Fahrt in den Norden Ghanas – 14. November

Heute geht es mit unserer Organisation und allen anderen Volontären aus dem Land in Norden des Landes. In den Mole Nationalpark.
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3:20 Uhr, mein Wecker klingelt. Um 3:45 Uhr verlassen wir das Haus und laufen in die Stadt zur Trostation. Ich leuchte mit meiner Taschenlampe den Weg, weil es noch stockdunkel ist. Wir kaufen wie immer am selben Platz das Ticket und setzen uns ins leere Trotro. Es ist 4:30 Uhr. Um 6 Uhr müssen wir in Kumasi sein, dort wartet ein Bus auf uns. Tagsüber braucht man 2 Stunden mit dem Trotro bis hin. Ich bin etwas besorgt, weil niemand in unseren Wagen einsteigt. Ich weiß, dass der aber erst losfährt, wenn er voll ist. Meine beiden Schweizerinnen fluchen, weil man hier nicht rauchen darf. Christine, die Französin, sitzt neben mir, nimmt ihre Kopfhörer und lehnt sich entspannt zurück. Hast du dich schon mal um irgendwas gekümmert? Nein, natürlich nicht, dafür sind ja wir da. Aber warte nur, irgendwann stehst du ohne uns da und bist aufgeschmissen. Dann kannst du schauen wo du bleibst. Es ist 5:00 Uhr, ein volles Trotro fährt vor uns los. Wohin fährt es? Wenn ich das wüsste… Ein anderes beginnt sich zu füllen. So viele wie da einsteigen, kann es nur nach Kumasi fahren. Ich kletter über Christine aus dem Wagen und laufe zu dem anderen Wagen. Kumasi ist die Antwort. Freunde, raus aus dem Wagen wir fahren dort mit. Alle steigen aus und gehen hinter mir zu dem anderen Ticketstand, kaufen ein neues Ticket und wir setzen uns ins andere Trotro. Es ist 5:15 Uhr und wir fahren los. Wir werden definitiv zu spät kommen, aber immerhin sind wir jetzt unterwegs. Wer ruft Eric (der Koordinator von unserer Organisation) und gibt Bescheid? Ja, kein Problem. Wer sonst. Ich rufe ihn an und erkläre ihm, dass wir zu spät kommen werden. Im Wagen ist es laut und ich verstehe nichts außer „don’t worry“. Typisch ghanaisch. Ich lehne mich zurück und entspanne mich ein wenig. Das mit dem nicht pünktlich sein stresst mich hier immer noch, obwohl ich schon über einen Monat hier im Land bin. Aber alle drei anderen Volontäre helfen mir täglich das zu-spät-Kommen zu lernen. Ich glaube, ich bin da ein hoffnungsloser Fall. Ich fühle mich einfach schlecht und schuldig, wenn ich irgendwo zu spät bin. Naja wie auch immer, um 6:30 Uhr sind wir in Kumasi und suchen ein Taxi, das uns zum Büro bringt. Ich frage einen Taxifahrer, ob er die Adresse auf meinem Zettel kennt und wir steigen ein. In dem gewünschten Viertel angekommen steigt der Fahrer aus und fragt einen Mann auf der Straße nach unserer Adresse. Ja natürlich, die Taxifahrer hier kennen keine Straßennamen. Ich rufe ihm zu, dass er bitte einsteigen soll, ich kann ihn lotsen. Ja, in Kumasi kenne ich mich mittlerweile ein bisschen aus.
Um 6:45 Uhr kommen wir im Büro an. Eric wartet schon auf uns, ist aber sichtlich entspannter als ich. Wir steigen in den Reisebus ein. Wow ein ganzer Bus für uns 4? Nein, nach 2min Fahrt steigen weitere Volontäre ein. „Good morning“ begrüßen wir alle. Eine Frau steigt ein und fragt den jungen Mann hinter ihr „willst du ans Fenster?“ „Nicht euer ernst? Noch mehr Deutsche?“ Mit diesen Worten begrüße ich sie. Ja, ich habe hier schon sehr viele Deutsche getroffen. Ich bin doch weit weg von Deutschland gegangen, um neue Kulturen kennen zu lernen. Und um englisch zu sprechen. Aber nix da, überall Deutsche. Oder sind die Deutschen sozialer engagiert als andere europäische Länder? Wie auch immer, wir sind jetzt im Bus 6 Deutsche, 2 deutschsprechende Schweizerinnen, eine Französin und 2 Belgier, davon eine, die auch deutsch sprechen kann. Mal sehen was für Nationen im Norden noch auf uns warten?
wpid-img_6887.jpg Busfahrt von Kumasi in Molepark
Jetzt werden erstmal Erfahrungen und Ausflugstipps ausgetauscht – auf deutsch! Schließlich haben die Französin und der Belgier sich mit den Kopfhörern zurückgezogen und die andere Belgierin kann sich auf deutsch mit uns unterhalten.
wpid-img_6871.jpg die guten Straßen im Norden
Ich sitze nun schon 5 Stunden im Bus, fahre an riesigen Termitenhügeln, kleinen Dörfern mit Strohdächern und Waldbränden vorbei.
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Ja, die Landschaft hier unterscheidet sich entscheidend von der grünen Vegetation im Süden und Osten den Landes. Das Gras ist vertrocknet und man sieht keine extrem hohen Bäume mehr. Die Dörfer sind ärmer, keine verrosteten Blechdächer mehr, sondern Lehmhütten mit Strohdächern. Ich öffne das Fenster, um ein paar Bilder zu machen. Oh mein Gott ist es heiß. Dabei dachte ich, dass es bei mir in Mampong schon heiß ist. Da schau mal, der Termitenhügel! Er überragt den Baum daneben! Heftig.
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wpid-img_6889.jpg atemberaubende Aussicht über den Molepark
Vor uns öffnet sich eine weite bewaldete Tiefebene. Wow. Wir sind da! Ein Kameramann filmt uns wie wir aus dem Bus aussteigen. Ich lege meine Tasche ab, lege meinen Müllbeutel daneben und gehe mit meiner Kamera an den Rand der Hochebene. Der Kameramann nimmt meinen Müll. Ich versuche ihm zu erklären, dass ich ihn später wegräumen will, bedanke mich aber dann bei ihm. Beim dritten klick höre Sandro (aus Südtirol) schreien „STOP THAT“ und sehe im Augenwinkel den Kameramann meinen Müllbeutel gerade den Hang herunter in die Natur zu werfen. Nein, sag mir bitte, dass das nicht wahr ist. Das ist gerade nicht passiert. Aber es ist wahr. Da liegt mein Müll. Im Nationalpark. Der kann da nicht liegen bleiben. Sandro predigt dem Kameramann was für einen Mist er da gerade eben gemacht hat und dass er sein eigenes Land kaputt macht. Ich gehe zurück, lege die Kamera auf meine Tasche und laufe an Rand. Ein anderer Ghanaer sagt mir, dass es dort gefährlich ist. Mir egal, ich hole meinen Müll herauf!!

Nach dem Abendessen bin ich die erste, die in den Pool springt. Wow im Pool schwimmen und den Blick auf die weite Ebene genießen. Atemberaubend. Nach mir kommen auch die anderen Volontäre aus dem südlichen Ghana ins kalte Nass. Aber nicht die aus dem Norden. Wieso? Es wurde ihnen davon abgeraten, weil man sich in Pools mit Ebola anstecken kann. Mmmh. Davon habe ich noch nicht gehört. Habe auch noch nicht davon gehört, dass in Ghana Ebola angekommen ist. Ist es auch nicht. Aber es gab im Norden einige Verdachtsfälle, der sich nicht bestätigt haben. Naja wie auch immer. Ich finde den Pool toll!
wpid-img_6920.jpg Sonnenuntergang
Jetzt liege ich auf der Mauer und beobachte die Sonne wie sie über der Savanne untergeht. Da einige Tiere auf der freien Glasfläche! Was ist es? Ich kann es nicht erkennen. Die Sonne ist weg. Ich laufe in unser Zimmer und begegne drei Wildschweinen und vor unserem Zimmer einem Pavian.
Wir leben mitten in der Natur. Ich freue mich auf das Wochenende!
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Veröffentlicht in Ghana

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