Morgenstund hat Gold im Mund – 26. Oktober

Ich wache auf. Vögel zwitschern. Insekten zirpen. Ich lausche den Geräuschen im Busch. Die Sonne scheint mir auf das Gesicht. Ich stehe auf. Der See. Wow. Er liegt ruhig umgeben von den grünen Wäldern und schimmert in den ersten Sonnenstrahlen. Ich zieh meinen Bikini an und geh runter ans Ufer. Ein Kranich krächzt im Wald. Rechts am Ufer sitzt ein Fischer auf seinem Baumstamm. Ich gehe ins Wasser. Wow. Kühler als gestern. Aber nicht zu kalt. Genau angenehm zum Schwimmen. Ich gleite ins Wasser und schwimme der Sonne entgegen. Kein Lärm. Nichts. Nichts um mich herum außer der See.

wpid-img_6031.jpg der See um kurz nach 6 Uhr

Es ist Zeit fürs Frühstück. Diese Ranch wird von einer vegetarischen, französischen Hippie-Frau geführt. Ja ich habe dieses Wochenende vegetarisch gelebt. Man kann darüber denken was man will, aber die Frau macht alles selber: Schokolade, Marmelade, Honig, Erdnussbutter, Brot, Saft, Limonade….

Das Frühstück war ein Traum. Frisch gebackenes Brot, selbstgemachte Aprikosenmarmelade, Honig, Frischkäse, heiße Schokolade, frische Wassermelone und eine frische Ananas. Und nein nicht so eine Ananas wie ihr sie kennt. Viel süßer und saftiger. Ein Traum. Dazu frisch gepressten Orangensaft. Ich liebe es. Mein bestes Frühstück seit langem. Wir sitzen auf der Dachterrasse. Die Sonne kommt hinter den Wolken hervor. Ich blicke auf den See. Wunderschön.

wpid-img_6008-1.jpg.jpeg Ausblick aus der Dusche

Es ist Zeit für unsere Reittour. Die beiden Schweizerinnen, die Französin und ich haben uns für eine Tour mit den Pferden um den See gemeldet. Nach einer kurzen Einweisung geht es schon los. Die Pferde versuchen immer wieder etwas von dem saftigen Grün am Wegesrand zu schnappen. Wir biegen in den Busch Richtung See ab. Eclipse, mein Pferd, läuft sehr nah an einer Palme vorbei. Ich muss mich ducken und streife die Palmwedel. Ja ich soll mein Pferd lenken, so dass ich an allen Bäumen vorbeikommme. Ich gebe mir mühe! Wir laufen durch den Sumpf. Ich blicke auf den See. Wunderschön wie er da liegt umgeben von Bergen. Rechts von uns hängen einige Fischernetze über Hölzer zum Trocknen. Die Pferde laufen durchs Wasser. Es spritzt. Meine Schuhe werden nass. Vor uns baden drei nackte Männer. Sie lachen und winken uns zu. Wir laufen weiter. Ich nehme die Zügel in die linke Hand und greife nach meiner Kamera. Ja klar geht das. Hab alles unter Kontrolle. Und mache Fotos von den anderen. Nach einiger Zeit suchen wir uns wieder den Weg durch den Busch hinauf zur Straße und machen uns auf den Rückweg. Es war ein schöner Ausflug.

wpid-img_6043.jpg Reitausflug am See entlangwpid-img_6053.jpg Rückweg durch das Dorf

Die anderen entdecke ich auf der Terrasse. Ihr seid nicht im See? Wieso? Bekomme keine zufriedenstellende Antwort. Wann habt ihr die nächste Möglichkeit schwimmen zu gehen? Ähm. Na also. Alle mitkommen. Jetzt!

Ich laufe hinunter an See und renne ins Wasser. Herrlich. Rabea und ich schwimmen hinaus auf den See und unterhalten uns. Wir drehen uns um. Da! Das ist unsere Hütte. Verrückt. Die ist mittem im Busch. Umringt von Palmen und anderen Bäumen von allen Seiten. Nichts anderes. Nur Wald. Und mitten drin die Hütte. Sieht toll aus. Und wir im See. So entspannend. Wasser ist etwas Wunderbares.

wpid-img_6059.jpg der kleine Sohn der Besitzerin

wpid-img_6062.jpg
Salat – ich ziehe frisches Gemüse gekochtem vor

Nach dem Mittagessen haben wir gezahlt (für mich für eine Übernachtung, ein Abendessen, ein Frühstück, zwei Mittagessen, 3 selbstgemachte Limonaden und 1h reiten 30€!!) und uns auf den Rückweg gemacht. Halbe Stunde marschiert. Durch Matsch und Schlamm. Tamara und Kristin sind ziemlich kaputt. Die anderen weit hinter uns. Wir erreichen die Straße. Ich lasse meine Tasche bei ihnen und gehe ins Dorf um zwei Taxis zu holen. Wir brauchen sie bis zur nächsten Trotro – Station. Bei der Hinfahrt waren es 3 Cedi pro Person. Ich frage eine Gruppe von Erwachsenen nach zwei Taxis. Eine Frau fordert mich auf ihr zu folgen. Sie telefoniert. Ich verstehe nur „obruni“. Ja ich bin weiß, das weiß ich. Wir laufen durch das Dorf. Links und rechts flache Häuser mit verrosteten Blechdächern. Dazwischen spielen kleine Kinder. „There“, die Frau zeigt nach rechts. Ich wusste gar nicht, dass es in diesem Dorf einen Taxiplatz gibt. Und schon rennen Männer auf mich zu und versuchen mich in ihr in Taxi zu ziehen. Stop. So nicht mit mir. Ich bleibe stehen und erkläre ihnen was ich will. „Yes, yes!“ und da versuchen sie mich wieder in ihr Taxi zu ziehen. Ich frage einen Mann nach dem Preis. 2 Cedi für jeden. Ok einverstanden. Dich nehm ich. Er zeigt mir seinen Wagen. Die anderen beiden rennen auch in ihr Auto. Ich frage einen davon, ob er auch für 2 Cedi meine Freunde mitnimmt. Er stimmt mir zu. Ich sage ihm, dass er mitkommen soll. Die anderen Männer auf dem Platz schimpfen. That’s life. Wir fahren los und holen die Anderen. Ich rufe ihnen zu „2 Cedi each“. „Wow Anne“ rufen sie mir zu. Haha ja kein Problem. Steigt ein, die Heimfahrt kann beginnen.

wpid-img_6063.jpg
die geschlossene Tür des Trotros

Advertisements
Veröffentlicht in Ghana

2 Gedanken zu “Morgenstund hat Gold im Mund – 26. Oktober

  1. War heute auch im Wasser, kein See sondern Fildorado mit Laura ( meiner Großen, sie macht Ferien in ES) deine Berichte sind immer wieder ein Genuss, sehr malerisch und lebendig

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s