eine deutsche Zeitung. Ich weiß, ich lese eigentlich nie Zeitung. Aber das hat mich überrascht. Hier wird tatsächlich eine deutsche Zeitung produziert und verkauft. Die muss ein gutes Publikum haben, damit sich das rentiert. Die Zeitung berichtet über Namibia und Deutschland. Und beides zusammen. So wie zum Beispiel den Besuch Horst Köhlers in Windhoek.
Zurück im Hostel. Neue Mitbewohnerin.
„This is the bathroom!“   -Ah ok danke! Deutscj ist einfacher.
Und schon wieder? Was ist, wenn ich nicht deutsch bin? Ganz einfach. Dann geht es mir wie dem australischen Pärchen. Man versteht einfach nichts. Oder merkt nicht mal, dass man angesprochen ist.
Spät am Abend. Eine Frau legt sich ins Bett. Ich kenne sie nicht.
„I can switch off the light, if you try to sleep!“   -Wir können auch deutsch reden!
Ach wirklich? Ich gebe auf. Wieso spreche ich überhaupt noch englisch?

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