Fahrt in die Voltaregion in der Nacht – 4. November

21:15 Uhr fährt unser VIP-Bus nach Accra los. Über Accra wollen wir in die Voltaregion kommen. Nach gefühlt 5 Minuten Schlaf weckt mich Tamara um 22:30 Uhr „die wollen unser Ticket sehen“. Konnten die das nicht vorm Einsteigen fragen? „Anscheinend wurden zu viele Tickets verkauft und wir stehen hier seit einer halben Stunde“. Also gut Ticket gezeigt, Kekse herausgeholt und gewartet. Kurz vor 4 Uhr kommen wir mit 1,5 Stunden Verspätung auf dem Busterminal in Accra an. Gibt es hier einen Bus nach Hohoe? „You want to go to Ho?“ Nein ich sagte HOHOE. Das sind verschiedene Städte. Meine Karte herausgeholt und auf der Landkarte erklärt. Ich weiß wieso ich seit 3 Wochen unbedingt eine Landkarte von Ghana kaufen wollte. Zum Glück habe ich letztes Wochenende endlich eine kaufen können. Zwar überteuert im Hotelshop, aber das war sie mir wert.
Der Angestellte schickt uns die Hauptstraße entlang bis zum nächsten Kreisel. Da soll angeblich ein Bus nach Hohoe fahren. Die beiden Schweizerinnen sind skeptisch. Sie folgen mir dennoch. Dort angekommen schickt uns ein Mann wieder zurück an das andere Terminal. Ihr seid ja witzig. Was haben unsere Eltern uns gesagt? Wir sollen uns durchfragen. Aber was wenn alle was anderes sagen? Wir laufen auf der anderen Straßenseite zurück und fragen an der Trostation nach. Wir müssen zu einer anderen Station. „I can bring you there with my taxi“. Ja das glaube ich dir. Die beiden Schweizerinnen sind sichtlich gereizt und wollen warten bis es hell wird. Dann müssen wir aber durch den dichten Berufsverkehr raus aus der Stadt. Die Französin ist entsetzt als sie hört, dass es zu unseren Zielort nur ein Trotro gibt und keinen Reisebus. Das hatten unsere deutschen Freunde aus Kumasi uns auch gesagt. Ich bin nicht verwirrt, weil ich nach dem dritten Fragen 3 verschiedene Antworten bekommen habe. Nein alles im Griff. Wir laufen weiter und fragen an einem Platz mit Bussen erneut nach Hohoe. Diesmal wird uns wieder gesagt, dass der Platz weit ist und wir mit einem Taxi dort hin müssen. Ich schau die anderen an. Rabea, die älteste von uns 4 sagt zu mir energisch „ich steige hier in kein Taxi ein und das solltest du auch nicht einfach so!“ Achja und was schlägst du dann vor? Hier stehen und warten bis wir Wurzeln schlagen? Kann mir schöneres vorstellen. Rabea redet erneut mit dem Mann „are you sure that at the other station will go a trotro to Hohoe?“ -„Yes“. Alle einsteigen. Geschafft. Der Taxifahrer fragt an der Trostation nochmal nach unserem Ziel und lässt uns direkt vor dem Trotro aussteigen. „Thank you!“ Nicht immer so viel Skepsis. Die wollen doch nur helfen. Ja und unser Geld fürs Taxi. Aber wir wollen auch irgendwann ankommen. 21 Cedi fürs Trotro gezahlt und eingestiegen. Es fängt an zu schütten. Nein, dann kann ich die Fenster nicht öffnen. Hier drin ist es aber so heiß. Wir fahren los, denn das Trotro hat sich schnell gefüllt. Alle um mich herum schlafen. Wir verlassen nun Accra und es wird allmählich hell. Es ist 5:30 Uhr. Ich öffne das Fenster einen Spalt. Nicht mehr, sonst frieren die Ghanaer. Es sind gefühlt 30 Grad im Wagen.

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Um kurz vor 7 Uhr kommen wir zum Stehen. Stau. Von überall kommen Frauen an die Fenster. Chips. Ich will eine Tüte, danke. Wir steigen aus. Wow hier werden wir lange stehen. Wir müssen mit einer Fähre über den Fluss.
wpid-img_6149.jpg Ich kaufe zwei gekochte Eier von der Frau, die als nächstes vorbeikommt. Ich trinke etwas Tee aus meiner Sigg-Flasche und esse die beiden Eier mit etwas Salz. Mein Frühstück heute. Die Frauen hier verkaufen alles. Fisch. Brot. Äpfel. Schaschlikspieße. Gewürze. Sogar Spiegelei im Brot gibt es. Und Benzin im Kanister. Das wird wohl oft benötigt, denn hier stellt niemand den Motor ab. Obwohl wir sehr lange stehen. Es stinkt nach Benzin. Wir laufen neben dem Auto her. Tamara, Rabea und ich laufen zwischen zwei Häusern durch. Wo können wir hier aufs Klo. Bei diesem Thema sind die Ghanaer zum Glück sehr lässig. Sie selbst steigen oft aus den großen Bussen aus und stellen sich an den Straßenrand. Wir entdecken eine Ruine. Unser Platz. Durch die Fensteröffnung steigen wir in die Ruine. Ein guter Platz.
wpid-img_6152.jpg fotografieren als Zeitvertreib
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Um halb neun erreichen wir das Wasser und fahren an einem Mann von Militär vorbei auf die Fähre. Nach zwei Stunden warten haben wir das andere Ufer erreicht. Eine Brücke würde das ganze erleichtern. Aber sowas kennen die hier nicht. Wir fahren an Palmen vorbei. Kurvige Straße. Links und rechts von uns nur Wald. Ich schließe die Augen, lasse meine Haare im Wind fliegen und atme die frische Luft ein.

Immer wieder durchqueren wir Dörfer. Sehen alle quasi gleich aus. Flache Häuser. Blechdächer. Manchmal nur Dächer aus Stroh. Jedes zweite Haus ist eine Kirche. Zumindest gefühlt. Viele Ruinen. Oder nicht fertiggestellte Häuser. Wie man es auch immer nennen will. Erinnert mich an meine Heimat Rumänien. Wir verlassen das Dorf. Danach wieder nur Wald. Der Asphalt hört auf. Rote Schotterpiste. Wir hüpfen auf und ab. Ich weiß nicht wie man dabei schlafen kann. Die Einheimischen können es auf jeden Fall. Ich bewundere die Landschaft. Bäume in allen Größen. Schilfgras. Palmen. Bananenstauden. Bewaldete Hügel so weit das Auge reicht. Wieder ein Dorf. Wäscheleinen zwischen den Häusern. Eine Kirche. Und vorbei. Wir fahren hinauf. Vor uns erstreckt sich eine weite Hochebene. Ich sehe nur grün. Bis zum Horizont nur Wald. Wir fahren den Hügel auf der anderen Seite wieder herunter. Ich sehe Wasser. Ist das der Voltasee? Tamara schläft auf meiner Schulter. Es tut mir Leid, dass ich so wackel, aber ich kann nichts dafür. Sie schläft weiter. Ich bin nicht müde. Ich kann mich nicht sattsehen an der Landschaft.
Um 11 Uhr am nächsten Tag, 5. November, erreichen wir Hohoe. Ein Taxi bringt uns zum Geduld Hotel. Wow. Ein riesen Zimmer, ein großes und ein kleines Badezimmer und einen Balkon!!!
Wir sitzen auf dem Balkon und erholen uns von der anstrengenden Fahrt.
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die Hotelanlage
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Veröffentlicht in Ghana

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