Bootstour auf dem Voltasee – 7. November

Die Sonne scheint. Heute wird ein guter Tag. Ich spüre es.
Wir fahren mit dem Taxi in ein Fischerdorf, das direkt am Voltasee liegt. Hilde, die Besitzerin vom Hotel, hat dies uns empfohlen und einen Taxifahrer organisiert, der uns hinfährt. Wie immer geht es über rote Schotterpisten an Palmen und weiten Ebenen vorbei. Die Landschaft ist wunderschön. Alle Fenster sind offen. Ich schließe die Augen und spüre den warmen Fahrtwind. Wir fahren durch zahlreiche Dörfer und weichen vielen Schlaglöchern aus. Genauso viele nehmen wir aber mit. Man kann einfach nicht allen ausweichen. Dafür gibt es zu viele. Es geht den Berg runter.
wpid-img_6464.jpg Wow. Da ist der See. Endlich wieder Wasser. Wasser ist so etwas Wunderbares. Überlebenswichtig. Aber auch Balsam für die Seele. Das lerne ich hier. Ihr könnt euch das gar nicht vorstellen. In Europa gibt es dafür zu viel Wasser. Und man gelangt zu einfach an Wasser. Schon mal Schüsseln im Regen aufgestellt, um genug Wasser zum Duschen zu haben? Nicht? Ich schon! Der See ist wunderschön.
Wir kommen in das Dorf und steigen aus dem Taxi aus. Keiner interessiert sich für uns. Das ist ungewohnt. Laufen wir ans Wasser? Da schaut! Zahlreiche Fischerboote liegen am Ufer. Und Hunderte von Menschen laufen herum. Der Fisch wird direkt von den Booten verladen. Wir stehen auf einer Anhöhe und ich lasse die Szene auf mich wirken. Trotz den vielen Menschen liegt eine Ruhe über dem Ort. Ich genieße die bezaubernde Aussicht auf den riesen See.
wpid-img_6479.jpg
wpid-img_6490.jpg
Hilde hat uns gesagt, dass wir hier Boot fahren können. Dass hier kein Tourismus angesiedelt ist war uns klar. Aber, dass sich absolut keiner für uns interessiert nicht. Wir laufen herunter und hoffen überhaupt eine englisch sprechende Person zu finden. Ein Mann hört sich unseren Wunsch an und spricht anschließend mit einigen Männern, die alle keine Zeit haben. Gibt’s doch nicht. Die wissen doch, dass sie mit einer Tour mit uns mehr verdienen, als mit einem Tag fischen. Oder nicht? Schlussendlich finden wir einen Mann, der uns für 50 Cedi (habe heruntergehandelt) 2h über den See fährt. Wir steigen in sein Boot. Er dreht den Motor auf und wir fahren los. Klick. Klick. Klick. Alle holen die Kamera heraus und halten die Umgebung fotografisch fest. Wir springen über die Wellen. Das Holzboot kracht auf den See. Ich schließe meine Augen und spüre das aufspritzende Wasser auf meiner Haut. Rabea sagt, wie gerne sie da jetzt reinspringen würde. Oh ja ich auch. Aber Hilde hat gemeint, dass der See zu groß ist zum Baden. Komische Begründung. Wahrscheinlich meint sie zu schmutzig. Ich lasse meine Finger in das Wasser hängen. Wir fahren an vielen kleinen Inseln vorbei. Schaut, dort vorne!
wpid-img_6526.jpg Eine rote Sandbank vor einer Insel zu erkennen. In der Mitte Bäume. Sieht toll aus. Wir steuern direkt darauf zu. Aussteigen. Die Sandbank besteht aus kleinen, roten Kieselsteinen. Die Insel ist bewohnt. Die Bewohner nutzen das Seewasser als Trinkwasser (habe ich später erfahren). Einige Männer sitzen am Ufer und knüpfen Fischernetze zusammen.
wpid-img_6523.jpg Wir laufen am Wasser entlang. Da! Kinder im Wasser. Und wieso darf man hier nicht baden? Versteh ich nicht. Zwei Frauen sitzen am Ufer und waschen ihre Kleider. Wir laufen weiter. Am Zipfel der Insel bleibe ich stehen. Hier prallen Wellen auf das Ufer. Ich gehe ein paar Schritte ins Wasser, bleibe stehen und atme tief ein. Diesen Moment festhalten. Er ist unendlich schön. Ich schließe die Augen und spüre die Wellen auf meine Füße klatschen. Wir machen ein gemeinsames Foto. Selbstauslöser. Stativ. In Kombination mit meiner Kamera mein treuester Begleiter.
wpid-img_6548.jpg
wpid-img_6541.jpg
wpid-img_6550.jpg
Ich laufe einige Meter zurück, werfe meine Kamera ab, streife die Flipflops ab und renne ins Wasser. Im Kleid. Das ist egal. Sooo erfrischend. Ich schwimme ein paar Züge und rufe den anderen zu sie sollen auch kommen. Alle drei schütteln den Kopf. Ich schreie vor Glück. Rabea zieht ihre Schuhe aus und tritt ins flache Wasser. Tamara hinter ihr. Ich fordere sie auf ganz hereinzukommen. Nach 5 Minuten zögern rennt Rabea zu mir. Juhuuu. Und Tamara auch. Wir spritzen uns nass und genießen den kühlen See. Christine möchte nicht mit. Rabea sagt „dafür liebe ich dich. Ich brauche immer jemand, der den Anfang macht.“ Haha ja für solche Aktionen muss man mich nicht rufen. Ich suche sie selbst. Glück. So fühlt sich Glück an.
wpid-img_6559.jpg
Auf dem Rückweg laufen wir durch das kleine Dorf auf der Insel, steigen ins Boot und fahren zurück über den See. Ich schließe die Augen. Ich strahle von innen heraus.

wpid-img_6719.jpg
Abendessen im Kerzenschein, weil der Strom mal wieder abgeschaltet wurde
wpid-img_6723.jpgSonnenaufgang um 5:30 Uhr

Advertisements
Veröffentlicht in Ghana

2 Gedanken zu “Bootstour auf dem Voltasee – 7. November

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s