Aufenthalt im Krankenhaus – 28. bis 30. November

Am ersten Abend im Krankenhaus habe ich viel mit Anne geredet, wir haben Bilder ausgetauscht und von unseren Erfahrungen erzählt. Wir haben uns so lebhaft unterhalten, dass die Nachtschwester hereinkommen musste, um uns zu bitten leiser zu sprechen. Es war kurz vor Mitternacht. Sorry, Ruhestörung im Krankenhaus auch auf die Reihe bekommen. Aber wenigstens geht es Anne besser.
Da ihr Handy kaputt gegangen ist, habe ich ihr meins angeboten. Das hat die Telefonate aber noch komplizierter gemacht. Mit den beiden Annes in einem Raum sind schon die Krankenschwestern überfordert. „Which Anne called us?“ Und hier der Telefonmitschnitt von Anne, die mit unserer Organisation telefoniert hat:
„Hello here is Anne from Hollands. No, I call from the phone from Anne from Germany!“
Ja, läuft hier. Nur so wird uns nicht langweilig. Aber langweilig ist mir erst mal eh nicht. Ich besorge alles Mögliche für meine Freundin und gehe oft aus dem Zimmer und verlasse das Krankenhaus. Das wird zu meinem Verhängnis. Schon von der Busfahrt am Donnerstag war ich leicht erkältet. Ja es ist immer dasselbe Problem mit den Klimaanlagen. Und im Krankenhaus ist es kein bisschen besser. Im Raum haben wir vielleicht 20 Grad bei laufender Klimaanlage und drehendem Ventilator. Im restlichen Gebäude ist es noch kühler. Draußen im Schatten wohl über 30 Grad. Und ich springe dauernd zwischen den kühlen Gebäuden durch den Innenhof in der Sonne (gefühlt 40 Grad) herum. Selbstverständlich hat mich die Erkältung voll erwischt. Aber was soll’s. Gibt definitiv Schlimmeres!
Ich weiß jetzt auch was Anne gemeint hat mit „ich bin müde vom vielen Warten“. Man muss wirklich auf alles warten. Sehr lange warten. Und dreimal nach etwas fragen, bevor man es dann nach einer Stunde warten bekommt. Es ist wirklich Nervenaufreibend. Jeden Abend falle ich todmüde in mein Bett. Besser gesagt auf meine am Boden liegenden Sofapolster.
wpid-dsc_0308.jpg mein Bett
Quasi mein Bett. Aber das reicht mir. Hab nämlich fließendes Wasser und ne warme Dusche im Zimmer und bekomme zweimal täglich warmes Essen serviert.
Ich mache mir mehr Sorgen um Anne. Es ist jetzt Samstag morgen und ihr geht es wieder schlechter. Sie hat starke Schmerzen und den Schwestern fällt nix besseres ein, als ein „sorry“ zu entgegnen. Toll wofür seid ihr Krankenschwestern? Sorry sagen kann ich auch!
Ich hoffe, dass ihr holländischer Arzt morgen kommt und sie zurück nimmt. Sie benötigt gute medizinische Versorgung!

wpid-dsc_0312.jpg
Am Sonntag habe ich Anne dann tatsächlich in der Ambulanz an Flughafen begleitet und sie ist mit einem holländischen Arzt heimgeflogen. Ich wünsche ihr das Beste!

Danach bin ich in der Nacht noch mit einem Bus zurück nach Kumasi. Dort habe ich ein paar Stunden geschlafen und bin um 6 Uhr mit dem Trotro weiter nach Mampong, um pünktlich zum Arbeiten wieder da zu sein. Hat alles geklappt!

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