Erster Tag am See – 25. Oktober

Ich sitze auf einem Liegestuhl vor unserer Holzhütte und lausche dem Regen. Ich höre ihn auf unser Blechdach prasseln, spüre einzelne Tropfen auf meiner Haut und rieche verdampfende Hitze. Vor mir liegt der Bosomtwi-See. Unruhig wie der Ozean. Vor 5 Minuten bin ich dort in der Sonne geschwommen. So schnell kann in Afrika das Wetter wechseln. Wir konnten den Regen richtig kommen sehen. Im warmen See stehend, blicken wir auf das gegenüberliegende Ufer und sehen die Berge im Regen verschwinden. Dann das Ufer. Dann die Hälfte vom See. Es donnert. Und blitzt. „Shoudn’t we get out of the lake because of the blitz?“ Fragt Tamara die Gruppe. Aber nein. Da drüben sind noch Einheimische im Wasser. Also alles sicher. Ein Mann auf einem Holzstamm paddelt vorbei. Wir fragen ob das Wetter gefährlich ist. „Not for me“ lautet seine Antwort. Dann können wir noch bleiben. Ich prophezeie, dass es in 5min regnen wird. Wir bleiben noch win wenig im Wasser. Beobachten wie eine scheinbar grüne Linie auf uns zukommt. Es ist nur der Bereich vom See, der nun unruhig ist. Wir spüren den Wind. Ok jetzt sollten wir raus. Durch den Wald. Alles weht uns um die Ohren. Heftiger Wind. That’s africa. Wir kommen an unserer Ranch an. Es regnet. Es schüttet. Der See sieht aus wie der Ozean. Er verschwindet im Regen.
wpid-img_6018-1.jpg.jpeg der See nach dem Regen
Ich sitze hier und tippe. Der Regen wird leiser. Der See zeigt sich wieder. Nicht so spiegelglatt wie heute morgen, aber ich sehe ihn wieder. Es tropft noch. Wow. Das war ein Wetterwechsel im Zeitraffer. Gefühlt. Aber es ist Wirklichkeit.

Nun zur Aufklärung. Wir sind am Bosomtwi-See und haben auf der Green-Ranch unsere Freunde aus Kumasi getroffen. Die Ranch wird von einer Französin geführt. Es gibt nur vegetarisches Essen. Dafür alles selbstgemacht. Limonade, Schokolade, Eis. Frische Früchte. Die Limonade ist wirklich gut! Und es gibt Bier für unseren deutschen Freund. Und Trinkwasser umsonst.
wpid-img_6058.jpg selbstgemachte Zitronenlimonade
Wir sitzen auf der Terrasse und genießen den herrlichen Ausblick auf den spiegelglatten See. Atemberaubend. Ich frag die anderen, die gestern angereist sind, ob sie schon im See waren. Nein? „Why that?“ Kann ich nicht verstehen. Ich gehe an See. Wer kommt mit? Die ganze Gruppe schließt sich an. Wir laufen durch den Busch ans Ufer. Wow. Ich lege mein Tuch ab und renne ins Wasser. Ah das ist ja warm. Heiß. Also quasi heiß, wenn man kaltes Wasser erwartet. Trotzdem toll. Von unten kommt es kalt herauf. Ich schwimme eine Runde. Ich lege mich aufs Wasser und blicke in den blauen Himmel. Die Sonne steht im Zenit. Es ist warm. So angenehm.
wpid-img_5983-1.jpg.jpeg „Kanu“ fahren, wenn man es kann (ich)
Sandro und Katrin wollen das Kanu probieren. Naja Kanu kann man es nicht nennen. Eher Holzstamm. Holzstamm mit flacher Oberfläche. Die „Paddel“ hat uns vorher ein Ghanaer zugeschnitten. Mit seiner Machete. Damit machen sie hier alles. Bäume fällen. Rasen mähen. Oder eben Paddel zuschneiden. Sie setzen sich auf das Boot, versuchen ein zwei Züge und bäm das Holz dreht sich und sie landen im See. So geht das noch einige Minuten. Dann hole ich mir zwei Paddel vom Ufer und frage, ob ich es probieren darf „of course, but it is very difficult“. „Oh no, let me show you how it works“ antworte ich selbstbewusst, ziehe den Stamm ins flache Wasser und setze mich vorsichtig drauf. Ok, das ist verdammt wackelig. Aber ich hab Körperspannung und kann mein Gleichgewicht halten. Der Stamm liegt ruhig im Wasser. Alle schauen gespannt zu. Jetzt die Paddel. Immer schön abwechseln. Wow ich komme voran. Es geht tatsächlich! „Look at her!“ Ja Körperbeherrschung ist alles was ihr braucht. Wow ist das toll über den See zu gleiten. Ok lenken ist nicht einfach. Aber dann lege ich halt den Rückwärtsgang ein. Alle lachen. Ich paddel weiter auf den See heraus. Ich stoppe. Schaue um mich. Wow. So ruhig der See. Komplett umgeben von Gebirgsketten. Ich lege mich auf den Stamm. Ok entspannt geht das nicht, denn ich muss mein Gewicht ausbalancieren, aber trotzdem toll. Eine Libelle setzt sich vorne auf den Stamm. Ich blicke auf den flachen See. Die Gebirgszüge spiegeln sich darin. Oh, da oben ist unsere Hütte. Mitten im Busch. Es sieht toll aus.
Nachdem Mittagessen (Spirelli-Nudeln mit Gemüse für mich, Rabea wollte unbedingt meinen Blumenkohl und das andere Gemüse, konnte nicht nein sagen) sind wir nochmal schwimmen gegangen. Bis das Gewitter kam. Und den Rest kennt ihr.
Es ist so ruhig. Die Vögel zwitschern.

wpid-img_6014.jpgHauptnahrungsmittel der Ghanaer: „plantaines“

wpid-img_6032.jpg unsere Holzhütte

wpid-img_5955-1.jpg.jpeg unser „Haustier

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Veröffentlicht in Ghana

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