Safari Tag 4: Ngorongoro Krater – 4. März

Kaum geschlafen, weil es so verdammt kalt war und schon wieder im Dunkeln im Wagen. Das Lager am Kraterrand des Ngorongoro Restervats liegt geschätzt auf über 1000 Meter und laut Guide sinken die Temperaturen nachts auch gerne mal unter Null. Gut, dass er mir das nicht gesagt hatte, als ich mich von meinem Rucksack trennen musste. Im ersten Camp wurde das große Gepäck gelagert. Ich weiß, aber wieso ich den Rucksack brauche. Ich reise nicht viel, etwa 15 Kilo in einem 45-Liter-Rucksack, aber dort ist alles drin was ich brauche. Auch ein Fleece-Pulli. Den ich letzte Nacht vermisst habe. Mein Seidenschlafsack und mein T-Shirt hat mir wenig gegen die Kälte geholfen. Aber gut, ich habe es überlebt und jetzt wartet das nächste Abenteuer. Der Ngorongoro Krater.
Um 6 Uhr verlassen wir das Camp und fahren im stockdunkeln los. Zunächst am Kraterrand entlang und als es etwas heller wird die steile Straße hinunter in den Krater. Die ersten Tiere, die wir sichten sind Perlhühner, die für mich nichts besonderes sind, da ich mich in Ghana jeden morgen mit ihnen gestritten habe, weil sie meinen Schlaf rauben wollten. Danach weitere Vögel, Antilopen und unten im Krater selbstverständlich wieder Zebras und Gnuherden.
Immer noch frierend sitzend wir im Wagen. Ich in mein Handtuch gewickelt, der Schotte, der sich erst als abgehärteter Mann zeigen wollte, hat sich nach 2 Minuten in seinen Daunenschlafsack gewickelt und die Wienerin die Verhüllungsmethode der muslimischen Frauen nachgeahmt.
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Kurz darauf hat sich die Sonne am Horizont gezeigt, was allerdings nicht heißt, dass es warm wird. Meine Körpertemperatur ist auf gefühlt 30 Grad gesunken.
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Was allerdings nicht heißt, dass ich nicht hellwach wäre. Nashorn Sichtung! Waas? Tatsächlich? Die vor dem Aussterben bedrohten, im Ngorongoro Reservat geschützten, scheuen Tiere zeigen aich tatsächlich? Dort vorne!
Weit vor uns sieht man zwei mächtige Nashörner. Trotz der Entfernung kann man ihre Masse erkennen. „They will cross the street!“ prophezeit uns der Guide und platziert sich in erster Reihe in respektvollem Abstand zu den Tieren. Und tatsächlich. Langsam aber zielstrebig laufen die beiden Nashörner auf die Straße zu, überqueren sie und entfernen sich in der anderen Richtung wieder. Faszinierend. Mächtige Tiere.
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Etwas später kommt noch eins, doch wir haben genug gesehen und haben keine Lust auf die Autokolonnen. Ich bin geschockt von der Anzahl der Wägen. Doch der Guide meint das ist noch nichts. An manchen Tagen in der Hochsaison tummeln sich bis zu 70 Autos an einem Fleck, wenn Nashörner oder Löwen gesichtet werden. Unvorstellbar.
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Wir fahren Richtung Wasser und sehen eine Gruppe Flusspferde.
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„Crown headed cranes“ – meine Lieblingsvögel. Unglaublich wunderschöne Tiere.
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Danach erblicken wir eine Herde Antilopen. Eine Art, die wir bis jetzt noch nicht gesehen haben. Es sind die größten Antilopen, die es hier gibt.
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In einem Waldstück zeigen sich zahlreiche Affen.
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Und andere Tiere.
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Neben einer Herde Büffel (die big five sind geschafft) frühstücken wir und verteidigen unsere Mahlzeit gegen einen Adler.
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Mittlerweile hat sich die Luft aufgewärmt und mein Körper taut auch auf. Nur der Guide ist noch im Fleecepulli.
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Spuren eines Nashorns und Überreste eines Büffels.
Es gibt eine Ort, an den die Elefanten zum Sterben gehen. Hier findet man unglaublich viele Skelettreste
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Ich genieße die traumhafte Landschaft.
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Und beobachte Vögel, dessen Namen ich auch beim hundertsten Mal mir nicht merken kann.
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Wir fahren eine Straße entlang und stoppen. Eine Löwenfamilie spaziert gemächlich auf der Straße entlang. Natürlich auf ser Straße. Ist bequemer. Keiner mag nasses Gras. Auch Großkatzen nicht.
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Unbeeindruckt von den immer zahlreicher werdenden Autos gehen die Löwen ihren Weg. Das Weibchen läuft an unserem Wagen vorbei. Ein unglaublich großes, muskuläres Tier. Mächtige Ausstrahlung. „Don’t put your head out of the window“ warnt uns der Guide, als die Familie an unserem Wagen entlangstreift. Ja, streift. Hätte ich die Hand ausgestreckt, hätte ich das Tier berühren können. Ich strecke, aber nur die Kamera aus dem Fenster.
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Doch mir wird das ganze zu viel. Zu viele Autos. So viele Autos, die mit den Löwen mitfahren wollen. Ich fühle mich gestresst. Anstelle der Tiere, die entspannt ihren Weg ziehen. Ich bewundere diese Tiere, die unbeeindruckt von der Größe der Wägen sind und dir als Zuschauer das Gefühl geben wie schwach du bist. Die Löwen strahlen unglaublich viel Selbstbewusstsein und Stärke aus. Kraft. Einfach Magisch.
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Vögel am Wasserloch
Wir entdecken noch einige Nashörner weit in der Ferne, sowie weitere Löwen. Aber nicht mehr so nah. In respektvoller Distanz. Im ganzen haben wir wohl an die 50 Löwen in den 4 Tagen gesehen.
Und eine Gruppe meiner Lieblingsvögel kreist über den See.
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Ein weiterer Adler kommt unseren Köpfen gefährlich nahe.
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Im See erblicken wir abschließend zahlreiche Flusspferde. Unbeeindruckt von den Menschen am Ufer, lassen sie sich im Wasser gleiten. Dem Ufer näherkommend. Prustend und spritzend. Ein Baby macht lautstark auf sich aufmerksam.
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Auch hier bewundere ich die Landschaft.
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Die schäumenden Hippos in der Mitte des Sees.
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Ein abschließendes Foto mit den Flusspferden sowie ein Prost auf sie Big Five.
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Bevor wir den Krater verlassen können, überquert vor uns eine riesige Büffelherde die Straße. Faszinierender Moment. Immer wieder bleibt die Gruppe stehen, tastet sich ängstlich an die Straße vor und sucht einen Freiwilligen, der verläuft. Anschließend trampelt wieder die ganze Herde los.
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Büffel-Selfie
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Ein letzter Blick über die Kraterebene.
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Das Auto kämpft sich die steile Straße hoch.
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Im Camp wartet wieder der Marabu und sucht im Müll nach etwas Fressbarem.
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4 Tage Safari sind vorbei und ich strahle über das ganze Gesicht. Sooooo viele Tiere. Soo nah. Hätte ich beides nie erwartet. Unglaublich atemberaubend. Wundervolle Momente.
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The Big Five

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2 Gedanken zu “Safari Tag 4: Ngorongoro Krater – 4. März

  1. Toll ! Aber das es dort beinahe over-crowded ist vor lauter Touristen um die Jahreszeit hätte ich nicht erwartet. Oder ist im Frühling Hochsaison?
    Ich bin schon sehr gespannt, was du als nächstes machst. Niiiiiiicht verraten ! 😀

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    1. Mir wurde gesagt, dass jetzt Nebensaison ist. Erstens weil die große Migration der Tiere schon vorbei ist und weil zweitens die meisten europäischen Touristen in den Sommermonaten (Juni-August) frei haben. An manchen Stellen wie im Krater fand ich es schon heftig. Aber die meiste Zeit waren wir in der Serengeti irgendwo im nirgendwo und haben weit und breit kein Auto gesehen. Nur Tiere. Und das obwohl es dort so flach ist und man Kilometerweit blicken kann.

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